Alternative Kraftstoffe und Antriebskonzepte

 
Zusätzliche CO2-Emissionen verhindern
Der DMYV unterstützt die Bemühungen, den motorisierten Wassersport umweltgerecht und klimaneutral auszuüben. Denn vor der Herausforderung, die CO2-Emissionen zu senken, steht auch der motorisierte Wassersport.
 
CO₂-Reduktion in der Sportschifffahrt: Nicht eine Lösung passt für alles

Eine von International Council of Marine Industry Associations (ICOMIA) beauftragte Untersuchung zur Dekarbonisierung der Sportschifffahrt zeigt: Für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen gibt es nicht die eine optimale Antriebstechnologie. Entscheidend sind Bootstyp, Lebensdauer und vor allem die Nutzungsintensität. Die ICOMIA vereint zahlreiche nationale Verbände der maritimen Industrie in einer globalen Organisation und vertritt deren gemeinsame Interessen auf internationaler Ebene.

Alternative flüssige Kraftstoffe für die Bestands- und Freizeitflotte

Für die große Zahl bereits vorhandener und vergleichsweise wenig genutzter Sportboote bieten erneuerbare flüssige Kraftstoffe ein besonders großes Potenzial. Sie können in vielen bestehenden Verbrennungsmotoren mit keinen oder nur geringen technischen Anpassungen eingesetzt werden. Dadurch lassen sich die Emissionen der Bestandsflotte kurzfristig reduzieren, ohne Motoren oder komplette Antriebssysteme ersetzen zu müssen. Gleichzeitig können bestehende Tank- und Versorgungsstrukturen weitgehend weitergenutzt werden. 

Das Angebot von HVO-Kraftstoff an Bootstankstellen als Ersatz für fossilen Diesel wird zunehmend größer. Neben den Tankstellen am Bodensee, stellen auch die ersten Vereine und weitere Tankstellenbetreiber auf den klimaschonenden Kraftstoff um. Kein Wunder: Neben dem Umweltaspekt kann HVO mit weiteren Vorteilen punkten, die den geringen Mehrpreis gegenüber normalem B7-Diesel wettmachen: HVO ist Dieselpest-resistent, sodass die vorbeugenden Additive entfallen können, riecht deutlich weniger nach Diesel, verbrennt sauberer und der Motor lauft ruhiger.

Für Benzinmotoren könnte der Einsatz von klimaneutral produzierten E-Fuels eine entsprechende Alternative sein. Die Herstellung ist jedoch energieintensiv und teuer. Sie sind daher aktuell nicht flächendeckend zu konkurrenzfähigen Preisen erhältlich und wurden bisher nur im Rennsport eingesetzt.

Unter folgenden Links finden Sie Berichte und Meldungen zu den Aktivitäten des DMYV und seiner Mitglieder, um den Einsatz von alternativen Kraftstoffen zu unterstützen. Hier ist besonders der Einsatz von Hydrotreatetd Vegetable Oil (HVO) im Fokus, der als Ersatz für fossilen Dieselkraftstoff verfügbar ist. Dabei handelt es sich um einen erneuerbaren paraffinischen Dieselkraftstoff, der aus Altspeisefetten und Speiseölen gewonnen werden kann und so deutliche Einsparungen an zusätzlichen CO2-Emissionen ermöglicht.

E-Mobilität für ausgewählte Anwendungen

Anders sieht es bei Booten mit hoher jährlicher Nutzung aus, beispielsweise in der Vermietung. Hier können batterieelektrische oder wasserstoffbasierte Antriebe über den gesamten Lebenszyklus Vorteile bieten – vorausgesetzt, Strom beziehungsweise Wasserstoff werden mit geringen Treibhausgasemissionen erzeugt. Zudem sind E-Antriebe in zahlreichen Revieren - wie z.B. den sog. “Green Lakes” in Süddeutschland seit langem gut etabliert und bestimmen dort die motorisierte Freizeitschifffahrt.

Technologie-Offenheit und angepasste Einsatzkonzepte

Eine ausschließliche Konzentration auf Elektromobilität wäre nach den Ergebnissen der ICOMIA-Untersuchung aber nicht zielführend. Bei wenig genutzten Freizeitbooten könnte ein vorzeitiger Austausch vorhandener Antriebssysteme aufgrund der zusätzlichen Emissionen aus Herstellung und Batterien unter Umständen sogar einen negativen Nettoeffekt auf die CO₂-Bilanz haben.

Für eine schnelle und wirksame CO₂-Reduktion in der Sportschifffahrt braucht es daher Technologieoffenheit. Erneuerbare Kraftstoffe können insbesondere für die bestehende Flotte einen wichtigen kurzfristigen Beitrag leisten, während elektrische und andere alternative Antriebe vor allem dort ihre Stärken ausspielen, wo Boote intensiv genutzt werden, oder Umwelt- und Naturschutzbelange dem Einsatz von Verbrennern entgegenstehen.

 

Alternative flüssige Kraftstoffe wie HVO-Diesel können kurzfristig eine Reduktion des Eintrags der CO2-Emissionen in die Atmosphäre gegenüber fossilen Kraftstoffen bewirken. (Bild: Symbolbild / KI)
Elektroantriebe, wie die Außenborder des DMYV-Motorenpartners Mercury, sind ideal, um Boote leise, kraftvoll und umweltfreundlich anzutreiben und bewähren sich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besonders bei intensiver Nutzung. (Foto: Mercury Marketing)