Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte der Vorsitzende des Sportboot-Club Ludwigshafen, Andreas Lehmann Vertreter von 24 ausgezeichneten Sportboothäfen in Rheinland-Pfalz und Hessen zur 40. Verleihung der Blauen Flagge. Der Ludwigshafener Verein wurde in diesem Jahr zum 30. Mal ausgezeichnet.
Die Vizepräsidentin des Hessischen Landesverbands Motorbootsport (HELM), Waltraud Knopp und der Präsident des Landesverbands Rheinlandpfalz und 1. Vizepräsident des Deutschen Motoryachtverbands, Gisbert König dankten in ihren Grußworten den Vereinen für die geleistete Arbeit und das gemeinsame Bemühen um Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
Den umfangreichen Kriterienkatalog in den Bereichen Umweltkommunikation, Umweltmanagement, Sicherheit und Wasserqualität zu erfüllen, ist für Vereine nicht immer ganz einfach. Jährlich gilt es, den strengen Anforderungen gerecht zu werden. „Sichtbares“ Symbol für das Bemühen um Nachhaltigkeit in den Vereinen ist die Blaue Flagge, die in den Häfen weht.
24 Sportboothäfen in Rheinland-Pfalz und Hessen ausgezeichnet
Die Auszeichnung der 24 Sportboothäfen aus Rheinland-Pfalz und Hessen ist eine der größten Verleihungsveranstaltungen der Blauen Flagge in Deutschland. Tobias Wanierke von der Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) betonte die gute, nachhaltige Arbeit der Vereine in beiden Bundesländern. Die Umweltaktivitäten der Vereine unter Einbeziehung von Nachbarn, Kommunen und Organisationen geben ein positives Bild des motorisierten Wassersports in der Öffentlichkeit weiter und können in den einzelnen Revieren und Regionen Dinge leisten, die der Staat nicht leisten kann.
Wanierke forderte die Vereine zudem auf, ihre Aktivitäten auf der Facebook-Seite der Blauen Flagge zu veröffentlichen, um so Anregungen für andere Vereine weiterzugeben. Es ist vorgesehen, dass die drei besten Aktivitäten mit einer „beitragsfreien“ Bewerbung um die Blaue Flagge im kommenden Jahr „belohnt“ werden.
Nachhaltigkeitszertifizierung im Tourismus
Abschließend verwies Tobias Wanierke auf eine Studie zum Thema „Nachhaltigkeitszertifizierungen im Tourismus“ der Universität Potsdam, die u.a. den konkreten Beitrag der „Blauen Flagge“ zu Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Naturschutz untersucht. Mittlerweile ist eine Befragung von Sportboothäfen und Badestellen erfolgt. Eine zweite Befragung von Nutzern und Touristen soll jetzt folgen. Durch diese Arbeit hofft man, eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die Auswirkungen der Blauen Flagge auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Deutschland zu erhalten.
Neue EU-Richtlinie für Umweltlabel
Bei der nachfolgenden Auszeichnung wurde die Blaue Flagge für die Jahre 2026 und 2027 an die Vereine vergeben. Grund hierfür ist die neue EU-Richtlinie EmpCo (EU) 2024/825. Diese Richtlinie dient dem Schutz der Verbraucher vor Greenwashing und ist ab 27. September 2026 verbindlich anzuwenden.
In Deutschland wird die Richtlinie über das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) umgesetzt. Da Umweltlabel künftig auf unabhängigen Zertifizierungen basieren müssen, könnte auch die Blaue Flagge betroffen sein. Hier steht eine endgültige Regulierung aktuell noch aus.
Erst-Bewerbung für 2027 bereits im August 2026
Durch die Vergabe für zwei Jahre soll daher Zeit gewonnen werden, um auf eventuelle Szenarien reagieren zu können. Trotz der Vergabe für zwei Jahre findet auch für 2027 die Ausschreibung statt, allerdings mit einem kleineren Kriterienkatalog, der sich auf die Erfüllung der jährlich nachzuweisenden Kriterien beschränkt. Sportboothäfen und Badestellen, die sich 2027 erstmals bewerben, müssen bereits im August 2026 die Unterlagen einreichen. Für 2028 ist ein weiterentwickelter Kriterienkatalog in der Vorbereitung.
Bericht und Fotos: Anne Hochreuther, LVM-RLP



