Reaktion auf: „Schlammfahrt in den Häfen“

Nach Erscheinen der letzten WasserSport Nr. 6 erhielt der DMYV die ersten Reaktionen auf die geschilderte Schlamm-Problematik. Sollten von anderen Motorbootsport Clubs Lösungen, Vorschläge oder Möglichkeiten gefunden worden sein, bittet der DMYV um eine Kontaktaufnahme um einen Dialog in die Wege leiten zu können.

  • Der HBV Haßmersheim, ein 1993 gegründeter Wassersportverein am Neckar. Seit diesem Zeitpunkt hat der Verein den ehemaligen Schutzhafen vom WSA gepachtet. Die Verträge die seither mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung geschlossen wurden sehen es vor, dass die Kosten der Verschlammung und der Instandhaltung der Uferböschung auf den Pächter, umgelegt werden. Erfahrungsgemäß haben die Schäden sowie die Verschlammung ihre Verursachung nicht im Motorbootsport. Vielmehr ist durch die Berufsschifffahrt mit einem immensen Sog- und Wellenschlag, der in den letzten Jahren immer stärker zunimmt, zu Auskolkungen an der Uferböschung gekommen. Über die Jahre hinweg ist die Einfahrt bis in die Hafenmitte immer stärker verschlammt, was durch Verwirbelungen und Hochwasser größtenteils verursacht ist. Bei Abschluss des Pachtvertrages ist dem Verein angeraten worden, Rücklagen für die Bagger- und Entsorgungskosten zu bilden. Aufgrund von Instandhaltungsmaßnahmen an der Steganlage sind diese aber zu großen Teilen aufgebraucht. Nun steht der Verein in absehbarer Zukunft vor der Aufgabe Baggerarbeiten ausführen zu müssen, um die Nutzbarkeit der wunderschön gelegenen Hafenanlage erhalten zu können. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung unterstützt dies sicherlich mit allen möglichen Mitteln. Dazu sind bereits Gespräche mit dem Außenbezirk geführt worden, so dass ggf. auch Synergieeffekte genutzt werden können. Für nicht verursachte Aufwendungen einzustehen ist hart, zumal in Haßmersheim ein kleines Naherholungsgebiet unterhalten wird. Jährlich nutzen ca. 200 Gastboote aus verschiedenen Richtungen die Möglichkeit, das schöne Neckargebiet kennen zu lernen. Aufgrund einer Kostenschätzung für die bevorstehende Ausbaggerung wird die Existenz des Vereines als stark gefährdet gesehen. Das gebotene Ausmaß an Baggerarbeiten wird wohl nicht vollumfänglich geleistet werden können, wenn es überhaupt geleistet werden kann. Der Verein ist der Meinung, dass hier grundsätzlich die politischen Vorgaben zur Vertragsgestaltung vom Ministerium zugunsten der wassersporttreibenden Vereine geändert werden sollte. Nur so kann der Wassertourismus entsprechend im Ehrenamt erhalten werden. Dies sollte den Entscheidungsträgern der Politik bewusst sein.
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  • Der Bootsclub Limburg ist ebenfalls davon betroffen. Bei Niedrigwasser der Lahn können die hinteren Liegeplätze im inneren Hafenbecken kaum genutzt werden. Die Kosten für das Ausbaggern und der Entsorgung des ausgebrachten Schlammes kann der Bootsclub nicht aufbringen. Hinzu kommt, dass der ausgebaggerte und untersuchte Schlamm eventuell noch als belastet deklariert werden könnte. Auch in Limburg an der Lahn ist bis jetzt leider keine passende Lösung gefunden worden. Der Club ist äußerst daran interessiert, eine Lösung zu finden. 
  • Ein Wassersportclub mit 30 aktiven Mitgliedern im Motorboot- und Kanusport liegt an der Aller km 98,6 im Kreis Verden. Auch dort gibt es das Problem mit dem Schlamm. Das Hochwasser bringt zusätzlich auch sehr viel Unrat, Sand und vieles mehr mit in den Hafen. Letztes Jahr ist für 2.500,- € eine Analyse in Auftrag gegeben worden, um sicher zu stellen, ob der Hafenschlamm Schadstofffrei ist – er ist Schadstofffrei. Nun kann der Hafenschlamm entsorgt werden. Das WSA Verden kann oder darf es nicht, hatte aber gleich eine Firma genannt die derzeit in der Weser Ausbaggerungen vornahm. Der Wassersportclub nahm das Angebot von 14.000 € direkt an, weil es auf dem Rückweg der Firma lag; eine eigene Anfahrt käme den Wassersportclub zwischen 30.000,- und 39.000,-€. Der vereinbarte Termin am 15. Mai ist aufgrund von Niedrigwasser kurz zuvor abgesagt worden. Nun müssen die Bootsanlieger erst einmal beruhigt und auf den Herbst vertröstet werden – und abwarten welche Möglichkeiten noch angeboten werden. Der Club bedauert es, dass das WSA nicht helfen kann oder nicht darf. Die Mitglieder glauben, dass keiner an den Wasser-Tourismus denkt, der doch überall seinen Reiz hat und die Möglichkeit bietet, etwas Neues zu erleben.
  • Auch die Nutzer der oberen Ems kennen dieses Thema. Der Fluss zwischen der Schleuse Listrup und der Stadt Rheine ist stellenweise nur noch 60 cm tief. Fahrgastschiffe und die Mitglieder des Motor-Boot-Club Salzbergen können mit Fahrzeugen die einen größeren Tiefgang haben ihre Liegeplätze bzw. Salzbergen und Rheine nicht erreichen. Die Vorschläge der IG Ems, beim WSA an den flachen Stellen Leitdämme zu installieren sind bisher nicht umgesetzt worden. Hinter diesen Dämmen können wertvolle Biotope entstehen. Die Forderung an das WSA, ist wie bisher durchgängig eine Wassertiefe von einem Meter sicherzustellen.
  • Der MBC Benningen meldet sich ebenfalls mit Problemen mit der Verschlammung. Insbesondere an der Schwimmsteganlage ist die Wassertiefe an der Landseite dermaßen flach, dass die Boote nur noch mit hochgezogenem Antrieb und per Hand nach vorne gezogen werden können. Mehrere Anfragen beim WSA Stuttgart, Außenstelle Marbach, ergaben das der Club selbst für die Entsorgung der kontaminierten Schlämme aufkommen muss. Dies ist für einen kleinen Verein finanziell nicht zu bewerkstelligen. Der MBC sieht sich außerstande, die notwendige Wassertiefe wieder herzustellen. Über die Initiative des DMYV die Problematik der Verschlammung bekannt zu machen, ist der Club dankbar.

 

 

Weitere Meldungen und Berichte zu diesem Thema (Betreff: Schlammfahrt) senden Sie bitte an:
bergmann(at)dmyv.de
oder an die Geschäftsstelle in Duisburg: Vinckeufer 12 - 14, 47119 Duisburg.

 

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