An der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste soll auch in Zukunft Wassersport in Einklang mit der Natur möglich sein, so die Forderung der Wassersportverbände in einem Brief an die Landesregierung. (Foto: AdobeStock.com, Helmut Schmidt)

Wassersportverbände unterstützen den Schutz der Ostsee

In einem Schreiben vom 8. Februar 2024 des Vizepräsidenten des Landessportverbandes Schleswig-Holstein e.V. (LSV), Dr. Thomas Liebsch-Dörschner, an den Ministerpräsidenten Daniel Günther haben die Wassersportverbände, unter ihnen der Deutsche Motoryachtverband e.V. (DMYV) und der Motoryachtverband Schleswig-Holstein e.V., ihre Bereitschaft bekundet, am Schutz der Natur und der Ostsee weiterhin mitzuwirken und diesen weiterzuentwickeln. Der Einrichtung eines Nationalparks Ostsee erteilten die Verbände jedoch eine Absage.Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Verbände über einen offenen Brief des LSV gegenüber der Landesregierung kritisch zu den Planungen geäußert.

Im Zuge der laufenden Diskussion über die potenzielle Einrichtung eines Meeresnationalparks Ostsee (NP Ostsee) haben der Deutsche Motoryachtverband und der Motoryachtverband Schleswig-Holstein ihre Unterstützung für einen umfassenden Ostseeschutz betont. 13 weitere Verbände und Wassersportorganisationen tragen den Inhalt des Schreibens mit.

Als einer der Verbände hat der DMYV am Konsultationsverfahren teilgenommen und dabei seine Bedenken gegen die Einrichtung eines NP Ostsee geäußert. Dennoch erkennt der Verband die Dringlichkeit eines verbesserten Ostseeschutzes an und will dazu beizutragen.

In dem Schreiben wurden die wichtigsten Maßnahmen des organisierten Wassersports zur Gewässer- und Ostseeschutz zusammengefasst. Diese beinhalten sowohl bereits laufende Maßnahmen als auch neue Vorschläge zur Verbesserung des Ostseeschutzes. Ein detaillierterer Katalog von Maßnahmen ist derzeit in Vorbereitung.

Der Landessportverband betont dabei die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Herangehensweise an den Ostseeschutz und bietet seine Zusammenarbeit bei der Entwicklung effektiver Schutzmaßnahmen an. Diese sollen sowohl die ökologischen Bedürfnisse der Ostsee als auch die Interessen des organisierten Wassersports berücksichtigen.

Das Schreiben unterstreicht die Bereitschaft des organisierten Wassersports, konstruktiv an einem verbesserten Ostseeschutz mitzuwirken. Es fordert eine sorgfältige Abwägung aller Aspekte im Rahmen der Entscheidungsfindung für einen effektiven Schutz der Ostsee, ohne dabei die Einrichtung eines Meeresnationalparks Ostsee in Betracht zu ziehen.

Der organisierte Wassersport hat sich seit vielen Jahren aktiv für den Natur- und Gewässerschutz nicht nur in der Ostsee eingesetzt. Dies zeigt sich durch verschiedene Maßnahmen und Initiativen:

Bereits seit über 40 Jahren existieren die "10 Goldenen Regeln für das Verhalten von Wassersportlern in der Natur", die in Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen entwickelt wurden. Diese Regeln dienen als Leitlinien für umweltbewusstes Verhalten im Wassersport.

Zudem gibt es langjährige Schulungsprogramme im organisierten Wassersport, die ökologische Aspekte und Sicherheitsmaßnahmen vermitteln. Diese Schulungen sind insbesondere für Taucher und Kanusportler obligatorisch. Der DMYV und andere Verbände haben freiwillige Vereinbarungen mit Umweltbehörden und -organisationen geschlossen, um den Schutz von Meeresvögeln und anderen marinen Lebensräumen zu unterstützen.

Der DMYV hat Versuchsfahrten mit alternativen Kraftstoffen durchgeführt und nachgewiesen, dass ein großer Teil der die Bestandsflotte so klimaneutral und ohne die Gewässerqualität zu gefährden betrieben werden kann. Es wird aktiv an der Entwicklung umweltfreundlicherer Technologien gearbeitet.

Regelmäßige Müllsammelaktionen und Umweltschutzprojekte, wie das Müllmeldeportal "Gewässerretter.de", wurden gemeinsam mit Umweltorganisationen ins Leben gerufen wurde.

Die Wassersportverbände haben zudem zahlreiche weitere konkrete Vorschläge für einen verstärkten Ostseeschutz gemacht, darunter die Einrichtung spezieller Schutzzonen z.B. für Vögel und Schweinswale und im Bereich von Seegraswiesen, sowie und die Ausweitung von Umweltbildungsangeboten u.v.m..

Die lokalen Wassersportvereine können mit ihren örtlichen Revierkenntnissen und ihrem Bewusstsein, ihre Vereinsanlagen naturverträglich in sensibler Umwelt zu betreiben, erheblich zum Schutz von Umwelt und Natur beitragen, indem sie Gäste informieren, auf fremdes Fehlverhalten entsprechend reagieren und mit den zuständigen Behörden und lokalen Natur- und Umweltschutzorganisationen zusammenarbeiten.

Zusätzlich wird betont, dass der organisierte Wassersport weiterhin dazu bereit ist, an einem verbesserten Ostseeschutz mitzuwirken, vorausgesetzt, dass dies in Zusammenarbeit mit allen relevanten Stakeholdern geschieht und größere Themen wie die Reduzierung von Nährstoffeinträgen und die Beseitigung von Munitionsaltlasten konsequent angegangen werden.

Weitere Infos zum Nationalpark Ostsee auf der Website des LSV.