Menschen an der Lahn brauchen Planungssicherheit

Bundestagsabgeordnete fordern in Gesprächsrunde mit regionalen Vertretern aus Wirtschaft und Politik Zukunftsplan für Lahntal

Gegenwart und Zukunft der Lahn war Thema eines Informationsgesprächs zwischen regionalen Vertretern aus Politik und Wirtschaft und den Bundestagsabgeordneten Gabi Weber (SPD) und Dr. Andreas Nick (CDU) Ende Juli in Bad Ems. Die Bundestagsabgeordneten für den Westerwald und den Rhein-Lahn-Kreis wollten sich aus erster Hand über die Situation im Lahntal informieren. Vorausgegangen war ein gemeinsam von den IHKs in Rheinland-Pfalz und Hessen, der Wirtschaftsförderung Rhein-Lahn und PROLAHN erarbeitetes Positionspapier zur Bundeswasserstraße Lahn, das die Verfasser mit einem Begleitschreiben des Landrates des Rhein-Lahn-Kreises Frank Puchtler (SPD) an die heimischen Bundestagsabgeordneten gesendet hatten.

In den Gesprächen machten Landrat Puchtler, Richard Hover, Regionalgeschäftsführer als Vertreter der IHKs Rheinland-Pfalz und Hessen, Vanessa Auer von der Wirtschaftsförderung Rhein-Lahn sowie Vertreter von PROLAHN um den 2. Vorsitzenden, Winfried Münch, deutlich, wie wichtig die Lebensader Lahn für die gesamte Region sei. Sie forderten, dass das Lahntal als ein aus Jahrhunderten gewachsenes Kulturgut, in der heutigen Form erhalten bleiben müsse. Zum einen sei es für die regionale Bevölkerung ein wichtiges Naherholungsgebiet. Zum anderen sei es ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, da rund 1.650 Betriebe mit 10.000 Arbeitsplätzen unmittelbar mit der Lahn zusammenhingen. Allein das Tourismusgewerbe im Lahntal komme auf ein jährliches Umsatzvolumen von 745 Mio. Euro. So kämen jedes Jahr Touristen aus Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und der Schweiz an die Lahn, um hier mit Kanu, Ruderboot, Kajütboot oder gemietetem Hausboot die einzigartige Flusslandschaft zu genießen.

Der ländliche Raum verwaist

Die Organisatoren äußerten starke Bedenken gegenüber der "Wasserrahmenrichtline (WRRL)", dem "Blauen Band der EU" und dem vom Hessischen Umweltministerium initiierten Projekt "LiLa Lahn". Sie warnten die Abgeordneten vor den schlimmen Folgen, die eine Renaturierung hätte, die ohne Berücksichtigung der landeskulturellen Besonderheiten des Lahntales stattfände.

Hauptkritikpunkt war die lange Laufzeit des Projektes "LiLa Lahn" bis 2027. Dessen Folge sei eine politisch hausgemachte Unsicherheit, die für Lahntalbewohner untragbar sei. Schon jetzt traue sich kaum ein von der Lahn abhängiges Unternehmen zu investieren; Hotels, Restaurants, Gaststätten fänden kaum noch einen Nachfolger. Wenn bis 2027 nichts oder bestenfalls wenig zum Erhalt der Lahn und der Region getan werde, würden einige Unternehmen diese zehn Jahre nicht überstehen.

Die Vertreter von PROLAHN wiesen zudem darauf hin, dass mit einem vergleichbar geringen finanziellen Aufwand und gutem Willen aus Berlin notwendige Maßnahmen zur Instandhaltung vieler Fahrrinnen, Wehre und Schleusen möglich wären. Ebenso forderten sie eine bessere Kommunikation mit dem Schleusenpersonal und den Arbeitern im Wasserbau, um diesen die Angst um ihren Arbeitsplatz zu nehmen und für eine positive Einstellung zur Schifffahrtsverwaltung zu sorgen.

Die beiden Abgeordneten waren sich nach dem Informationsgespräch einig, dass ein Zukunftskonzept Lahn zeitnah entstehen müsse. Darin müsse sichergestellt werden, dass die Lahn in ihrem heutigen guten ökologischen Zustand als wichtige Lebensader erhalten werden müsse. Weber und Nick versprachen, mit den Verantwortlichen in Berlin zu sprechen.

Puchtler regte an, alle Akteure an einen Tisch zu bringen, die Argumente der beteiligten Interessengruppen zu diskutieren und einen Aufgabenplan zu erstellen, um klare Entscheidungen für die Lahn herbeizuführen.


Quelle: PROLAHN

 

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