Schlammfahrt in den Häfen

Im ersten Quartal des Jahres erreichte den DMYV der Hilferuf eines zugehörigen Vereins, über ein Problem, das vielleicht auch andere Clubs kennen: Hafen und Hafeneinfahrt versanden aufgrund der ständig wachsenden Berufsschifffahrt.

Durch die immer größer werdenden Schiffe wird mehr Sand vom Kanalboden aufgewirbelt und das Hafenbecken samt Vorhafen geschwemmt. Die Sandablagerungen führen zu Verunreinigungen im Kühlkreislauf der Boote, damit sind die Skipper gezwungen, nach der Fahrt das System zu reinigen oder den Impeller zu tauschen. 

Ein kleiner Yachtclub mit 32 Mitgliedern und einer 40-jährigen Vereinsgeschichte am Dortmund-Ems-Kanal, hat 2016 die Spundwand an dessen Heimathafen neu befestigen müssen, was mit knapp 15.000 €uro die Vereinskasse extrem belastet hat. Die Wasserverwirbelungen und Schädigung wurden vermutlich durch die Berufsschifffahrt bzw. durch die breiteren Euroschiffe, die mehr Tiefgang haben, verursacht. Die Wassertiefe liegt hier mittlerweile bei gerade 0,6 m, somit wird die Sliprampe für eigene Boote und die Boote des DLRG und der Feuerwehr nicht mehr nutzbar sein und voraussichtlich noch 2017 eingestellt werden müssen. Vor dem Hafen liegt in der Hafeneinfahrt eine Sandbank mit ca. 1,2 m Wassertiefe, mittig im Fahrwasser liegt die Wassertiefe ebenfalls nur noch bei 1,0 bis 1,2 m. Das Befahren des Hafens, als auch der Wasserwanderrastplätze ist für einige Boote jetzt schon kaum mehr möglich, ohne Schaden davon zu tragen.

Der Club kann die Kosten des Ausbaggerns, von ca. 20.000 Euro nicht aufbringen, da nur die Mitgliedsbei-träge als einzige sichere Einnahmequelle des Clubs gelten. Eine Umlage der Baggerkosten oder eine we-sentliche Erhöhung der Liegeplatzgebühren ist derzeit ebenfalls nicht zumutbar; zumal die Aufrechterhal-tung und Betrieb der Wasserwanderrastplätze durch die Beiträge der Mitglieder getragen werden. Der Verein appelliert an das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) die Anlieger zu unterstützen. Durch Gastlieger wird der Tourismus und Fremdenverkehr in dieser Region wesentlich gefördert; wenn der Sportboothafen nicht mehr genutzt werden kann, wäre das in niemandes Sinne. 

Die Bitte des Vereins scheint daher nur verständlich: das Baggerschiff der WSA für diese Maßnahme einzusetzen – und wie es auch andernorts vor Sportboothäfen und Marinas üblich ist, eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Schifffahrt mit entsprechenden Schildern (Sog- und Wellenschlag vermeiden) einzurichten.

Den DMYV interessiert diese Problematik und möchte wissen, ob es noch andere Clubs / Vereine / Interessensgruppen (bis 40 Mitgliedern) mit ähnlichen Schwierigkeiten gibt – und ob eine Lösung gefunden wurde, oder ob diese immer noch vor einem scheinbar unlösbaren Problem stehen? Wer sich hierzu äußern möchte, kann dies postalisch über die Geschäftsstelle (z. Hd. Frau Valeska Bergmann oder per Mail an bergmann@dmyv.de) schicken.

 

Weitere Informationen

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Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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