Von der Ems über den Ems-Jade-Kanal bis nach Wilhelmshaven: Der Ostfrieslandkonvoi des Landesverbandes Motorbootsport Niedersachsen führte seine Teilnehmer 2026 durch einige der abwechslungsreichsten Reviere Norddeutschlands. Schleusen, bewegliche Brücken und die Gezeiten sorgten dabei für reichlich nautische Abwechslung – und die Gastfreundschaft der Wassersportvereine für echtes Gemeinschaftserlebnis.
Am 3. Juni 2026 hieß es im Hafen des WSC Lathen/Ems: Leinen fest – zunächst zumindest. Hier trafen sich die teilnehmenden Crews zum diesjährigen Ostfrieslandkonvoi des Landesverbandes Motorbootsport Niedersachsen e.V. (LMN). Bevor am nächsten Morgen die Motoren gestartet wurden, standen Fahrerbesprechung, Begrüßung und ein gemeinsames Abendessen im benachbarten Restaurant „Lathener Marsch“ auf dem Programm.
Von der Ems ins Gezeitenrevier
Am nächsten Morgen setzte sich der Konvoi unter revierkundiger Führung in Richtung Leer in Bewegung. Mit dem Passieren der Schleuse Herbrum änderten sich die nautischen Rahmenbedingungen deutlich: Von nun an bestimmten Ebbe und Flut den Takt.
Über die Seeschleuse erreichten die Boote am 4. Juni den Freizeithafen der Stadt Leer. Das Wochenende bot Gelegenheit, die Stadt zu erkunden und an einem Treffen mit örtlichen Bootssportlern teilzunehmen, denn neben dem gemeinsamen Törn steht der Austausch zwischen Crews und Vereinen im Mittelpunkt.
Am Montagmorgen hieß es wieder „Leinen los“. Von der Tide unterstützt, ging es weiter über die Ems, bis der Konvoi gegen Mittag die historische Seehafenstadt Emden erreichte.
Sechs Schleusen und viele Brücken
Die Fahrt über den Ems-Jade-Kanal nach Wilhelmshaven verbindet Emden mit dem Jadebusen und verlangt den Crews einiges an Aufmerksamkeit ab. Insgesamt mussten sechs Schleusen und zahlreiche bewegliche Brücken passiert werden.
Dass der Konvoi dennoch zügig vorankam, war nicht zuletzt der guten Organisation und Unterstützung durch das Personal am Ems-Jade-Kanal zu verdanken. Selbst das letzte Teilstück konnte mit einer „grünen Welle“ bewältigt werden.
Für eine willkommene Pause sorgte ein Zwischenstopp beim WSV Marcardsmoor. Dort wurden die Teilnehmer herzlich mit Kaffee und Kuchen empfangen.
Schließlich erreichten die Boote Wilhelmshaven und machten beim Jade-Wassersport-Club fest. Zwei Tage blieb der Konvoi in der traditionsreichen Marine- und Hafenstadt. Der gastgebende Verein sorgte während des Aufenthalts für eine umfassende Betreuung der Crews.
Kurs zurück nach Ostfriesland
Am Freitag wurde der Rückweg angetreten. Wieder ging es in Richtung Emden und Ostfriesland. Für eine Nacht machte der Konvoi im Hafen der Stadt Aurich fest. Der Anleger bietet mit seinen Versorgungsmöglichkeiten und der Nähe zum Stadtzentrum gute Voraussetzungen für einen Zwischenstopp – und Gelegenheit für einen Landgang.
Über Emden führte der Weg durch die große Eisenbahnbrücke und die Nesserlander Schleuse dann zurück auf die Ems. Dort nutzten die Crews erneut die Gezeitenströmung für die Fahrt in Richtung Leer.
Damit schloss sich nautisch der Kreis: Was nach der Schleuse Herbrum mit der ersten sorgfältigen Tidenplanung begonnen hatte, bestimmte auch die letzten gemeinsamen Meilen.
Gemeinschaft gehört zur Konvoifahrt
Am Sonntag, 14. Juni, stand schließlich nicht mehr die Navigation, sondern die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Auf dem Restaurantschiff „Spiekeroog“ in Leer trafen sich die Teilnehmer zum traditionellen Konvoi-Abend.
Dabei wurden Pokale in gleich drei Kategorien vergeben: für das kleinste teilnehmende Boot, für die weiteste Anreise sowie für den Verein mit den meisten teilnehmenden Booten. Alle Crews erhielten zudem eine Teilnahmeurkunde. Bei einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem gemütlichen Beisammensein konnten die Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren.
Am Montag, 15. Juni, öffnete sich schließlich die Seeschleuse Leer ein letztes Mal für die Teilnehmer. Der Ostfrieslandkonvoi 2026 war damit offiziell beendet und die Boote machten sich – wiederum unter Beachtung der Gezeiten – auf den Weg zu ihren jeweiligen Heimathäfen.
Zahlreiche Helferinnen und Helfer, Vereinsmitglieder und Crews stellten auch 2026 ihre Freizeit zur Verfügung, organisierten Etappen und Aufenthalte und sorgten dafür, dass der Konvoi sicher durch die Reviere geführt werden konnte.
Ihnen gilt der besondere Dank des Landesverbandes Motorbootsport Niedersachsen.



