Zeitliche Chronik des Deutschen Motoryachtverbandes e.V. (DMYV)

1906

Anfang des Jahres 1906 wurde eine Interessenvereinigung für die Bootssportler unter dem Namen „Deutscher Motorbootclub” gegründet.

1907

schlossen sich die kaiserlichen Bootsfahrer im „Kaiserlichen Yacht Klub” und im „Rheinischen Motoryacht Klub” zusammen. Die einen stellten den Rennsport, die anderen den Fahrtensport in den Vordergrund.
Admiral à la Suite von Arnim überzeugte die Clubs von der Notwendigkeit der Gründung eines Dachverbandes. Am 28. November 1907 wurde in Berlin der Deutsche Motoryachtverband gegründet.
Zum Präsidenten wurde Seine Durchlaucht Victor Herzog von Ratibor gewählt. Von Arnim übernahm das Amt des Vizepräsidenten, Geheimrat Prof. Dr. h. c. C. Busley wurde 1. Vorsitzender, Konsul H. Kustermann stellvertretender 1. Vorsitzender und Dr. P. Jeserich 2. stellvertretender Vorsitzender. Dem Präsidium gehörten die Beisitzer an: Konteradmiral D. Sarnow, R. von Carstanjen, Rudolph Hertzog.
Dem neugegründeten Verband schlossen sich zunächst sieben Vereine an. Der Jahresbeitrag betrug 50 Mark, danach 70 Mark pro Stimme. Somit verfügte der Verband Ende 1909 über ein Verbandsvermögen von 7.500 Mark.

1915

Durch den 1. Weltkrieg war der Bootssport zum Erliegen gekommen. Aber bereits im Jahre 1915 begann der Neuaufbau. Im Verband waren wieder elf Vereine mit mehr als 9.000 Mitgliedern bei einem Bestand von rund 500 Booten.

1923

reduzierte die Inflation das Verbandsvermögen von über 14 Millionen Mark auf einen Wert von 193,55 Mark im Jahr 1924.
In gleicher Weise schrumpfte der Mitgliederbestand auf nur noch drei Vereine, in denen 718 Mitglieder mit 360 Booten organisiert waren.

1924

war gekennzeichnet von einer Normalisierung und Aufwärtsentwicklung.

1925

schuf die Regierung einen Wassersportbeirat; die seit 1915 bestehende Kennzeichnungspflicht für Boote wurde aufgehoben. Erstmals konnten die Mitglieder von Verbandsvereinen eine „Verbandsregistrierung” in Anspruch nehmen. Dies erfolgte über die Ausgabe der „Standerscheine”. Verbunden war damit die Anerkennung der Flaggen der Vereine.

1927

betrug die Mitgliederzahl 13 Vereine mit 1.896 Mitgliedern und 778 Booten. Mitglieder der Verbandsvereine erhielten 50 % Nachlass auf die Schleusengebühren und sonstige Vergünstigungen auf bestimmten Strecken.
Nach dem Tode des zweiten Vorsitzenden, Geheimrat Busley, wurde Vizeadmiral a. D. Hoppmann zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt.
Das Vereinsleben wurde durch sportliche und gesellige Veranstaltungen immer breiter, was sich auch in der Mitgliederzahl positiv niederschlug. Im Yachtregister des DMYV waren 1.200 Boote registriert.

1930

gab es nach einer internationalen Regatta auf dem Templiner See unüberwindbare Differenzen zwischen dem DMYV und dem ADAC, was zum Austritt des Auto Mobilclubs führte. Aufgrund der politischen Entwicklung trat er jedoch wieder bei.

1950

hinterließen Krieg und Nachkriegszeit auch im Bereich der Sportschifffahrt ihre Spuren. Die erste Veranstaltung nach dem Krieg konnte 1950 in Berlin ausgetragen werden. An einer kleinen Wettfahrt beteiligten sich 80 Boote.

1951

konnte der DMYV wieder Mitglied in der Union Internationale Motonautique (UIM) werden. Der erste internationale Fahrtenwettbewerb „Pavillion d ‘Or”, organisiert vom ADAC und AvD, brachte eine weitere Belebung des motorisierten Wassersports.

1954

fand erstmals wieder unter dem Titel „Wassersport am Wochenende” eine Bootsausstellung in Berlin statt.
Zur selben Zeit führte der DMYV seinen ersten Verbandstag nach dem Krieg durch. Zum 1. Vorsitzenden wurde Jules Köther gewählt.

1957

Verlegung der Geschäftsstelle des Verbandes von Berlin nach München.

1959

Anlässlich des Verbandstages in Wiesbaden wählten die Delegierten den international bekannten Motorsportler Ernst Henne zum neuen Verbandspräsidenten. Ihm gelang es, dem DMYV wieder Geltung und Ansehen zu verschaffen.

1961

führte der DMYV die Motorbootführerscheine A (Binnen), B (Küste) und C (See) ein. Damit wurde ein richtungsweisender Beitrag zur Sicherheit auf dem Wasser geleistet.

1967

honorierte die Bundesregierung die Vorarbeiten auf dem Gebiet des Führerscheinwesens und beauftragte den DMYV mit der Durchführung des Prüfungs- und Erteilungsverfahrens für den Motorbootführerschein. Damit war der Verband erstmals mit hoheitlichen Aufgaben beliehen.

1968

holten die Rennfahrer des Verbandes sich im In- und Ausland viele Welt- und Europameistertitel. Einige erhielten das „Silberne Lorbeerblatt”, die höchste deutsche Sportauszeichnung. Die Beteiligung an Bootsausstellungen war für den Verband seit Jahren selbstverständlich.

1970

wuchs der Mitgliederbestand auf ca. 13.000 Boote. In der Bundesrepublik waren 11 amtliche und 58 verbandseigene Prüfungskommissionen tätig. Annähernd 60.000 Motorbootfahrer waren im Besitz eines Führerscheines. Der DMYV zählte 112 Vereine als Verbandsvereine. Die Betreuung der Verbandsvereine übernahmen ehrenamtlich tätige Regionalvertreter.

1972

erfolgte die Verlegung der Geschäftsstelle von München nach Hamburg.

1973

schlug Präsident Ernst Henne beim Verbandstag in Düsseldorf als Nachfolger Alexander Basting vor, der gewählt wurde. Präsident Henne wurde zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt.

1974

übernahm der Verband erstmals Aufgaben im Seeverkehrsgebiet des Bundes. In zahlreichen nationalen und internationalen Gremien waren die Präsidiumsmitglieder mit Führungsaufgaben betraut.

1975

erklärte sich die Bundesregierung bereit, aufgrund der Resolution Nr.13 der Europäischen Wirtschaftskommission (ECE) in Genf in Europa für Wassersportfahrzeuge das Internationale Verbands-Zertifikat einzuführen. Der DMYV wurde beauftragt, dieses Bootspapier für seine Mitglieder auszustellen.

1976

erhielt der Verband den Auftrag zur Erteilung des amtlichen Bootsführerscheines für die Berliner Gewässer. Die zunehmende Verwaltungsarbeit aufgrund hoheitlicher Aufgaben erforderten die räumliche Erweiterung der Geschäftsstelle. Das Verbandsvermögen von rund einer Million gestattete den Kauf eines Hauses in Hamburg.

1977

In diesem Jahr traten 21 neue Vereine bei, womit die Zahl der Mitgliedsvereine auf 218 angestiegen war. Mit dem Abschluss des Vertrages über die pauschale Abgeltung der Schleusengebühren für bundesdeutsche Gewässer wurde eine wesentliche finanzielle Entlastung für den einzelnen Sportbootfahrer erreicht. Der DMYV zahlte jährlich 75.000 DM.

1978

wurde die neue Sportbootführerscheinverordnung BINNEN verkündet, die ein Jahr später in Kraft trat. Die Bundesregierung übertrug den Wassersportverbänden das gesamte Prüfungs- und Erteilungsverfahren. Ebenso die Prüfung und Erteilung des Nachweises über den Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen (Seenotsignalmunition).

1979

Beim Verbandstag in Hamburg konnte das Präsidium berichten, dass 289 Wassersportvereine mit rund 112.000 Mitgliedern dem DMYV angeschlossen sind. Die 32 Prüfungskommissionen und 11 Prüfungsausschüsse des DMYV hatten insgesamt 250.000 amtliche Sportbootführerscheine Küste, 125.000 amtliche Sportbootführerscheine Binnen sowie 15.500 Berliner Bootsführerscheine erteilt. An Zuschüssen an die Verbandsvereine konnten im Vorjahr für die Förderung der Sicherheit und Leichtigkeit des Sportbootverkehrs rund 115.000 DM ausgeschüttet werden. Mit Aufklärungs- und Informationskampagnen trug der DMYV wesentlich zur Verbesserung des Umweltbewusstseins bei den Sportschiffern bei.

1981

zählte der Verband 317 Verbandsvereine mit etwa 120.000 Mitgliedern. Im Oktober bezog der DMYV seine eigenen Büroräume.
Wassersport und Wassertourismus fanden immer mehr Anhänger und auf die fachbezogenen Ausschüsse, Kommissionen und auch die Landesbeauftragten kam immer mehr Arbeit zu. Auch im Ausland war das Engagement des DMYV gefordert. Es wurden Verbesserungen in den Häfen und Vereinfachungen bei administrativen Belangen erreicht.

1984

erschienen erstmals die DMYV-Berichte, welche seither monatlich an alle Verbandsvereine und interessierte Stellen zum Versand kommen. Das Stützpunktnetz wurde ausgebaut.

1985

wurde Alexander Basting beim Verbandstag in Hamburg als Präsident bestätigt. Die beachtlichen Zuschüsse an die Verbandsvereine für Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf dem Wasser für den Bereich Umwelt- und Naturschutz stellten, wie auch in den vergangenen Jahren, eine bedeutende Leistung des Verbandes dar.

1985 / 1986

bezuschusste der Verband seine Mitgliedsvereine mit rund 214.000 DM für Aufgaben im Rahmen des Bereiches Sicherheit und Leichtigkeit im Sportbootverkehr. Damit erreichte dieser Ausgabeposten seit 1981 insgesamt 884.000 DM. Für die Jahre 1986/87 stellte der DMYV für Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen einen Betrag von 250.000 DM bereit.
Sportliche Veranstaltungen wurden in 85/86 mit 138.000 DM bezuschusst, seit 1975 lagen die Aufwendungen hierfür bei insgesamt 838.000 DM.
Die Abgeltung für Schleusengebühren betrug 75.000 DM.
Mit seinem Wirken in nationalen und internationalen Gremien (DSB, AIT, UIM, PNIC, EBA, ICOMIA, IMEC, USGS, IWGB etc.), den Kontakten zu in- und ausländischen Behörden, konnte der DMYV wesentlich zur Freizügigkeit auf dem Wasser beitragen.
Die Zahl der Verbandsvereine hatte sich auf 380 Clubs erhöht. Der Verband hatte 214 anerkannte Ausbildungsstätten. Für die Rechtslagebescheinigung „Flaggenausweis” bearbeitete der Verband von 1981 bis 1986 4.158 Anträge. Ende 1986 hatte der DMYV 158 Stützpunkte, davon 21 im Ausland.

1987

feierte der Verband, anlässlich des Verbandstages in München, sein 80-jähriges Jubiläum. Die besondere Struktur bei der Stimmenverteilung brachte dem ADAC als einem von rund 400 Verbandsvereinen so viel Gewicht, dass der ADAC mit seiner Stimmenmajorität alle Beschlüsse innerhalb der Verbandstage allein entscheiden konnte. Diese Unausgewogenheit wurde von den Vorsitzenden der Verbandsvereine nicht mehr akzeptiert. Eine entsprechende Änderung der Satzung konnte bei diesem Verbandstag nicht durchgesetzt werden.
Im gleichen Jahr erhärtete sich der Verdacht, dass in der Geschäftsstelle Unkorrektheiten zum finanziellen Schaden des Verbandes entstanden sein sollten.
Der Präsident erklärte am 15. August 1987 seinen Rücktritt mit der Begründung, er übernehme die politische Verantwortung für die Vorgänge.
Im Nachhinein wurde jedoch sichtbar, dass hier die Kontrollfunktionen, die nicht allein dem Präsidenten obliegen, nicht mit der erforderlichen Sorgfalt wahrgenommen wurden.

1988

waren beim außerordentlichen Verbandstag am 27./28. Februar 1988 in Frankfurt so viele Mitgliedsvereine vertreten, wie noch nie zuvor in der Verbandsgeschichte. Durch die Geschehnisse sahen die Delegierten die Möglichkeit, eine grundsätzliche Änderung einzuleiten.
Es kam zur Wiederwahl des Präsidenten Alexander Basting. Dieser Wahl ging der Ausschluss des ADAC-Stimmenpaketes voraus. Der ADAC erwirkte gegen diese Mitgliederentscheidung eine einstweilige Verfügung, so dass alle Beschlüsse des außerordentlichen Verbandstages hinfällig waren.

1989

wurde der Verband bis April durch einen Notpräsidenten geführt. Mit den Ergebnissen beim ordentlichen Verbandstag am 8./9. April 1989 erzielten die Delegierten die angestrebte Wende im Deutschen Motoryachtverband und wählten Alexander Basting zum Präsidenten.
Der ADAC hatte zuvor seinen Austritt erklärt. Der Großteil der ADAC-Ortsclubs wurde ordentliches Mitglied im Verband.
In einer Satzungsänderung wurde die maximale Stimmenzahl pro Verein auf zehn Stimmen begrenzt. Zum Ende des Jahres 1989 waren über den DMYV in den 391 Mitgliedsvereinen 105.000 aktive Bootsfahrer erfasst.
Im Jahr 1989 wandte der DMYV für Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen, sowie für Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf dem Wasser wiederum über 90.000 DM auf. Die Verbände hatten über 500.000 Führerscheine „SEE” ausgegeben und der DMYV ca. 400.000 Binnenführerscheine erteilt.

1990

Die im Jahr 1990 gegründete Sportbootvereinigung (SBV) im DMYV eröffnete Einzelpersonen den Zugang zu den Leistungen des Verbandes. Bis zum Jahresende waren bereits 2.500 Bootsfahrer Mitglied geworden.

1991

fand der Verbandstag in Würzburg statt. Die 210 anwesenden Vereinsdelegierten vertraten 546 Stimmen bei der Abstimmung über eine neue Satzung, die angenommen wurde. Dr. Lucke / Brandenburg wurde in das Präsidium gewählt um die fünf neuen Länder von dieser Position aus zu betreuen.

1992

wird in den verschiedenen Gremien die neue Jugendsatzung behandelt. Verschiedene Umstände machen eine Straffung des Führerscheinwesens erforderlich. Mit der Leitung des Referates wird RA Wolfgang Bleser beauftragt. Zum Jahresende war die SBV auf 4.500 Mitglieder angewachsen. Die Umweltproblematik wurde dezentralisiert und 212 Umweltbeauftragten in den Vereinen übertragen.

1993

überschattete ein neuer Vorstoß zur Änderung der Registrierung/Kennzeichnung den Jahresbeginn. Zu einer Bootsbesteuerung kam es wegen massiver Einsprüche nicht. Der Verbandstag in Berlin wurde mit Spannung erwartet, da der langjährige Präsident A. Basting eine erneute Kandidatur abgelehnt hatte. Franz Lang wurde sein Nachfolger. Zum 1. Vizepräsidenten wurde Winfried Röcker und zum 2. Vizepräsidenten und Schatzmeister Friedhelm Sträter gewählt. Mit der Reduzierung auf neun Personen im Präsidium, acht Referaten und dem Fortfall von weiteren Gremien wurde die Verbandsspitze gestrafft. Die Landesverbände übernahmen wesentliche Aufgaben. Alexander Basting wurde zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt.

1994

begann der DMYV das Jahr mit 505 Vereinen und 5.350 Mitgliedern in der SBV. Die Darstellung des DMYV wurde unter Beibehaltung des Logos und der Farbe modernisiert. Der Binnenfahrtenführer mit den neuen Ländern und dem Main-Donau-Kanal kam mit seiner 8. und das Handbuch mit seiner 16. Auflage auf den Markt. Erstmalig wurde eine Karte der Wasserstraßen Deutschlands unter dem Zeichen des DMYV herausgebracht. Anfang des Jahres kaufte der DMYV das ehemalige Gästehaus der Thyssen Stahl AG in Duisburg und baute es zum Verwaltungs- und Seminargebäude des Verbandes um. Als Untermieter zog die Geschäftsstelle der SBV von Hamburg nach Duisburg.

1995

fand der Verbandstag am 1./2. April in Baden-Baden statt. Für das ausscheidende Mitglied des Präsidiums Bruno Buchta, der wegen Erreichens des Pensionsalters nicht mehr kandidierte, wählten die Delegierten Jürgen Idel neu ins Präsidium.
Auf dem Verbandstag schlug das Präsidium vor, die Geschäftsstelle des Verbandes von Hamburg in das neue Verwaltungs- und Seminarzentrum nach Duisburg zu verlegen. Dieser Vorschlag fand Zustimmung. Unter Beibehaltung der Geschäftsstelle in Hamburg (Führerscheinwesen) erfolgte nach und nach die Verlegung aller anderen Referate nach Duisburg.
Die SBV wuchs 1995 auf über 7.000 Mitglieder an und ist damit der mitgliederstärkste Verein, der dem DMYV angeschlossen ist.

1996

wurde die Verlegung der Geschäftsstelle des DMYV von Hamburg nach Duisburg abgeschlossen. Die Führerscheinabteilung bleibt als Außenstelle in Hamburg.
Die Organisationsstrukturen wurden durch den neuen Geschäftsführer Florian Rummel, der zur Jahresmitte Hermann Kümmerle ablöste, den neuen Anforderungen angepasst.
Anfang des Jahres trat Friedhelm Sträter von seinem Amt als 2. Vizepräsident und Schatzmeister zurück. Als kommissarischer Nachfolger wurde Hans-Christian Wehmeier bestimmt.
Der Binnenfahrtenführer erschien in der 9. Auflage. Durch Anschaffung einer Druckanlage konnte der DMYV fortan einen Großteil seiner Druckwerke selbst produzieren. Gleichzeitig wurden die Broschüren neu überarbeitet und aufgelegt.

1997

auf dem Verbandstag in Bremen kandidierte Franz Lang nicht mehr als Präsident. Als Nachfolger wurde Winfried Röcker als Präsident, Hans-Ekkehard Plöger als 1. Vizepräsident und Hans-Christian Wehmeier als 2. Vizepräsident und Schatzmeister gewählt.
Der Verbandstag beschloss neben einer Bundesjugendordnung, das Präsidium auf sieben Mitglieder zu reduzieren. Somit wurden als Beisitzer gewählt: Bernd Schauwenz, Ernst Teschke, Marco Feltgen, Dr. Günter Lucke. Das Referat Raumordnung wurde mit dem Referat Umwelt/Naturschutz zusammengelegt.
Die Zahl der Mitgliedsvereine war auf 533 gestiegen. Die SBV hat 7193 Mitglieder. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde seit Jahresbeginn durch die Geschäftsstelle betreut.

1998

brachte das Jahr eine Konsolidierung auf allen Ebenen. Im Ehren- sowie im hauptamtlichen Bereich gab es kaum Veränderungen. Die Fehlbeträge aus den Vorjahren, u. a. durch den Immobilienkauf in Duisburg, wurden ausgeglichen. Die Mitgliederzuwächse sowohl in den Vereinen als auch der SBV pendelte sich auf niedrigem Niveau ein. Damit lag der DMYV im Trend aller DSB-Verbände.
Zur Betreuung der Ausbildungsstätten wurde in sechs Städten jeweils ein Info-Tag durchgeführt. 22 Vereine hatten zu überregionalen Sternfahrten eingeladen. Im Süden war eine stärkere Nachfrage als in den vergangenen Jahren nach Fahrten auf der Donau zu spüren.

1999

wurde auf der 30. „boot“-Ausstellung in Düsseldorf die neue Rennbootklasse des DMYV erstmals vorgestellt. Der DMYV hat zehn Rennboote für Nachwuchsfahrer gekauft und startet mit dieser neuen Rennklasse eine Wiederbelebung des Motorbootrennsportes, der an Bedeutung zu verlieren drohte.
Ebenfalls auf der „boot“ war eine verstärkte Nachfrage nach Charterangeboten in fernen Revieren zu spüren. Eine Umfrage im Februar hatte gezeigt, dass 60 % der Motorbootführerscheine erworben werden, um anschließend ein Boot zu chartern. Im Januar verstarb nach langer Krankheit, dennoch unerwartet plötzlich, der ehemalige Präsident, Franz Lang, auf dessen Namen das erste Rennboot der neuen Klasse in Düsseldorf getauft wurde.
Der Verbandstag in Cottbus brachte keine personellen Veränderungen, aber eine stärkere Position der Jugendarbeit innerhalb des Organisationsgefüges.
Bei zehn Motorbootrennen konnten vier Europameisterschafts- und ein Weltmeisterschaftslauf durchgeführt werden.
Der DMYV übernimmt erstmalig die Schirmherrschaft für Rennveranstaltungen von Aquabikes.

2000

fand in Kassel erstmals in der Geschichte des Verbandes der erste Bundesjugendtag unter Beisein des Oberbürgermeisters statt. Auf Welt- und Europameisterschaften konnte die DMYV-Jugend und die Rennbootfahrer mehrere Titel erringen. Der Jetbootsport wird endgültig in den Verband integriert. Eine Sonderkommission erarbeitet eine Studie „Der Deutsche Motoryachtverband im neuen Jahrtausend“. Das Stützpunktsystem wird neu überarbeitet. 30 Prüfer und Prüfungsausschussvorsitzende des DMYV werden verabschiedet und mit der silbernen. bzw. goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Die Verbandszeitung „DMYV-Berichte“ erscheint jetzt monatlich.
NRW beginnt mit dem Ausbau einer sportbootgerechten Infrastruktur auf den Bundeswasserstraßen und setzt damit ein Signal für das übrige Bundesgebiet.
Der DMYV wird ideeller Träger der „hanseboot“ der Hamburg Messe und Congress GmbH

2001

Der Verbandstag in Heilbronn brachte Veränderungen im Präsidium. Das Präsidium setzt sich jetzt zusammen aus: Präsident: Winfried Röcker, 1. Vizepräsident: Dieter Sudmann, 2. Vizepräsident: Hans-Christian Wehmeier. Als Beisitzer Achim Tödte, Dr. Günter Lucke, Manfred Gäng, Ernst Teschke.
Die Einführung der „DMYV-Yachtcard“ ermöglicht, den Inhabern Vorteile bei Reisen, Wareneinkauf, Messebesuchen und bietet Versicherungsschutz bei Auslandsaufenthalten.
Am Bodensee veranstaltet der DMYV die erste Jugendweltmeisterschaft „2. World Championship Formula Future“. Ausrichter ist der Landesverband Motorbootsport Baden-Württemberg.

2002 / 2003

tagte mehrfach die Strategiekommission zur Schaffung eines modernen, zeitgemäßen Dienstleistungsverbandes. Das Ergebnis der Stützpunktkommission wurde umgesetzt. Die ersten Vereinshäfen erhielten das „Qualitätssiegel - maritim“. Ein „Willkommens- und Hinweisschild“, das auf die Angebote des Hafens hinweist, wird rege angenommen. Zur Belebung des Wassertourismus in Deutschland erscheint die erste vom Verband erarbeitete CD.
Das Ergebnis der Satzungskommission fand seine letzte Beratung im Workshop und der Delegiertenversammlung und wurde auf dem Verbandstag in Kühlungsborn beschlossen. Gleichzeitig wurde das gesamte Präsidium mit überwältigendem Votum in seiner Arbeit bestätigt. Ab 2003 ist der DMYV beauftragt, das Funkzeugnis (UBI) abzunehmen. Dies erfolgt durch die Prüfungsausschüsse Aurich, Hannover, Köln, München, Potsdam und Wiesbaden. Im Jugend- und Rennbootsport konnten unsere die Fahrer beachtliche Welt- und Europameistertitel mit nach Hause bringen.

2004 / 2005

hat sich das Qualitätssiegel - maritim - durchgesetzt und wird mehr und mehr von den Verbandsvereinen angenommen. Das Strategie-Papier wurde in einer Kommission des Länderrates und im Präsidium erarbeitet und beschlossen. Mit der Umsetzung soll nun begonnen werden. Auf dem harmonisch verlaufenden Verbandstag in Kassel im Jahr 2005 wurden die turnusmäßig ausgeschiedenen Präsidiumsmitglieder wiedergewählt. Es wurden zwölf neue Vereine in den DMYV aufgenommen.

2006 / 2007

wird nach Zusammenschluss des DSB mit dem NOK beim DOSB das Forum Wassersport gegründet. In mehreren Sitzungen mit dem BMV BS wird erreicht, dass die Wasserpachten für gemeinnützige Wassersportvereine um ein Drittel gesenkt werden.
Das Energiesteuergesetz erwirkt einen Tanknotstand. Sportboote können an den Bunkerstationen der Berufsschifffahrt nicht mehr tanken.
Aufgrund mehrerer tödlicher Unfälle wird vom BMV BS eine Sicherheitskonferenz einberufen. Nach dem Tod der Präsidiumsmitglieder H.-A. Tödte und Dr. Lucke sowie dem krankheitsbedingten Rücktritt von Herrn Wehmeier werden die Aufgabenbereiche im Präsidium und der Geschäftsstelle neu festgelegt.
Im Führerscheinwesen strebt der Bundestag die Deregulierung an.
In Leer / Ostfriesland veranstaltet der DMYV die Weltmeisterschaft „Formula Future“ mit einer Beteiligung von acht Nationen. Der Jugendkader des DMYV erringt den 2. Platz in der Gesamtwertung.
100 Jahre Deutscher Motoryachtverband mit großem Festprogramm beim Verbandstag in Köln. Präsidiumsmitglied E. Teschke wird für seine Leistungen geehrt, da er nicht wieder zur Wahl antritt. Neu ins Präsidium werden gewählt:
Dr. Patheimüller als Schatzmeister und Vizepräsident, H.-J. Gleffe (Vereine), D. Komm (Leistungssport), M. Martini (Breitensport)

2008 / 2009

wurde die B 1- Lizenz für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren nach der Probephase vom BMV BS endgültig in die Verordnung aufgenommen. Deutschland erhält von der UIM den Zuschlag für den „Pavillon d `Or“, der beim Internationalen Tourenskippertreffen in Leer ausgetragen wird.
Reinhard Gerber wird vom Bundespräsidenten mit dem „Silbernen Lorbeerblatt“ für die Erfolge im Rennbootsport ausgezeichnet.
Der DMYV unterschreibt das NADA-Konzept für Dopingkontrollen. Herr Wolfgang Bleser wird Dopingbeauftragter des Verbandes.
Zur Förderung des Nachwuchses wird das Konzept „Kids kommt ins Boot“ als Handreichung für die Vereine erarbeitet. Der DSV tritt der Initiative „Qualitätssiegel - maritim“ bei. Der MYC Germersheim wird auf der „hanseboot“ zum Verein des Jahres ausgezeichnet.
Die Führerscheinabteilung wird von Hamburg nach Duisburg verlegt. Die Räumlichkeiten erwirbt der DSV.
In den Verhandlungen zur Wasserpacht für Vereine ist es beim BMV BS endlich zu einem Erfolg gekommen. Gemeinnützige Vereine erhalten einen Pachterlass von 75 %. Frank Kaiser wird Bundesjugendvorsitzender.
Der Verbandstag in Koblenz in 2009 ergab keine Veränderungen im Präsidium. Einer Beitragserhöhung von 2,00 Euro wurde zugestimmt. Der langjährige Länderratsvorsitzende, Dieter Wibbelmann, ( LV HH ) wurde verabschiedet. Nachfolger wurde Heinz Adorf ( LV NRW ).
Mit dem polnischen Verband fand im Sommer die erste Deutsch-Polnische Jugendbegegnung in Mysliborz statt.