DMYV unterstützt Kampagne zum Schutz der Schweinswale

 

Der Deutsche Motoryachtverband unterstützt ein Projekt des Landesverbands Niedersachsen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Kooperation mit dem Institut für Terristrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover zum Schutz der einzigen in an Deutschlands Küsten heimischen Walart. 

Ziel der Kampagne ist es, über den einzigen in deutschen Gewässern dauerhaft beheimateten Wal, den Schweinswal, seine Lebensräume und die Möglichkeiten, die stark gefährdete Population zu schützen, aufzuklären. Motorbootfahrer haben hier die Möglichkeit, durch ihr eigenes Verhalten auf See, aktiv zum Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume beizutragen. Der BUND hat mit Unterstützung des DMYV einen Info-Flyer erstellt, der Auskunft gibt, wie auch Sie zum Schutz der sympathischen Meeressäuger beitragen können! Zudem hat der DMYV zusammen mit dem Sail-Lollipop Regatta-Verein aus Hooksiel als Mitgliedsverein im DMYV und dem ITAW eine Messfahrt zur Ermittlung von Schallemissionen durchgeführt, um daraus Handlungsempfehlungen für Sportboot-Crews ableiten zu können.

Einziger heimischer Wal in Sicht!

Der Schweinswal, der in Deutschland auf der Roten Liste als stark gefährdete Art eingestuft ist, spiegelt am oberen Ende der Nahrungskette den Gesundheitszustand der Ökosysteme der Nord- und Ostsee wider. Der etwa 160 cm große Kleinwal ist an seiner runden Form, der kurzen Schnauze und den schwarzen Strichen zu erkennen, die von den Mundwinkeln bis zu den Flossen reichen. Er ist in der Ost- und Nordsee beheimatet.

Seine Population wird in der gesamten deutschen Nordsee auf ca. 23.000 geschätzt, in der deutschen Nordsee sollen lt. Infos der Deutschen Stiftung Meeresschutz zwischen 13.000 und ca. 27.000 Tiere leben. Der Schweinswal ist aber vor allem aufgrund von Beifang, Plastik- und chemischer Verschmutzung sowie Unterwasserlärm jährlich um etwa 1,8 % rückläufig. Dadurch sinkt die Lebenserwartung auf durchschnittlich weniger als 6 Jahre, obwohl er bis zu 25 Jahre alt werden könnte.

Es ist zu laut für den Schweinswal

Im Wasser breiten sich Schallwellen durchschnittlich 4,5-mal schneller aus als in der Luft, nämlich 1.500 m/s statt 340 m/s, und die Meere sind voll von biologischen Geräuschen. So orientieren sich Schweinswale im Wasser hauptsächlich akustisch. Sie hören in einem weiten Bereich hoher Frequenzen (zwischen 4 und 150 Kilohertz) und erzeugen Ultraschallwellen (130 Kilohertz) zur Echoortung, die es ihnen ermöglicht, sich zu orientieren, Beute aufzuspüren und miteinander zu kommunizieren.
Boote und kleine Schiffe erzeugen mittel- bis hochfrequenten Lärm, der sich in flachen Gewässern über größere Entfernungen ausbreitet als im tieferen Wasser. Zudem liegen die Frequenzen des Lärms im guten Hörbereich der Schweinswale als tieffrequenter Lärm (z. B. von Frachtschiffen) und ist daher eine größere Bedrohung für Schweinswale.

Helfen Sie mit, die Schweinswale zu schützen!

Es ist immer ein schönes Erlebnis und ein Privileg, die kleinen Wale auf See beobachten zu können. Als Bootsfahrer haben Sie die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln zum Schutz der Schweinswale beizutragen!

Der Deutsche Motoryachtverband e.V. als Bundesverband für den motorisierten Wassersport unterstützt die Bemühungen zum Schutz der Schweinswale und empfiehlt:

  • Um Unterwasserlärm und CO₂-Emissionen zu reduzieren, verringern Sie die Geschwindigkeit Ihres Bootes.
  • Vermeiden Sie schnelle Beschleunigungen, die die Meeressäuger überraschen, ohne dass sie die Flucht ergreifen können.
  • Meiden Sie besonders im Frühling und Sommer Gebiete mit einer hohen Dichte an Schweinswalen und seien Sie in der Nähe dieser Gebiete und innerhalb von Meeresschutzgebieten besonders vorsichtig und fahren Sie langsam.
  • Benutzen Sie das Echolot nur, wenn es navigatorisch wirklich notwendig ist.
  • Einige Echolote – z.B. in Kombination mit Multifunktionsdisplays (Kartenplottern u.ä.) – erzeugen u.U. auch noch Schallwellen, wenn die Anzeige nicht eingeschaltet ist. Ziehen Sie dann den Stecker des Gebers des Echolotes aus dem Anzeigegerät heraus.
  • Reduzieren Sie die Lärmemissionen Ihres Bootes unter Wasser, indem Sie den Propeller und den Rumpf regelmäßig säubern und warten.
  • Sehen Sie einen Schweinswal? Nähern Sie sich ihm nicht, fahren Sie langsam und melden Sie ihn über den BeachExplorer unter www.beachexplorer.org ! 
    Die Sichtungen tragen dazu bei, die Population der Wale und Ihre Verbreitung zu erforschen.
    So können auch Sie als umweltbewusster Wassersportler dazu beitragen, die Natur und das Revier, das wir befahren, zu schützen und zu bewahren.

     

Den Info-Flyer dazu können Sie HIER herunterladen.

Der Schweinswal ist durch Umweltverschmutzung und Lärmbelastung in Ost- und Nordsee stark gefährdet. Der DMYV unterstützt die Maßnahmen zum Schutz der einzigen heimischen Walart. (Foto: Ecomare, Sytske Dijksen)