Kaum lässt sich die Sonne ein paar Tage blicken und steigen die Temperaturen auf sommerliche Werte, tummeln sich die ersten Sonnenanbeter, Bootsfahrer und Wassersportler an und auf dem Rhein. Ein Sprung ins kühle Nass verspricht Erfrischung an heißen Tagen, ist aber an den Gestaden des Vater Rhein unter Umständen lebensgefährlich und daher vielerorts verboten. Ein Beitrag des WDR klärt auf, worum es geht und wie die einzelnen Landkreise und Städte es halten mit dem Badeverbot im Rhein.
Strömung, Berufsschifffahrt und unsichtbare Gefahren
Wer seine Sinne beieinander hat und mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht es selbst schnell: Angesichts der starken Strömung und des dichten Schiffsverkehrs ist das Baden im Rhein keine gute Idee, auch wenn eine Abkühlung noch so guttun würde.
Andere Gefahren sind nicht auf den ersten Blick sichtbar. So herrscht an den sog. Kribben – Kiesbänken, die ins Wasser ragen, um die Fließgeschwindigkeit zu verringern – z.T. gefährliche Unterstömungen, die auch geübte Schwimmer unter Wasser ziehen können. Selbst dort, wo das Wasser nur knöcheltief zu sein scheint, lauern unter Umständen Gefahren. Vielleicht ist eben ein schwer beladenes Frachtschiff vorbeigefahren und hat mit seinem großen Tiefgang das Wasser vom Ufer weggesaugt? Doch bald schwappt es zurück und wer sich eben noch im flachen Wasser in Sicherheit glaubte, befindet sich plötzlich mitten im Strom. Solche und andere Gefahren sind nicht immer erkennbar. Doch Viele unterschätzen die Gefahren oder überschätzen die eigenen Schwimmkünste, oder wollen sich und anderen etwas beweisen und begeben sich aus Leichtsinn in Lebensgefahr.
Hohe Zahl an tödlichen Unfällen bedingt Verbote
Die hohe Zahl der Badeunfälle mit tödlicher Folge hatten daher zur Folge, dass das Baden im Rhein zwischen Köln und Nimwegen inzwischen fast überall verboten ist. 12 Menschen sind dem WDR-Bericht nach lt. DLRG im letzten Jahr beim Baden im Rhein ertrunken – die meisten waren übrigens Männer. Die DLRG weist auf einer Website auf die Lebensgefahren beim Baden im Rhein hin.
Die Badeverbote der Rheinanrainer-Gemeinden und Landkreise sind daher keine bürokratische Spielverderberei, sondern dienen dem Schutz der Bevölkerung. Hinweistafeln, auf denen die Gefahren beschrieben werden, weisen darauf hin, Wasserschutzpolizei und Ordnungsbehörden wachen über die Einhaltung.
Zudem: Wer sich selbst durch leichtsinniges Verhalten in Gefahr bringt, löst unter Umständen die Rettungskette aus und bringt hier wieder andere in Gefahr, die nun ausrücken müssen, um den unbedarften oder uneinsichtigen Badegast vor Schaden an Leib und Leben zu bewahren und dabei selbst ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Das gilt selbstverständlich auch für den Sprung vom Boot in die Fluten, auch wenn es noch so verlockend erscheint. Eine grafische Übersicht über die Regelungen und Badeverbote am und im Rhein liefert der Bericht des WDR ebenfalls.


