Länderinformation für Skipper - Niederlande

Thema

Nützliche Informationen

Demografische Daten (Bevölkerungszahl, Anzahl der Vereine/ Mitglieder/ Boote)

17 Mio. Einwohner; schätzungsweise 450 Vereine; circa 1.100 Häfen mit 178.000 Liegeplätzen.

Währung

Euro (€)

Notwendige Dokumente für die Ein-/Ausreise

EU-Bürger benötigen ein amtliches Ausweisdokument (Personal- oder Reisepass).

Erforderliche Bootsdokumente

Generell:

Eigentumsdokumente sind mitzuführen. Der Internationale Bootsschein (IBS) vom Deutschen Motoryachtverband wird als Registrierungsnachweis anerkannt. Für Boote unter EU-Flagge muss ein Mehrwertsteuerzahlungsnachweis erbracht werden.

Besonderheit in den Niederlanden:

Wateralmanak 1 in der aktuell gültigen Fassung für das Befahren aller niederländischen Gewässer; Binnenvaartpolitiereglement (BPR) in der aktuell gültigen Fassung für das Befahren der niederländischen Gewässer mit Ausnahme des Rheins muss an Bord mitgeführt werden. Die deutsche Textfassung wird anerkannt. Die BPR in elektronischer Form, auf die jederzeit zugegriffen werden kann, wird ebenfalls anerkannt

Versicherung

Es wird empfohlen, eine Bootshaftpflichtversicherung abzuschließen. Für schnelle Boote ist eine Bootshaftpflichtversicherung erforderlich.

Führerschein- und Funkvorschriften

Führerschein:

In den Niederlanden besteht Führerscheinpflicht für Motorboote mit einer Gesamtlänge über 15 m und für Boote mit einer Länge unter 15 m und einer Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h (10,8 kn). Je nach Fahrtgebiet gilt dann der Sportbootführerschein Binnen oder See. Der Fahrer eines schnellen Motorbootes muss mindestens 18 Jahre alt sein. Für alle anderen Fahrzeuge gilt das Mindestalter von 16 Jahren. Ausnahmen: Bei offenen Motorbooten, die kürzer sind als 7 m und eine Höchstgeschwindigkeit von 13 km/h nicht überschreiten, gilt das Mindestalter von 12 Jahren.

Sportschifferpatent:

Das Sportschifferpatent für den Rhein und das Sportpatent berechtigen zu Fahrten auf Rhein, Waal, Pannerdens Kanaal und Lek.

Funk:

Sofern eine Sprechfunkanlage an Bord ist muss ein Sprechfunkzeugnis UBI für die Binnenschifffahrt, SRC oder LRC für die Seeschifffahrt vorliegen. Ferner muss ein Nummern-zuteilungsurkunde für das Sprechfunkgerät und das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk (s. Wateralmanak Teil 1) mitgeführt werden.

Nachrichten für Seefahrer (NfS) bzw. die Binnenschifffahrt (NfB)

Informationen für die Binnenschifffahrt:

www.vaarweginformatie.nl

Informationen für die See:

 www.hydro.nl

Militärische Übungsplätze

Informationen sind den folgenden Karten zu entnehmen:

DKW 1801, 1810, 1811, 1812

Großbaustellen

Informationen sind online verfügbar unter: www.hydro.nl

Weitere Arbeiten unter: http://www.vaarweginformatie.nl/fdd/main/berichtgeving/plov

Windparks

Zu einem Windpark muss mindestens ein Abstand von 500 Yard eingehalten werden.

Umwelt- und Gewässerschutz

Generell:

Sportboote dürfen Fäkalien nicht in Gewässer einleiten. Das Einleitungsverbot gilt auf allen Binnen­gewässern sowie an den Küstengewässern bis zu 12 sm. Dieses Verbot bedeutet jedoch nicht, dass Sportboote mit einem Fäkalientank ausgestattet sein müssen. Bilgenwasser soll nicht nach außenbords gelenzt werden. Generell darf in Gewässer weder Altöl eingeleitet noch Abfall entsorgt werden.

Naturschutzgebiete:

Respektieren sie entsprechende Gebiete und beachten sie ausgewiesene Fahrverbote zum Schutz von Tier und Natur. Insbesondere sind folgende Regeln zu befolgen:

  • Besonders Uferbereiche mit Riet- und Schilfgürteln, die zum Aufenthalt einladen, sollte jeder Sportbootfahrer schützen
  • Rietgebiete nicht betreten, kein Picknick, kein Feuer
  • Schwimmen und Angeln unterlassen
  • langsam fahren, Sog- und Wellenschlag vermeiden
 

Flaggenregeln

Flaggen sind zum Sonnenuntergang, jedoch nicht später als 21.00 Uhr, einzuholen und zum Sonnenaufgang, jedoch nicht früher als 8.00 Uhr, zu hissen. Von Gästen wird erwartet, dass sie die Gastlandflagge auf der Steuerbordseite führen.

Wettervorhersage

Online verfügbar unter: www.knmi.nl

Alternativ: VHF Kanal 23 und 83 um 8.05 Uhr, 13.05 Uhr, 19.05 Uhr und 23.05 Uhr für das Ijsselmeer und Küstengewässer.

Häfen

Generell:

Relevante Websites:

www.anwb.nl/water/boten/jachthavens

www.allejachthavens.nl

Regeln:

Vor der Nutzung eines Liegeplatzes ist der jeweils zuständige Hafenmeister zu kontaktieren. Falls der Hafenmeister einmal verhindert sein sollte, kann an freien Liegeplätzen angelegt werden. Ein grünes Signal weist auf einen freien Platz hin. Hinweis: Sofern man längsseits anlegt, muss man akzeptieren, dass andere Boote ggf. ebenfalls längsseits an das eigene Boot anlegen. In den meisten Häfen ist offenes Feuer und das Grillen untersagt. Ausnahmen stellen extra ausgewiesene Plätze dar.

Geschwindigkeit

Generell:

Allgemein gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 20 km/h auf Seen und Kanälen.

Ausnahmen:

  • 9 km/h bei einem Abstand von unter 50 m vom Ufer
  • 9 km/h bei verminderter Sicht (unter 500 m)
  • 6 km/h in Umweltschutzgebieten

Schnellfahrten:

Es gibt Schnellfahrgebiete, in denen schneller als 20 km/h gefahren werden darf. Weitere Informationen sind online abrufbar: http://www.varendoejesamen.nl/storage/app/media/brochures/Duits/du-regeln-fur-eine-sichere-und-schnelle-fahrt.pdf

Ausrüstung

Generell:

Grundsätzlich gelten für Sportboote unter deutscher Flagge die in Deutschland gültigen Ausrüstungsvorschriften.

Nautische Ausrüstung

Für alle Boote sind vorgeschrieben:

  • ein Signalhorn, zugelassene Navigationsbeleuchtung, Notsignale (rote Flagge, rotes Licht)
  • Fahrzeuge vor Anker müssen am Tage einen schwarzen Ball und bei Nacht ein weißes Rundumlicht führen
  • Auf den Seeschifffahrtsstraßen, den Seehäfen (z.B. bei Rotterdam, Amsterdam, Delfzijl) und den Gewässern in Südholland und Zeeland ist bei geringer Sicht, in Fahrt oder vor Anker, ein Radarreflektor vorgeschrieben
  • Auf der Westerschelde und in den Anlaufgebieten der niederländischen Seehäfen der Nordsee ist der Radarreflektor auch bei guter Sicht vorgeschrieben
  • Auf der Westerschelde müssen Sportfahrzeuge, ausgenommen kleine offene Boote, eine aktuelle Seekarte des Westerscheldebereichs an Bord mitführen

Für schnelle Motorboote sind zusätzlich vorgeschrieben:

  • Ohnmachtssichere Rettungswesten für jeden Mitfahrenden. Diese Westen müssen gut und schnell greifbar sein. Steht der Schiffsführer am Ruder, muss er die Rettungsweste tragen
  • Das Boot muss mit einer technischen Einrichtung versehen sein, die ein unbemanntes Fahren unmöglich macht (Quickstop). Dies gilt nicht bei Lenkung in der Kajüte
  • ein regelmäßig geprüfter Feuerlöscher
  • eine solide Lenkeinrichtung
  • eine solide, geräuschdämpfende Einrichtung für das Abführen der Abgase

Signalpistolen

Signalpistolen gelten als Schusswaffen; der Erwerb, die Verwendung und die Beförderung sind genehmigungspflichtig. Eine Einfuhrgenehmigung für Signalpistolen können Sie beantragen mit:

http://www.rsonac.org/binaries/content/assets/postenweb/v/verenigde_staten_van_amerika/the-regional-support-office/bestanden-en-site/services/consent-form-weapons.pdf

Ankerbojen für Boote

Keine Angaben

Ankerpunkte

Keine Angaben

Antifouling

Gemäß der Europäischen Biozid-Richtlinie. Auf dem niederländischen Markt sind ausschließlich geprüfte Antifoulings gestattet. 

Kraftstoff-verfügbarkeit

Nachdem Verbot roten Diesels in der Freizeitschifffahrt hat sich die Anzahl von Tankstellen um 50 Prozent reduziert.

In den meisten kommerziellen Marinas ist Diesel und Benzin verfügbar. Es wird dazu empfohlen, sich bereits vor der Fahrt über Tankmöglichkeiten zu informieren.

Erdgasverfüg-barkeit

Gasflaschen werden für die gängigsten Anschlusssysteme angeboten.

Öffentlicher Verkehr

Fahrplanauskunft: www.9292.nl

 

Ladenöffnungs-zeiten

In der Regel haben Geschäfte montags von 13.00-18.00 Uhr und dienstags bis samstags von 09.00-18.00 Uhr geöffnet. Speziell Supermärkte haben montags bis samstags von 08.00-21.00 Uhr und sonntagnachmittags geöffnet. 

Hinweise zum Trailern

In den Niederlanden benötigen sowohl gebremste als auch ungebremste Anhänger ein Sicherungsseil/Abreißleine (Losbreekkabel). Zusätzlich muss dieses Sicherungsseil mit Hilfe einer speziellen Öse/Bügel an der Anhängerkupplung befestigt sein. Es reicht nicht aus, wenn das Sicherungsseil lose (wie in Deutschland erlaubt) über die Anhängerkupplung gelegt wird. Die Regelung gilt auch für ausländische Trailergespanne.

Gespanne dürfen in den Niederlanden eine Breite von 2,55 m und eine Länge von 18 m haben. Anhänger mit Boot: 3 m Breite. Anhänger inkl. Deichsel: 2,55 m x 12 m, einachsiger Anhänger bis 750 kg zGG: 8 m Länge.Gespanne, deren Abmessungen die zulässigen Grenzen überschreiten, benötigen eine Ausnahmegenehmigung. Folgende Behörde ist für die Erteilung zuständig.

 

Rijksdienst voor het Wegverkeer RDW

 Toelating Exceptioneel Transport

 Europaweg 205

 2711 ER Zoetermeer

 Niederlande

 Tel.: +31 598 39 33 30

info@rdw.nl

www.rdw.nl

 Hinweis: Auf der Internetseite finden Sie Formulare auch in deutsch

Sicherheit

Promillegrenze:

Es gilt eine Promillegrenze von 0,5 auf allen Wasserstraßen.

Alle weiteren Sicherheitsvorschriften:

Online abrufbar: http://www.varendoejesamen.nl/storage/app/media/brochures/Duits/du-sicherheid-auf-wasserwegen.pdf

Besondere Bestimmungen

Keine Angaben

 

Praktische Ratschläge

Keine Angaben

Wichtige Telefonnummern, Funkkanäle, Webseiten und nützliche Links

Polizei und Rettungsdienst: 112

Wasserschutzpolizei:

Die Wasserschutzpolizei ist auf Binnengewässern unter UKW-Kanal 10 erreichbar, per Telefon in den Niederlanden unter 09 00 88 44, von Deutschland unter 00 31 343 57 88 44.

 

Seenotrettung:

Seenotfälle werden über DSC Kanal 70, UKW-Kanal 16 und Mittelwellenfrequenz 2182 kHz abgesetzt, per Telefon in den Niederlanden unter 09 00 01 11 (Kustwachtcentrum).

Insbesondere für das IJsselmeergebiet ist der ›centrale meldpost IJsselmeer‹ in Lelystad auf UKW-Funkkanal 1 zu erreichen.

Niederländischer Wassersportverband: www.watersportverbond.nl

Niederländische Motorbootvereinigung:

www.knmc-vnm.nl

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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