Bodensee

Einleitung

Zu einem der attraktivsten Wassersportreviere Deutschlands zählt der Bodensee. Das "Schwäbische Meer" ist für Wassersporttreibende aller Kategorien eine Oase mit einem unerschöpflichen Freiraum für sportliche Aktivitäten, Erholung und Abenteuer. 

Die drei Anrainerstaaten des Bodensees, Deutschland, Schweiz und Österreich, haben in den vergangenen Jahren ideale Voraussetzungen für den Erholungssuchenden am See geschaffen. Ob kommunale, kommerzielle oder private und vereinseigene Marinas, sie bieten alle einen beispielhaften Service. Dem Wasserwanderer steht eine befahrbare Wasserfläche von 569 qkm (größte Länge beträgt 69 km und die größte Breite 14 km) zur Verfügung. Zu den jährlichen, besonderen Attraktionen zählen im August das Seenachtsfest in Konstanz, die Freilichtbühne in Bregenz, ein erholsamer und lehrreicher Familienausflug auf die Insel Mainau genauso wie ein Besuch der Insel Reichenau. 

Trotz all seiner Sehenswürdigkeiten und Schönheiten muss aber auch gesagt werden, dass der Bodensee keineswegs ein ungefährliches Revier darstellt. Die Gefahr von plötzlich auftretenden und jähen Winden und Böen von Stärken bis zu 10 und 12 Beaufort sind keine Seltenheit, wobei betont werden muss, dass sich die meisten und schweren Seeunfälle bereits bei Windgeschwindigkeiten von "nur" 20 - 30 Knoten ereignen. Sollten Sie einmal die Bezeichnung "Flautenteich" für den Bodensee hören, so können wir Ihnen nur davon abraten, dieses Gerücht zu glauben. Unterstützt wird unser Rat durch die Tatsache, dass bereits im Jahre 1937, aufgrund schwerer Unfälle durch Orkane und Stürme, ein Sturmwarndienst geschaffen wurde.

Lassen Sie sich, ob der vielen Einzelheiten, die Sie zu erfüllen haben, bevor es für Sie heißt "Leinen los", nicht von einem Bodenseeurlaub abhalten. Er wird für Sie und Ihre Familie mit Garantie zu einem besonderen Erlebnis! Sie alle wissen aus eigener Erfahrung, dass alle vermeintlichen Ärgernisse und Mühen hinterher nicht mehr zählen. Nur die schönen Stunden bleiben in Erinnerung.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihrer Crew stets mehr als eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

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Bootszulassung

Untersuchung und Zulassung von Vergnügungsfahrzeugen
Alle Fahrzeuge mit Maschinenantrieb und Segelboote, die mit einem Motor oder mit Wohn-, Koch- oder sanitären Einrichtungen ausgerüstet sind, sind zulassungspflichtig. 

Voraussetzung für die Zulassung
Die Zulassung ist beim Landratsamt Bodenseekreis zu beantragen.

Boote ab dem Baujahr 1998 fallen unter die Vorschriften der Europäischen Sportbootrichtlinien. Für die Zulassung muss das Eignerbuch in deutscher Sprache sowie die CE-Konformitätserklärung vorgelegt werden.

Für Boote mit Baujahr vor 1998 gelten diese Vorschriften noch nicht. Bei der Zulassung wird die Bodensee-Schiffahrts-Ordnung (BSO) uneingeschränkt angewandt.

Für die Neuzulassung am Bodensee müssen Boote über Motoren verfügen, die der Stufe 2 der Abgasvorschriften für den Bodensee (BSO Stufe 2) entsprechen. Der Nachweis erfolgt durch Vorlage eines Abgastypenprüfzertifikats. 

Ausnahmeregelungen:

Ottomotoren (2- und 4-Takt-Motoren) bis einschließlich 74 kW Leistung müssen für die Neuzulassung oder deren Ersatz entweder die Grenzwerte gemäß 
a) BSO Stufe 1  
b) oder EU-Sportbootrichtlinie (Stage 1, Grenzwerte für 4-Takt-Motoren – RL 2003/44) 
erfüllen. Der Nachweis erfolgt durch Vorlage (a) einer Abgastypenprüferzertifikats und (b) einer CE-Konformitätserklärung.

2-Takt-Außenbordmotoren bis 59 kW Leistung mit Direkteinspritzung und 4-Takt-Außenbordmotoren bis 59 kW Leistung müssen die Grenzwerte gemäß EU-Sportbootrichtlinie (Stage 2 – RL 2013/53) erfüllen. Eine Anerkennung für 4-Takt-Außenbordmotoren und 2-Takt Außenbordmotoren bis 74 kW ist möglich, wenn nachgewiesen wird, dass der Motor gemäß EU-Sportbootrichtlinie (Stage 1 – 4-Takt-Grenzwerte RL 2003/44) geeignet ist. Der Nachweis erfolgt durch Vorlage einer CE-Konformitätserklärung mit dem Hinweis auf die Richtlinie 2013/53 und evtl. dem Nachweis der Anforderung an Stage 1 für 4-Takt-Motoren.

4-Takt-Innenbordmotoren mit Selbst- oder Fremdzündung (auch Z-Antrieb) bis 150 kW gesamt installierte Leistung gemäß EU-Sportbootrichtlinie  (Stage 2 – RL 2013/53) sind ebenfalls gestattet. Der Nachweis erfolgt durch Vorlage einer CE-Konformitätserklärung mit dem Hinweis auf die Richtlinie 2013/53. 

Erteilung der Zulassung
Der Zulassung geht eine Untersuchung durch die zuständige Behörde voraus. Die Behörde bestimmt Zeit und Ort der Untersuchung. Der Antragssteller hat das zu untersuchende Fahrzeug an dem bestimmten Ort vorzuführen und die zur Untersuchung erforderliche Hilfe zu leisten. Das Schiff muss in allen Teilen zugänglich sein, auf Verlangen ist eine Probefahrt zu machen. Die Untersuchung erstreckt sich auf die Tauglichkeit, Betriebssicherheit und Ausrüstung des gesamten Fahrzeugs. Das Boot muss zur Abnahme im Wasser liegen. 

Die Zulassung wird erteilt, wenn das Fahrzeug nach dem Ergebnis der amtlichen Untersuchung den Vorschriften entspricht. Über die Zulassung wird eine Urkunde ausgestellt.

Ist die Zulassungsurkunde verloren gegangen oder unbrauchbar geworden, so erteilt die Ausstellungsbehörde auf Antrag eine Zweitausführung.

Wenn das zulassungspflichtige Fahrzeug den Besitzer wechselt, ist die Zulassungsurkunde der Ausstellungsbehörde innerhalb von 2 Wochen zur Umschreibung auf den neuen Bootseigner vorzulegen. Der Antrag auf Umschreibung muss genaue Angaben über den Bootseigner (Name, Anschrift, Geburtsdatum) enthalten und außerdem eine Versicherung, dass an dem Fahrzeug keine wesentlichen baulichen Änderungen vorgenommen wurden. Wenn solche Änderungen eingetreten sind, ist das Boot zur Nachuntersuchung zu melden. Ein Kaufvertrag ist der Behörde zur Umschreibung vorzulegen. 

Registrierung und Kennzeichnung
Alle Wasserfahrzeuge, ausgenommen Boote ohne Maschinenantrieb bis 2,50 m Länge, müssen bei einer zuständigen Behörde registriert werden. Bei der Registrierung wird ein Kennzeichen vergeben, das auf beiden Seiten des Fahrzeuges an gut sichtbarer Stelle anzubringen ist. Die Kennzeichen müssen in gut lesbaren lateinischen Schriftzeichen und arabischen Ziffern mindestens 8 cm hoch hell auf dunklem Grund oder dunkel auf hellem Grund sein. Auf anderen Binnengewässern müssen die Kennzeichen mindestens 10 cm groß sein. 

Amtliche Kennzeichen, die von den zuständigen Behörden im Bereich der Bodensee-Uferstaaten erteilt wurden, werden anerkannt, diese Fahrzeuge erhalten kein besonderes Bodensee-Kennzeichen. Eine Kopie der amtlichen Zulassung muss mit dem Antrag eingereicht werden. Die Registrierung entbindet nicht von der Untersuchungs- und Zulassungspflicht für den Bodensee. Bei der Vorführung der Boote ist der amtliche Bootsschein vorzulegen. 

Für zulassungspflichte Boote wird das amtliche Kennzeichen bei der Zulassung erteilt. Für zulassungsfreie Boote (Segelboote ohne Motor, Ruderboote und Schlauchboote ohne Motor) wird das Kennzeichen bei der Registrierung des Bootes zugeteilt. Gleichzeitig wird eine Bootsausweiskarte erteilt.

Änderungen der Eigentumsverhältnisse oder der Anschrift müssen innerhalb von zwei Wochen der zuständigen Behörde gemeldet werden. 

Segelsurfbretter, Paddelboote und Rennruderboote, die nicht mit Maschinenantrieb ausgestattet sind, müssen ohne Rücksicht auf ihre Länge den Namen und die Anschrift des Eigentümers oder sonstigen Verfügungsberichtigen tragen. 

Versicherung
In Deutschland und Österreich besteht keine Versicherungspflicht für Boote. Die Schweiz schreibt eine Haftpflichtversicherung vor. 

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Bootsausrüstung

Vorgeschriebene Ausrüstung

  • Anker mit Leine oder Kette
  • Festmachleinen
  • Bootshaken
  • Paddel oder Riemen
  • Mundsignalhorn
  • Kompass (lose oder fest)
  • ein geeignetes Rettungsmittel für jede an Bord befindliche Person
  • zusätzlich ein Schwimmkörper mit Wurfleine
  • Notflagge und Notbeleuchtung
  • Werkzeug
  • Verbandszeug
  • Lenzeinrichtung
  • Feuerlöscher


Die Größe der Feuerlöscher bzw. das erforderliche Löschmittelfüllgewicht richtet sich nach dem Umfang der an Bord befindlichen und verwendeten brennbaren Stoffe. Mindestens sind erforderlich für Fahrzeuge mit Koch- bzw. Heizeinrichtungen oder mit Innenbordmotoren, deren Maschinenleistung über 4,4 kW oder mit Außenbordmotoren, deren Maschinenleistung über 7,4 kW beträgt, ein Löschgerät mit 2 kg Füllgewicht je 100 l Kraftstoffinhalt. 

Beleuchtung

Die Lichter müssen so angebracht sein, dass sie den Schiffsführer nicht blenden. Die Sichtweite muss in dunkler Nacht bei klarer Luft für weißes Licht 2 km, für rotes oder grünes Licht 1,5 km, betragen. 

LED-Laternen dürfen in Deutschland nur dann angebracht werden, wenn diese vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSO) zugelassen sind. Erkennbar sind die zugelassenen Leuchten an der Kennzeichnung "BSH".

Für Fahrzeuge mit einer Maschinenleistung über 4,4 kW (6 PS) sind folgende Lichter vorgeschrieben:

Topplicht (Buglicht)WeißAbstrahlwinkel 225°
Seitenlichter backbordRotAbstrahlwinkel 112,5°
Seitenlichter steuerbordGrünAbstrahlwinkel 112,5°
HecklichtWeißAbstrahlwinkel 135°

Für Fahrzeuge mit einer Maschinenleistung unter 4,4 kW oder ohne Maschinenantrieb genügt ein weißes Rundumlicht.

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Bodenseeschifferpatent

Rechtliche Grundlage und Kategorien
Nach der Verordnung des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Baden-Württemberg zur Einführung der Bodenseeschifffahrtsordnung vom 10. Dezember 2001, Gesetzblatt Seite 709, benötigt der Führer eines patentpflichtigen Sportbootes auf dem Bodensee, Untersee und Rhein bis Schiffhausen ein Schifferpatent, das für eine bestimmte Fahrzeugart und für einen bestimmten Seebereich gilt. 

Das Schifferpatent wird für folgende Kategorien erteilt:

  • Kategorie A – Motorboote über 4,4 kW Maschinenleistung
  • Kategorie B – Fahrgastschiffe
  • Kategorie C – Güterschiffe sowie schwimmende Geräte mit eigenem Antrieb
  • Kategorie D – Segelfahrzeuge über 12 m² Segelfläche. Für Segelfahrzeuge mit Maschinenantrieb über 4,4 kW Leistung ist zusätzlich ein Patent de Kategorie A erforderlich. 


Voraussetzungen für den Erwerb 
Der Bewerber um das Schifferpatent für Vergnügungsfahrzeuge muss die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

a) Das Mindestalter erreicht haben:

  • 18 Jahre für Motorboote: Kategorie A
  • 14 Jahre für Segelfahrzeuge: Kategorie D


b) körperlich und geistig zum Schiffsführer geeignet sein, insbesondere ein ausreichendes Hör-, Seh-, und Farbunterscheidungsvermögen besitzen

c) persönlich zuverlässig sein, so dass er nach seinem bisherigen Verhalten erwarten lässt, dass er als Schiffsführer die Vorschriften beachten und auf andere Rücksicht nehmen wird

Benötige Unterlagen 
Wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird zur Schifferpatentprüfung zugelassen, wenn er der zuständigen Behörde einen Antrag mit folgenden Unterlagen einreicht:

a) ein Lichtbild (Passbild)

b) ein amts- oder fachärztliches Zeugnis über ausreichendes Hör-, Seh- und Farbunterscheidungsvermögen

Zur Vorbereitung auf die Prüfung werden der Text der Schifffahrtsordnung und die im Buchhandel ausgelegten Fachbücher empfohlen. 

Prüfungsformalitäten und -umfang
Die Schiffsführerprüfung ist vor einem Prüfungsausschuss bei den Landratsämtern Konstanz, Lindau oder Bodenseekreis abzulegen. Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil. 

Folgende Inhalte sind relevant:

  • Patent- und Zulassungsvorschriften
  • Fahrregeln
  • Lichterführung Schallzeichen
  • Schifffahrtszeichen
  • Uferzone
  • Natur- und Gewässerschutz sowie Fischerei
  • Revierkenntnis
  • Kompasskenntnis
  • Sturmwarn- und Wetterkunde
  • Verhalten in Seenot und bei Unfällen; Meldepflichten
  • Bootskunde und Seemannschaft


Eine nicht bestandene Prüfung kann frühestens nach zwei Wochen wiederholt werden. Bei der Theorie müssen entweder der allgemeine Teil, die Segelfragen oder beides wiederholt werden. Wiederholungen einzelner Sachgebiete sind nicht möglich. Die Prüfung muss innerhalb von 12 Monaten mit Erfolg wiederholt werden. 

Für die Ablegung der Prüfung ist eine Gebühr zu entrichten. Die gesamte Prüfungsgebühr wird nach der theoretischen Prüfung in Rechnung gestellt. Diese beinhaltet die theoretische und praktische Prüfung sowie die Ausstellung des Patents.

Erteilung, Gültigkeit und Erweiterung
Das Patent wird erteilt, wenn die theoretische und praktische Prüfung mit Erfolg bestanden oder nachgewiesen ist und alle Unterlagen komplett vorliegen. Beide Prüfungsteile müssen innerhalb von 12 Monaten bestanden und bei derselben Prüfungsstelle abgelegt sein. Einmal bestanden gilt das Patent ohne zeitliche Befristung. 

Wichtiger Hinweis: Das Patent wird nicht am Prüfungstag ausgegeben. Es wird innerhalb von 8 – 14 Tagen per Post zugesandt.

Ist das Schifferpatent verloren gegangen oder unbrauchbar geworden, so erteilt die Ausstellungsbehörde auf Antrag eine Zweitausfertigung. 

Das Schifferpatent, das nur für einen bestimmten Seebereich erteilt worden ist, kann erweitert werden, wenn der Antragssteller in einer Zusatzprüfung nachweist, dass er die Voraussetzungen für diesen Seebereich erfüllt. Das Gleiche gilt für die Erweiterung des Patents auf eine andere Fahrzeug-Kategorie.

Anerkennung anderer Befähigungsnachweise
Amtliche Befähigungsnachweise, die von einem der Bodensee-Uferstaaten ausgestellt worden sind, für den Bodensee aber keine Geltung haben (Patent der Gruppe A und B der Schiffsoffiziers-Ausbildungsverordnung, der Sportbootführerschein mit Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen oder Seeschifffahrtsstraßen, der Sportküstenschifferschein und ausnahmsweise die Befähigungsnachweise des DSV), können auf Antrag befristet („Ferienpatent“) anerkannt werden. Ausländische Befähigungsnachweise können nicht anerkannt werden.

Die Anerkennung ist durch eine Bescheinigung der zuständigen Behörde zu belegen. Sie darf höchstens auf die Dauer eines Monats innerhalb eines Jahres erteilt werden. 

Die Anerkennung ist mit einem formlosen Antrag unter Beifügung des amtlichen Befähigungsnachweises (Urschrift oder Ablichtung) bei der zuständigen Behörde am Bodensee zu beantragen. Im Antrag sind die genaue Anschrift und der Zeitraum für die befristete Anerkennung anzugeben. Für den Erwerb der Anerkennung gilt das entsprechende Mindestalter der jeweiligen Kategorie.

Inhaber eines Sportbootführerscheins mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen unter Segel und des Sportküstenschifferscheins, können das Bodenseeschifferpatent erhalten, wenn sie bei einer der zuständigen Prüfungsbehörden eine theoretische Ergänzungsprüfung bestanden und die Voraussetzungen zum Erwerb des Schifferpatents erfüllt haben. Sie sind von der praktischen Segelprüfung befreit. 

Inhaber eines Sportbootführerscheines mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen oder Binnenschifffahrtsstraßen unter Motor werden von der praktischen Motorbootprüfung befreit.

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Verkehrsvorschriften und -hinweise

Lichterführung
Alle Fahrzeuge müssen bei Nacht und unsichtigem Wetter Lichter führen, welche ein gleichmäßiges ununterbrochenes Licht werfen. 

Geschwindigkeitsbeschränkungen
Für Motorboote gelten folgende Geschwindigkeitsbeschränkungen:

  • auf dem Alten Rhein 10 km/h
  • auf dem Bodensee einschließlich Untersee 40 km/h
  • auf dem See-Rhein 10 km/h
  • auf der Hochrheinstrecke in der Bergfahrt 10 km/h, in der Talfahrt 20 km/h

An- und Ablegen
Beim An- und Ablegen haben Sie senkrecht zum Ufer auf dem kürzesten Weg zu verkehren. Die Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h ist nicht zu überschreiten. 

Flaggenführung
Es ist die Nationalflagge zu setzen. Bei Auslandsfahrten setzen bemastete Wassersportfahrzeuge beim Ein- und Auslaufen sowie in den Häfen die Flagge des Gastlandes unter der Saling der Steuerbordwant. Fahrzeuge ohne Mast setzen diese Flagge an einem Flaggstock auf dem Vorschiff. 

Bundesbahnhäfen und Kursschiffe
In den am Bodensee gelegenen „Bundesbahnhäfen“ legen Kursschiffe der Weißen Flotte oder Fähren an. Aus diesem Grund darf in diesen nicht unter Segel ein- und ausgefahren werden.

Diese Kursschiffe und Fähren führen zum Erkennen tagsüber einen grünen Ball, nachts ein grünes helles Licht. Sie sind Vorrangfahrzeuge und haben somit grundsätzlich Vorfahrt. Achtung an den Fährlinien.

Schallzeichen
Auf dem Bodensee gelten abweichend zu den Binnenschifffahrts- und der Seeschifffahrtsstraßenordnung folgende akustische Signale (sie ertönen einmal in der Minute):

1 langer Ton

Hafenausfahrtsignal; Gefahrenhinweis;
Nebensignal der Vergnügungsfahrzeuge
2 lange TöneNebelsignal der Vorrangfahrzeuge
3 lange TöneHafeneinfahrtsignal eines Vorrangfahrzeuges
Folge langer TöneNotsignal
1 kurzer Ton Änderung meines Kurses nach Steuerbord
2 kurze TöneÄnderung meines Kurses nach Backbord
3 kurze TöneIch lege rückwärts ab
4 kurze TöneDas Boot ist manövrierunfähig
3 x 2 kurze TöneNebelsignal von Häfen

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Umweltschutz

Naturschutzgebiete
Einige Teile des Sees sind unter Naturschutz. Dies sind in der Hauptsache Schilfgürtel, die zahlreichen Wassergürteln und seltenen Pflanzen Lebensraum bieten. 

Die wichtigsten Naturschutzgebiete sind:

  • der Rheinspitz
  • das Eriskircher Ried
  • das Mündungsgebiet der Seefelder Aach
  • das Wollmatinger Ried
  • und die Halbinsel Mettnau


Diese Gebiet sind erkennbar an dreieckigen Tafeln: weißer Grund mit fliegendem Adler und grünem Rand sowie Aufdruck „Naturschutzgebiet“. Hier ist das Anlanden mit Wasserfahrzeugen sowie das Betreten außerhalb der öffentlichen Wege verboten.

Reinhaltung des Bodensees
Abfälle und Abwässer gehören nicht in den See sondern in die dafür an Bord und an Land vorgeschriebenen Behälter.

Lärmschutz
Für alle Boote gilt eine Begrenzung der höchstzulässigen Betriebsgeräusche auf 72 dB (A), gemessen im seitlichen Abstand von 25 Metern von der Bordwand. 

Uferzonen
Motorboote dürfen in einer Uferschutzzone von 300 Metern grundsätzlich nicht fahren. Ausnahme: Es darf auf kürzestem Wege an- oder abgelegt werden, dabei ist eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h nicht zu überschreiten. 

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Gefahren und Hindernisse

Starkwind- und Sturmwarnungen
Bitte beachten Sie die Sturmwarnung (orange Blitzlichter) rund um den See. 

40 Blitze pro MinuteStarkwindwarnungen; weisen auf starke Windböen zwischen 25 und 33 Knoten hin (ab 6 Beaufort)
90 Blitze pro MinuteSturmwarnungen; kündigen das Auftreten von Windböen größer/gleich 34 Knoten ab (ab 8 Beaufort oder größer)

Es ist unbedingt notwendig, dass Sie sich an die mit der Sturmwarnung verbundenen Maßnahmen halten. Eine Rettung aus Seenot setzt andere Leben aufs Spiel.

Schwimmer
Besonders gefährdet durch Motorboote sind Schwimmer. Behalten Sie daher die Fahrtstrecke ständig im Auge.

Taucher
Von Tauchfahrzeugen und Tauchstellen an Land ist ein Sicherheitsabstand von 50 m einzuhalten. Gekennzeichnet sind diese Fahrzeuge oder Stellen an Land mit dem Doppelständer „A“ des Internationalen Flaggenalphabets. 

Fischerei
Bei weißen Bojen ist Vorsicht geboten. Sie machen auf Netze und Reusen der Fischer aufmerksam.

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Grenzverkehr

Sofern Sie keine zollpflichtigen Waren an Bord transportieren, können Sie ohne Formalitäten zwischen den Bodensee-Uferstaaten verkehren. Jedoch muss man, für den Fall einer Kontrolle, den Pass oder Ausweis mitführen. Nur, wer zollpflichtige Waren mitführt, muss die vorgeschriebenen Zolllandungsplätze zum Klarieren anlaufen.

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Weitere Wassersportarten

Informationen und Vorschriften zum Wasserskifahren 
Wasserskifahren ist grundsätzlich gestattet. In der 300 m breiten Uferschutzzone ist das Wasserskifahren verboten. Ausnahme stellen behördlich zugelassene Startgassen dar. 

An Bord des schleppenden Bootes muss sich außer dem Schiffsführer noch eine Beobachtungsperson befinden. 

Es muss ein Mindestabstand von 50 Metern zu anderen Booten und zu Badenden eingehalten werden. 

Informationen und Vorschriften zum Tauchen 
Das Tauschen ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung gestattet. Das Landratsamt Bodenseekreis erteilt an den nachstehenden Tauchplätzen im Bodenseekreis eine Ausnahmegenehmigung in der Form der Allgemeinverfügung. Diese tritt am Tage nach ihrer öffentlichen Bekanntgabe in Kraft und ergeht unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs. 

Tauchplätze:

  • in den an die Liebesinsel und an das Parkhaus Post in Überlingen angrenzenden Ufer- und Wasserbereichen wird das Tauchen ganzjährig gestattet
  • in den Ufer- und Wasserbereichen, die an das „Zeughaus“ in Überlingen und an das Hotel „Wilder Mann“ in Meersburg angrenzen, wird das Tauchen jeweils in der Zeit vom 15. Oktober bis zum 31. März des Folgejahres gestattet


Im Umkreis von 100 m um Hafeneinfahrten und Landestellen der Fahrgastschifffahrt außerhalb öffentlicher Badeplätze ist das Baden und Tauchen verboten, wenn dadurch die Schifffahrt behindert wird.

Beim Tauchen von Land aus ist eine Flagge Buchstabe "A" der Internationalen Flaggenordnung aufzustellen. Beim Tauchen vom Gewässer aus muss diese Flagge auf dem Fahrzeug oder einer mitgeführten Boje von allen Seiten sichtbar sein. Nachts und bei unsichtigem Wetter ist sie wirksam anzuleuchten.

Das Fahren von Scootern sowohl auf dem Bodensee als auch im Bodensee ist verboten.

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Wichtige Kontakte

Zuständige Behörden für Deutschland

Landratsamt Bodenseekreis
Schifffahrtsamt
Glärnischstr. 1-3 
88045 Friedrichshafen
T: 07541 204 5352 und -5351
F: 07541 204 7352 und -7351
E: schifffahrtsamt@bodenseekreis.de

Landratsamt Konstanz
Schifffahrtsamt
Reichenaustr. 37
78467 Konstanz
T: 07531 800 1986 und -1987
F: 07531 800 1999
E: schifffahrt(at)LRAKN.de

Landratsamt Lindau (Bodensee)
Schifffahrtsamt
Stiftsplatz 4
88131 Lindau
T: 08382 270 239 
F: 08382 270 237
E: juergen.gabelberger(at)landkreis-lindau.de

Zuständige Behörde für Österreich

Bezirkshauptmannschaft Bregenz
Abteilung I - Allgemeine Verwaltung
Bahnhofstraße 41
6900 Bregenz 
T: +43 5574 495152054
F: +43 5574 511952095 
W: www.vorarlberg.at 

Zuständige Behörden für die Schweiz

Kanton St. Gallen
Straßenverkehrs- und Schifffahrtsamt
Kornhaus, Postfach
9401 Rohrschach  
T: +41 71 582299320
F: +41 71 582299321 
E: info.schifffahrtsamt@sg.ch 
W: www.stva.sg.ch 

Kanton Schaffhausen
Kantonale Schifffahrtskontrolle 
Rosengasse 8 
8201 Schaffhausen 
T: +41 52 6327602
F: +41 52 6327811 
W: www.sh.ch

Kanton Thurgau
Schifffahrtskontrolle
Bleichestraße 42
8280 Kreuzlingen 
T: +41 71 2214900
F: +41 71 2214902 
W: www.kapo.tg.ch 

Technische Sachverständige für die Untersuchung von Vergnügungsfahrzeugen in Deutschland

Landratsamt Bodenseekreis 
Schifffahrtsamt 
88041 Friedrichshafen 
T: 07541 204-5352 
M: 0159 04204078 
F: 07541 204-7352 
E: claudia.bucher@bodenseekreis.de

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Bordbibliothek / Interessante Links

Antrag auf Registrierung oder Zulassung eines Vergnügungsfahrzeuges für den Bodensee bzw. Antrag auf Umschreibung
Online verfügbar unter: https://www.bodenseekreis.de/fileadmin/02_verkehr_wirtschaft/schifffahrt/downloads/bootszulassung/formular_zulassung_vergnuegungsfahrzeuge_01-2018.pdf

Informationen zum Bodenseeschifferpatent, einschließlich zu Prüfungstagen, -orten und –zeiten
Online verfügbar unter: bodenseekreis.de
 

Informationen zum Bau und zur Ausrüstung von Vergnügungsfahrzeugen auf dem Bodensee, Auszug aus der „Verordnung des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur zur Einführung derr Bodensee-Schifffahrts-Ordnung (EinfVO-BSO)“ vom 10. Dezember 2001
Online verfügbar unter: https://www.bodenseekreis.de/fileadmin/02_verkehr_wirtschaft/schifffahrt/downloads/bootszulassung/info-bau-ausruestung-vergnuegungsfahrz.PDF

Information zur Wartung nicht abgastypengeprüfter Bootsmotoren
Online verfügbar unter: https://www.bodenseekreis.de/fileadmin/02_verkehr_wirtschaft/schifffahrt/downloads/bootszulassung/formular_wartungsprotokoll.PDF

Schifffahrtsamt des Landratsamtes Bodenseekreis - Anmeldung zur Bootsabnahme und Schifferpatentprüfung 
Online verfügbar unter: https://schifffahrtsamt.bodenseekreis.de

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Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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Förderverein Jugend- und Leistungssport des DMYV e.V.

Der Förderverein unterstützt die deutsche Motorbootjugend und den Leistungssport. Ebenso tritt er für die Erhaltung der Sporthoheit des Deutschen Motoryachtverbandes e.V. (DMYV) ein. Werden Sie jetzt Unterstützer!

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