LVM-Rheinland-Pfalz lud zur Mitgliederversammlung 2026

Verband & Szene

Neuwahlen, Schutzkonzept (sexualisierter) Gewalt und EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher im Rahmen des Green Deals als zentrale Themen 

Präsident Gisbert König begrüßte neben den Vertretern der Vereine auch die Präsidentin des HELM und stellvertretende Verbandsratsvorsitzende, Christel Lenarz sowie weitere Ehrengäste. Den Mitgliedern des YC Ingelheim und der WSF Budenheim dankte König für die Ausrichtung der Veranstaltung, die am 19.April im Bürgerhaus Frei-Weinheim stattfand.

Christel Lenarz betonte in Ihrem Grußwort die seit Jahren bewährte Zusammenarbeit beider Landesverbände. Gemeinsam unterstütze man betroffene Vereine auf beiden Seiten des Rheins hinsichtlich der drohenden Sperrung von Wasserflächen im Bereich des Insel-Rheins. Fester Bestandteil der gemeinsamen Arbeit sind die jährlichen Umweltseminare und das Lahnkonzept, das Ende des Jahres durch Unterzeichnung der Lahndeklaration von Bund und Ländern finalisiert wird und an dem Dr. Heiko Leuchs (YC Rheinlache) im Auftrag beider Landesverbände beratend tätig war. Als stellvertretende Verbandsratsvorsitzende dankte sie Anne Hochreuther für ihre Mitarbeit an der Verfahrensordnung für den DMYV-Schlichtungsrat sowie Beatrix Staudt für die Ausarbeitung eines Schutzkonzeptes (sexualisierter) Gewalt mit einem Handlungsleitfaden für Landesverbände und Vereine, welche als Basis für das DMYV-Konzept dienen.

Bericht des Präsidenten

Nach wie vor sind die Pläne des Verkehrsministeriums, den amtlichen Sportbootführerschein durch einen Verbandsschein zu ersetzen, ein großes Thema, das den DMYV und auch die Sportbootfahrer beschäftigt bzw. auch noch in nächster Zeit beschäftigen wird, so Gisbert König bei seinem Bericht zu aktuellen Themen aus dem Dachverband, bei dem er auch über den geplanten Verkauf des Gebäudes der DMYV-Geschäftsstelle informierte.

Hohe Priorität der Jugendarbeit des Verbandes.

Die Jugendarbeit des Landesverbandes hat bei der Arbeit des Präsidiums hohe Priorität.
Gisbert König dankte der Landesjugendleiterin Beatrix Staudt für ihre engagierte Jugendarbeit und die erfolgreiche Durchführung der Deutschen Meisterschaften Match-Race MS11 am LV-Stützpunkt Germersheim und beglückwünschte die Deutsche Meisterin Mona Siegle (MSV Germersheim) zu ihrem Erfolg. 
Erstmals wurde im vergangenen Jahr bei den RLP-Landesmeisterschaften auch ein Senioren-Cup ausgetragen, bei dem viele „ehemalige“ LV-Fahrer*innen noch einmal ihr Können beweisen konnten.
Nach dem Ausscheiden von Nadine Kössler als stellvertretende Vorsitzende des Jugendbeirates wurde zu ihrem Nachfolger in dieser Funktion Kevin Kössler von den Mitgliedern des Jugendbeirates gewählt. Er bringt sich nach seinem Ausscheiden als „Aktiver der LV-Jugend“ als Trainer in die Jugendarbeit des LVM-RLP ein.

Neben der Ausstattung mit neuem Equipment für die LV-Jugend war die Entwicklung des Schutzkonzeptes (sexualisierter) Gewalt für den LVM-RLP einer der Bausteine, der für die Jugendarbeit von hoher Relevanz ist. Das Konzept beruht auf dem umfangreichen DOSB-Regelwerk „Safe Sport Code“, das den Sportorganisationen künftig ein einheitliches Vorgehen im Bereich der Sanktionen (von Verwarnungen bis Sperren) bei Vorfällen jeglicher Gewalt ermöglichen und den Schutz der aktiven Sportler*innen stärken soll. Die vom DOSB geforderten Schutzkonzepte für Mitgliedsorganisationen dienen in erster Linie der Prävention.
Gisbert König betonte die stringente Haltung des Präsidiums des LVM-RLP bezüglich der Verbindlichkeit des verabschiedeten Schutzkonzeptes des LVM-RLP.
Beatrix Staudt und Anne Hochreuther stellten im Anschluss die Bausteine des Schutzkonzeptes vor. Die Veröffentlichung des Konzeptes erfolgt über die LV-Homepage. 

Landesverbands-Präsident Gisbert König (stehend) führte gewohnt souverän und routiniert durch die Mitgliederversammlung des Landesverbands Motorbootsport Rheinland-Pfalz

 

EU-Recht und Blaue Flagge

Die Landesumweltbeauftragte Anne Hochreuther stellte in ihrer Präsentation Kernpunkte der EU-Richtlinie „EmpCo 2024/825“ zur Stärkung der Verbraucher im Rahmen des Green Deals vor. Die Richtlinie soll die Verbraucher vor Greenwashing schützen und ist ab 27.09.2026 verbindlich anzuwenden. In Deutschland erfolgt die Umsetzung über eine Änderung im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.
Um die Transparenz zu fördern müssen künftig vage oder irreführende Umweltaussagen durch Nachweise verifiziert werden. Umweltlabel, zu denen z.B. auch die Blaue Flagge gehört, unterliegen der unabhängigen Zertifizierung. 
Die Relevanz der Richtlinie liegt für (gemeinnützige) Vereine in erster Linie bei der Außenkommunikation bzw. der Werbung mit Umweltaussagen z.B. für Hafen/Gastliegeplätze oder auch auf Sponsoren-Werbeflächen im Hafenbereich. Die Nichteinhaltung der Vorgaben kann u.U. zu Abmahnungen, Bußgelder oder Reputationsverlust führen.
Die Relevanz für das Nachhaltigkeitslabel BLAUE FLAGGE liegt bei der „unabhängigen“ Zertifizierung. Sollte die EU-Richtlinie für das vor 40 Jahren mit Unterstützung der EU-Kommission eingeführte Umwelt-Programm in Gänze angewendet werden, müsste eine Überprüfung des Kriterienkataloges und auch der Häfen künftig durch sog. externe Stellen/Gutachter erfolgen. Dies würde sehr hohe Kosten verursachen, die wiederum auf die Teilnehmer der Ausschreibung umgelegt werden müssten. Hier wird befürchtet, dass viele Teilnehmer „aussteigen“ könnten, was wiederum kontraproduktiv für den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit in den Vereinen wäre.

Da noch Unklarheit über die endgültige Ausgestaltung der Richtlinie besteht, wird die Blaue Flagge in diesem Jahr für die Jahre 2026 und 2027 vergeben. Damit entsteht eine „Übergangszeit“ für FEE und die Bewerber, um eventuell notwendige Änderungen vornehmen zu können. Die Vergabe für 2 Jahre ist vorbehaltlich der Überprüfung und Bestätigung durch die DGU für 2027. Es finden weiterhin Kontrollbesuche statt. Bis Herbst 2027 erfolgt keine Änderung des Kriterienkataloges. Die Antragstellung für 2027 gilt voraussichtlich für Kriterien, die, wie bisher auch, jährlich überprüft werden.

Wahlen und Ernennungen

Gisbert König (SMC Koblenz) wurde für eine weitere Amtsperiode einstimmig, bei eigener Enthaltung zum Präsidenten des LVM-RLP gewählt. Ebenso wurden Anne Hochreuther (CN Ludwigshafen) als Landesumweltbeauftragte und Vizepräsidentin sowie Klaus Groh (MC Altrip) als Schatzmeister und Martin Hick (CN Ludwigshafen) als Referent Öffentlichkeitsarbeit in ihren Ämtern bestätigt.
Zum neuen Fachschaftsreferent Rheinhessen wählte die Versammlung Jürgen Möritz (WSF Budenheim). Dieter Fillibeck (CNK Leimersheim) gab sein Amt als Kassenprüfer ab. Gewählt wurden Andreas Lehmann (SBC Ludwigshafen) und Marc Fabry (SMV Germersheim).
Zur Unterstützung in den Bereichen Umwelt und Jugend wurden als Beiräte Sandra Fischer (1. MBC Speyer) und Denis Tissberger (MYC Germersheim) ernannt. 

Präsidium einstimmig entlastet

Im Anschluss an den Bericht des Schatzmeisters wurde das Präsidium durch die Versammlung einstimmig entlastet.
Gisbert König schloss die Mitgliederversammlung mit Dankesworten an die Präsidiumsmitglieder und die Mitglieder der LV-Vereine für die Arbeit des vergangenen Jahres.

www.lvm-rlp.de

Bericht: Anne Hochreuther
Fotos: Jürgen Hochreuther

Die drei "Neuen": (von links) Jürgen Möritz (neuer Fachschaftsreferent Rheinhessen und Präsidiumsmitglied), die Beiräte Sandra Fischer (Bereich Umwelt) und Denis Tissberger (Bereich Jugend).

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