Reisebericht: Bootsurlaub auf der Lahn

Wunderschöne Landschaften entlang der Lahn machen den Törn zu einem Erlebnis.

Ein kurzer Anruf per Handy beim Schleusenwärter erleichtert das Schleusen.

Der 30m lange Anleger in Diez ist sehr zu empfehlen.

Die Saison für Bootsfahrer ist in vollem Gange und der Deutsche Motoryachtverband freut sich, die Erlebnisse der vielen begeisterten Motorbootfahrer zu teilen und interessante Reiseberichte sowie Insider-Tipps über verschiedene Reviere zu präsentieren. Werner Brandmüller war auf der Lahn unterwegs – einer von wenigen Bootsfahrern genutzten Wasserstraße – und einen interessanten Reisebericht verfasst:

Ich darf meinen Urlaubsbericht direkt mit dem Fazit unseres Törns starten: Die Lahn ist für jeden Bootsfahrer auf jeden Fall einen Besuch wert, insbesondere wenn man Ruhe und Erholung sucht.

Zugegeben, ich bin ein Lahn-Fan und habe vor vielen Jahren bereits wiederholt die Lahn besucht. Da in den letzten Jahren immer wieder die Befahrbarkeit der Lahn diskutiert wird, habe ich mich gemeinsam mit meiner Frau und zwei befreundeten Ehepaaren dazu entschlossen, unseren diesjährigen Urlaub auf der Lahn zu verbringen.

Wir starteten mit unseren Booten Condor, Marlin und Brandy in unserem Hafen in Budenheim. Die Fahrt durch das „Gebirge“ von Bingen bis hinter die Loreley ist wie immer ein besonderes Erlebnis. Nach knapp fünf Stunden ging es direkt in die Lahn und zur ersten Schleuse Lahnstein, die schnell genommen wurde.

Die Schleusen auf der Lahn sind alle in einem augenscheinlich ordentlichen Zustand. In Einzelfällen muss bei einer Schleusung mit zwei großen Booten wegen der Pollerabstände auch einmal die Anlegeseite gewechselt werden, was aber bei einer Schleusenbreite von 5,3 m absolut kein Problem  darstellt. Die Schleusenwärter waren alle ohne Ausnahme sehr freundlich und haben uns bei Bedarf sehr gut unterstützt. Wir haben in Frankreich deutlich schlechtere Schleusen erlebt.

Das Schleusen lief in der Regel ohne große Wartezeiten ab. Sehr hilfreich ist eine Anmeldung zur Schleusung per Handy. Dabei kann man sich mit dem Schleusenwärter optimal bezüglich des Zeitfensters der Schleusung abstimmen.

Verbesserungspotential besteht bezüglich der Kennzeichnung der Warteplätze und auch in der Einrichtung zusätzlicher Plätze. In diesem Punkt kann das WSA die Bootsfahrer mit kleinem Geld effektiv unterstützen.

Die Lahn ist problemlos und sehr gemütlich zu befahren. Man muss schon sagen: leider gibt es sehr wenig Bootsverkehr. Sportboote waren, trotz bestem Wetter und Haupturlaubszeit, nur vereinzelt unterwegs, obwohl die Landschaft sehr idyllisch ist. So schippert man entlang von Wiesen, Wäldern, reizvollen Ortschaften, kleineren Städten – abwechslungsreiche und schöne Eindrücke bieten sich dem Lahnfahrer dar. Wir genießen ganz einfach die Natur und die Ruhe. Mit der Flusstiefe hatten wir trotz Tiefgang unserer Boote keine Probleme. Die Wassertiefe der Lahn war im mittleren Flussbereich immer ausreichend.

Obwohl wir auf der Lahn mit drei Dickschiffen unterwegs waren haben wir auf unserer Fahrt immer die notwendigen Liegeplätze gefunden. Auch bei der Vorbereitung des täglichen Anlegens war uns unser Handy stets ein hilfreicher Unterstützer. Ein kurzer Anruf bei dem vorgesehenen Club auf unserem Törn und die Anlegemöglichkeiten wurden im Voraus gesichert und die Clubs haben uns immer freundlich begrüßt. Städte wie Nassau, Dausenau, Obernhof, Limburg konnten wir wegen unzureichender Kennzeichnung von Gaststegen bzw. nicht vorhandener Gastplätze nicht anlaufen.
Auch hier wieder ein Wunsch der Crews: eine bessere Kennzeichnung möglicher freier Plätze würde das Anlanden zusätzlich erleichtern. Auch in größeren Städten wie Bad Ems, Nassau oder Limburg könnte man etwas deutlicher aufzeigen, dass Gäste willkommen sind und an bestimmten Stellen anlanden können. Die Städte bieten einfach zu wenig an.

Eine Ausnahme stellt hier Diez dar, die einen ca. 30 m langen komfortablen Anleger zum Anlanden anbieten. In Summe waren wir 14 Tage auf der Lahn. Es war eine gemütliche, romantische und unproblematische Fahrt mit vielen schönen und bleibenden Eindrücken. Die Lahn war diese Reise wert und wir werden mit Sicherheit zurückkommen.

Es wäre einfach schön und ist auch für den Erhalt der Lahn zwingend notwendig, wenn mehr Bootsfahrer Ihren Urlaub oder auch einen Teil davon auf der Lahn verbringen würden.
Text: Werner Brandmüller

Die im Törn-Bericht aufgeführten Marinas, Schleusen und Vereinshäfen etc. finden Sie natürlich im Törn-Atlas des Deutschen Motoryachtverbandes.

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Die Törn-Tipps der Lahn  im Überblick:

-          Schleusenhäuschen Lahnstein – gute Gastronomie, ausreichend Liegeplätze

-          MBC Bad Ems – gute Liegemöglichkeit direkt bei der Stadt

-          MYC Schaumburg/Balduinstein – gute Liege- und Essensmöglichkeiten, gute Tagesausflüge

-          BC Limburg/Dehrn – ausreichend Liegeplätze, sehr gute Einrichtung, Supermarkt vor der Tür guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Limburg und Runkel per Fuß oder Bus

-          Diez – guter Anleger mit Strom- und Wasserversorgung, schöne Altstadt mit nettem Shopping

-          Laurenburger Bootsclub – ausreichend Liegeplätze, Gastronomie im Ort

-          Hafen Hollerich - sehr ruhiger Hafen, Selbstversorgung(Grillen), Ausgangspunkt für schöne Wanderungen z.B. zur Weinverkostung nach Obernhof

-          Schleusenhäuschen Lahnstein  - Lahnsteiner Krüstchen ist einen 2. Besuch wert

-          St. Goar Funboatmarina – schöner Hafen, gute Versorgung, schöne Stadt direkt beim Hafen

-          YC Bingen – großer Club, viele Liegemöglichkeiten, gutes Essen

-          WSF Budenheim – toller Naturhafen

 

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