Masterplan Freizeitschifffahrt – DMYV kämpft weiter für die Skipper

Viel Arbeit und Zeit hatten das Bundesverkehrsministerium (BMVI) sowie die Wassersport- und Tourismusverbände in den gemeinsamen Masterplan Freizeitschifffahrt investiert. Dass das Ministerium den Nebenwasserstraßen nun einen eigenen Haushaltstitel und damit mehr Aufmerksamkeit widmet, wurde vom Deutschen Motoryachtverband mit großer Freude und Genugtuung aufgenommen. Nach der offiziellen Präsentation des Masterplans durch Verkehrsminister Scheuer bleiben jedoch noch einige Fragezeichen zu seiner Umsetzung.

Endlich gehört auch der Freizeitwassersport zu den Klienten des Bundesverkehrsministeriums und der Bundeswasserstraßenverwaltung. Jahrelang hatte der DMYV – zusammen mit anderen Verbänden des Wassersportes – darum gekämpft, dass der Bund seiner Pflicht zur Unterhaltung all seiner Wasserstraßen gerecht wird und anerkennt, dass der Begriff "dem allgemeinen Verkehr dienend" eine zeitgemäße Definition erhält.

"Wasserstraßen dienen heute nicht mehr wie vor Jahrzehnten nur dem Güterverkehr, sie erfüllen wichtige gesellschaftliche Aufgaben wie Tourismus, Sport, Erholung, Gesundheit und Stärkung des Natur- und Umweltschutzgedankens“ betont Helmut von Veen, der für den DMYV an der Erstellung des Masterplans mitgewirkt hat. 

Diese gesamtgesellschaftlich wichtigen Faktoren hat der Bund mit dem Masterplan und entsprechenden Regelungen nun auch anerkannt. „Der Masterplan Freizeitschifffahrt lässt uns Wassersportler optimistisch in die Zukunft schauen“ bestätigt er. Die vielzähligen unterschiedlichen Reviere werden den Wassersportler/innen erhalten bleiben und unter Umständen sogar erweitert. Die Infrastruktur wird verbessert und für kleine Maßnahmen wie Liegestellen vor Schleusen bis hin zu umfassenden Schleusensanierungen möchte der Bund viel Geld in die Hand nehmen.

Im Rahmen von regionalen Konzepten mit den Betroffenen vor Ort sollen Maßnahmen umgesetzt werden. So wird sichergestellt, dass die Investitionen auch den tatsächlichen Bedürfnissen in den einzelnen Regionen entsprechen. Insgesamt, so lässt sich ein erstes Resümee unter den fertigen Plan ziehen, können die Motorbootfahrerinnen und Motorbootfahrer mit dem Masterplan sehr zufrieden sein.

Einen unangenehmen Beigeschmack hat die Präsentation des Masterplans Freizeitschifffahrt durch das BMVI dennoch hinterlassen. Was ein Moment hätte sein sollen, bei dem die gemeinnützigen Wassersportverbände die Möglichkeit bekommen, diesen Paradigmenwechsel zu feiern und den ehrenamtlichen und gesellschaftlich nützlichen Teil ihrer Verbandsarbeit vorzustellen, wurde am Ende eine Feierstunde wirtschaftlicher Interessen und deren Vertreter.

„Statt der Wassersportverbände standen Vertreter der Wirtschaft auf dem Podium und erweckten fast den Eindruck, dass die Freizeitwassersportler wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ausschlaggebend für die neue Sichtweise der Bundeswasserstraßen gewesen wären“ bemerkt Helmut von Veen kritisch.

Diesen Beigeschmack eines reinen Wirtschaftsplans für die Wasserstraßen abzustreifen und sich ab sofort noch stärker für die Interessen der Sportbootfahrer/innen einzusetzen ist nun mehr denn je die Aufgabe des Deutschen Motoryachtverbandes. Denn die eigentliche Aufgabe, die Ideen des Masterplans in die Tat umzusetzen und sinnvolle Maßnahmen entlang der bundesweiten Gewässer zu entwickeln, hat jetzt erst begonnen.

Der DMYV wird sich daher ab sofort intensiv mit den Inhalten des Masterplans auseinandersetzen. „Wir werden dabei dem Bund Angebote machen, wie wir gemeinsam mit unseren Vereinen und Landesverbänden beste Ergebnisse für uns Freizeitsportler/innen erzielen können“ lässt Helmut von Veen wissen.

Dazu gehört auch, dass die Inhalte des bisher veröffentlichten Masterplans modifiziert werden, um die Freizeitwasserstraßen langfristig als Orte gesamtgesellschaftlichen Nutzens zu etablieren. Hierbei wird der DMYV seinen Fokus insbesondere auf die regionale Ausgewogenheit, die Entlastung von Revieren, die Art und Weise der Ausgabenpriorisierung, den Umgang mit Hafeneinfahrten oder die Angebote im Digitalbereich richten.

Der Masterplan Freizetischifffahrt steht hier auf der Webseite des Bundesverkehrsministeriums zum Download bereit.

 

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