Am 17. und 18. April trafen sich die Delegierten der nationalen Bootssportverbände im Rahmen der Generalversammlung der European Boating Association (EBA) in Stockholm als Gäste des schwedischen Verbands Svenska Båtunionen.
Neues Mitglied aus Bulgarien
Mit der einstimmigen Annahme des Antrags zur Aufnahme der Bulgarian Yachting Association, der Interessenvertretung der Bootseigner und der Bootsbranche Bulgariens verstärkte sich die EBA um ein weiteres Mitglied und die Zahl der in der EBA zusammengeschlossenen Verbände steigt damit auf 23. Die EBa ist die europäische Interessenvertretung von über 1,5 Millionen Freizeitbootsfahrern und auch der Deutsche Motoryachtverband ist Mitglied der EBA.
Erweiterte Regulierung technischer Veränderungen
Eines der Hauptthemen der diesjährigen EBA-Generalversammlung war die Erweiterung der Regeln der sog. Major Craft Conversion (MCC) im Rahmen der europäischen Sportbootrichtlinie und deren Auswirkungen auf die Bootseigner in Europa. Lesen Sie dazu auch den Beitrag HIER.
Digitalisierung der Verbände im Trend
Dass der DMYV mit seinem klaren Bekenntnis zur Digitalisierung auf dem richtigen Kurs ist, bestätigte sich auch im Austausch mit anderen Verbänden. Laurent Kolly, Vizepräsident des Österreichischen Seglerverbands (OeSV) zeigte in einer interessanten Präsentation den Weg auf, den der OeSV geht, um die Verwaltung und die Organisation des Verbands digital auf Kurs zu bringen, und die Mitglieder dabei mit an Bord zu holen. Hier gab es durchaus Parallelen zum im DMYV geplanten Weg.
Schwedische Bootskultur: Lebensart und Notwendigkeit
Adam Reuterskiöld, Mitglied des schwedischen Reichstags, informierte die EBA-Vertreter in einem interessanten Vortrag über die Schwerpunkte der schwedischen Regierung in Bezug auf die Freizeitschifffahrt. Boote und Freizeitschifffahrt gehören in Schweden mit seiner langen Küste den zahllosen Seen und Inseln zur Lebenskultur und Boote sind nicht nur Sportboot, sondern auch Verkehrsmittel. 20 Prozent der schwedischen Haushalte besitzen ein Boot, 80 Prozent der Schweden waren im vergangenen Jahr zumindest zeitweise mit einem Boot auf dem Wasser. 1,5 Millionen Freizeitboote befahren die schwedischen Gewässer.
Interessant waren die Ergebnisse einer Umfrage der Freizeitbootsfahrer, die die Verantwortlichen auch in anderen Ländern nachdenklich stimmen könnten: Obwohl es in Schweden aktuell keinen Bootsführerschein gibt, sprechen sich 60 Prozent der Befragten für dessen Einführung aus. Ganze 84 Prozent befürworteten eine Altersbegrenzung für das Fahren von Speedbooten, 72 Prozent für eine Tragepflicht von Rettungswesten an Bord von Booten. Nichtsdestotrotz lautete das Credo des erfahrenen schwedischen Bootsfahrers Reuterskiöld, Regulierungen und Gesetze so weit wie möglich zu begrenzen, lediglich dort mit Weitsicht zu regulieren, wo sich praktische Ansätze und Notwendigkeiten ergeben und eine Überregulierung zu vermeiden, um den Menschen einen möglichst ungehinderten Zugang zum Bootssport zu ermöglichen.



