Gas im Sportboot

Einleitung

Flüssiggas aus der Flasche sorgt im Sportboot dafür, dass man Kochen, Heizen oder Kühlen kann. Folgende 10 Fakten sollte jeder Skipper wissen und beachten.

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Zusammensetzung

Woraus besteht das Gas in der Flasche?

Flüssiggas, technisch LPG (Liquified Petroleum Gas) genannt, ist ein Gemisch aus leichten Kohlenwasserstoffen. Hauptbestandteil ist Propan (C3H8) mit einem geringen Anteil an Butan (C4H10). Das Mischungsverhältnis variiert von Land zu Land und je nach Jahreszeit. Besonders im Winter ist ein hoher Propananteil nötig, denn es verdampft bereits bei minus 42 °C, während die Übergangstemperatur für Butan nur bei minus 0,5 °C liegt.

LPG ist bei Umgebungstemperatur gasförmig, lässt sich jedoch bereits unter geringem Druck (etwa 8 bar) verflüssigen. Dadurch verringert sich das Volumen auf etwa ein 260stel. So passen etwa 6.000 Liter Gas in eine 22 Liter fassende Elf-Kilo-Flasche.

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Flaschengewicht

Weshalb wird Gas beim Füllen gewogen?

Flaschen und Tanks dürfen nicht zu 100% mit Gas gefüllt werden, sondern nur zu maximal zu 80%. Oben braucht es zwingend ein Gaspolster von 20%.

Da oft noch Restmengen in der Flasche sind, darf nicht pauschal nach Litern gefüllt werden, sondern nur so lange, bis beispielsweise elf Kilogramm erreicht sind. Das Flaschengewicht (Tara) wird individuell berücksichtigt. Bei Gastanks hingegen wird nach Litern gefüllt und abgerechnet. Hier verhindert ein automatischer Füllstopp eine Überfüllung.

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Effektivität

Wie effektiv ist das Gas aus der Flasche?

Jedes Kilogramm Propangas liefert bei sauberer Verbrennung in etwa die gleiche Energiemenge wie 1,3 Liter Heizöl, 1,6 Kilogramm Kohle oder 13 Kilowattstunden Strom. 

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Flaschenkasten

Weshalb ist ein Flaschenkasten nötig?

Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei Lackagen immer am Biden an. Die Flaschenkästen oder –schränke müssen daher eine verschließbare Öffnung von mindestens 100 cm² freiem Querschnitt haben, die zur Außenluft führt. Die Flasche darf in den Flaschenkästen oder –schränken nur aufrecht stehen, nicht schräg und auch nicht liegend, weil man sonst aus der Flüssigphase entnimmt, wo die Energiedichte wesentlich höher ist. Auch dürfen sich keine elektrischen oder andere Zündquellen im Schrank befinden. 

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Sicherheit

Wie sicher sind die Gasflaschen? Was tun im Ernstfall?

Bei sachgemäßem Umgang und Transport stellen Gasflaschen an Bord kein Risiko dar. Sie müssen durch Halterungen unverrückbar und fest mit dem Boot verbunden und gegen Verdrehen gesichert sein.

Keine Panik, wenn im oder am Sportboot Gasgeruch wahrgenommen wird. Gehen Sie mit kühlem Kopf vor, und löschen Sie alle offenen Flammen – dabei selbstverständlich nicht rauchen. Danach alle Geräte ausschalten, alle Gasflaschen zudrehen sowie sämtliche Fenster und Türen öffnen, um ordentlich durchzulüften. Wichtig: Keine elektrischen Schalter betätigen. Möglichst umgehend die gesamte Anlage vom Fachmann überprüfen lassen.

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Flaschendruck

Wozu braucht man einen Gasregler?

Der Druckregler muss den Flaschendruck von bis zu 16 bar auf den Betriebsdruck der Geräte, meist 30 mbar, herabsetzen. Dafür wird er unmittelbar an die Gasflasche angeflascht und handfest angezogen – Achtung: Linksgewinde. Das Gehäuse ist mit einer flexiblen, federbelasteten Membran gegen den Deckel abgedichtet.

Der hohe Flaschendruck hebt das Ventil im Inneren minimal an, und die Feder hält über den Ventilhebel so lange dagegen, bis im Gehäuse Betriebsdruck herrscht. Wichtig ist, dass beim Austausch nur noch nach DIN EN 12864 Anhang D gekennzeichnete Regler verwendet werden dürfen.

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Gasentnahme

Wie viel Gas strömt aus der Flasche?

Was kaum einer weiß: Die mögliche Gasentnahme ist abhängig von der Flaschengröße. Je größer die Flasche, desto höher ist die maximale Gasentnahme, genauer gesagt der Gasfluss, in Gramm pro Stunde (g/h). Kurzzeitig lassen sich aus einer 5-kg-Flasche bis zu 1.000 g/h Gas abzapfen, bei einer 11-kg-Flasche sind es immerhin 1500 g/h. Bei dauerhafter Entnahme sinken die Mengen drastisch: Für die 5-kg-Flasche liegen sie nur noch bei 200 g/h, bei einer 11-kg-Flasche können höchstens 300 g/h abgezweigt werden.

Wird beispielsweise bei der Heizung die volle Leistung abgerufen, kann das Wasserkochen etwas länger dauern, weil beiden Verbrauchern weniger Gas zugeteilt wird. Wer mehrere Gasgeräte mit hohem Verbrauch gleichzeitig betreiben möchte, sollte also besser gleich zur größeren 11-kg-Flasche greifen. Oder er bedient sich einer 33-kg-Flasche, die außerhalb des Sportbootes platziert werden.

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Praxis

Was muss ich während eines Törns beachten?

Flüssiggasgeräte dürfen beim Tanken nicht benutzt werden. Einerseits, weil sich Gas und auch die Verbrennungsgase in geschlossenen Räumen gefährlich konzentrieren können. Andererseits, weil Gasgeräte – auch Absorberkühlschränke – immer mit offenen Flammen arbeiten. Das kann beim Tanken natürlich gefährlich werden.

Hinzu kommt, dass die Flaschen während der Fahrt zugedreht sein müssen. Es sei denn, es ist ein Crash-Sensor vorhanden, der bei Unfällen verhindert, dass unkontrolliert Gas ausströmt.

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Gesetzliche Bestimmungen

Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es?

Im Binnenbereich gilt, dass Sportboote nach der Neubau CE-Norm einer Erstprüfung unterzogen werden müssen, im Seebereich müssen werfseitig eingebaute Anlagen dem Gerätesicherheitsgesetz (CE-Norm) entsprechen und ebenfalls einer Erstprüfung unterzogen werden.

Ansonsten unterliegen Gasanlagen auf privat genutzten Booten keiner gesetzlichen Überwachung. Der Skipper handelt eigenverantwortlich. Die Haftpflichtversicherer verlangen keine Gasprüfungen, erst nach dem Knall wird kontrolliert. Nur durch privatrechtliche Regelungen (Hafenordnung, Vereinssatzung, o.ä.) kann eine zweijährliche Gasprüfung gefordert werden.

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Gasprüfung

Was passiert bei einer Gasprüfung?

Alle zwei Jahre sollte (siehe auch Versicherungsbedingungen) die Flüssiggasanlage von einem zertifizierten Sachverständigen begutachtet werden. Das gilt übrigens auch für Sportboote, die vorübergehend nicht zu Wasser gelassen sind. Bei der Gasprüfung werden Dichtheit und Funktion der Gasanlage gecheckt sowie das Alter der Geräte kontrolliert, etwa der Heizung, der Schläuche und der Regler. Für die Prüfung sollte eine nicht ganz leere Gasfalsche angeschlossen sein und – falls vorhanden – die Zündbatterien noch funktionieren. Die erfolgreiche Gasprüfung wird in einem blauen Bescheinigungsheft dokumentiert; dort steht auch, wann genau die nächste Prüfung fällig ist. Das Prüfungsjahr zeigt auch eine Prüfplakette.

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Quelle

Motor-Yacht-Verband Schleswig-Holstein (MYV-SH), Hauptstraße 8 24800 Elsdorf-Westermühlen, Web: www.myv-sh.de 

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Weitere Informationen

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