Das Führen eines Logbuchs / Seetagebuchs auf Sportbooten

Obwohl der Staat grundsätzlich an die Eigenverantwortung eines umsichtigen Skippers, der die seemännischen Sorgfaltspflichten einhält, appelliert, sind in bestimmten Situationen Eintragungen in ein Schiffstagebuch vorgeschrieben und werden damit zur Pflicht für jeden Sportbootfahrer. Die Eintragungspflichten ergeben sich aus Vorschriften des Schiffssicherheitsgesetzes (SchSG), der Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) sowie der Verordnung über die Sicherheit der Seefahrt.

So muss jeder Schiffsführer bei der Seefahrt die notwendigen Vorkehrungen zum Schutze Dritter treffen und durch geeignete Eintragungen über alle Vorkommnisse an Bord berichten, die für die Sicherheit in der Seefahrt einschließlich des Umweltschutzes auf See und des Arbeitsschutzes von besonderer Bedeutung sind. Bei Schiffsunfällen hat der Schiffsführer für die Sicherstellung der Eintragungsunterlagen zu sorgen, soweit dies erforderlich und möglich ist.

Für Schiffe unter der Bundesflagge, die nicht ins Schiffsregister eingetragen werden müssen (in der Regel Sportfahrzeug bzw. Schiffe <15 Meter), sind folgende Anforderungen an die Form einzuhalten (Anlage 1 zu SchSV Abschnitt B II): 

  • Die Seetagebücher sind auf ein Schiff auszustellen, dessen Name und Unterscheidungssignal in dem Buch bezeichnet werden (Nr. 3.1). Ein auf den Namen des Schiffes ausgestellter Aufzeichnungsträger gilt als Schiffstagebuch, wenn der Schiffsführer ihn mit dem Wort „Logbuch-Aufzeichnungen“ oder einer entsprechenden Benennung gekennzeichnet hat.
  • Maßnahmen und Tatsachen, die im Schiffsbetrieb, insbesondere bei Revierfahrten, häufig wiederkehren, können in Nebenbücher eingetragen werden. Auf der ersten Seite des Schiffstagebuchs ist einzutragen, welche Nebenbücher geführt werden (Nr. 3.3).
  • Die Eintragungen sind in deutscher Sprache unter Angabe der Bordzeit vorzunehmen. Nicht allgemein gebräuchliche Abkürzungen oder Symbole sind zu erklären (Nr. 4.1 u. 4.2).
  • Nicht zulässig sind das Radieren und die Unkenntlichmachung von Eintragungen, das Entfernen von Seiten sowie die Veränderung automatischer Aufzeichnungen. Bei der Streichung einer Eintragung, muss das Gestrichene lesbar bleiben. Streichungen oder Zusätze sind mit Datum und Unterschrift zu bescheinigen (Nr. 4.3).
  • Vermerke, Aufzeichnungen und Eintragungen sind von dem für die Eintragung verantwortlichen Schiffsführer zu unterschreiben (Nr. 4.4).
  • Der Schiffseigentümer hat durch Aufzeichnungen nachzuweisen, dass und wann er in regelmäßigen Abständen – mindestens alle 12 Monate – den vollständigen aktuellen Inhalt der Tagebücher zur Kenntnis genommen hat (Nr. 5).
  • Das Schiffstagebuch ist, soweit nichts anderes bestimmt ist, ab dem Tag der letzten Eintragung für die Dauer von drei Jahren aufzubewahren. Dies gilt auch bei einem Verkauf des Schiffes vor Ablauf dieser Frist (Nr. 6).

 

Der Eigentümer eines Schiffes, das die Bundesflagge führt, hat neben dem Mitführen der Seetagebücher auch für die Aufbewahrung zu sorgen. Der Schiffsführer hat unverzüglich über alle Vorkommnisse an Bord durch geeignete Eintragungen zu berichten, die für die Sicherheit in der Seefahrt von besonderer Bedeutung sind.

Bei einem Verstoß gegen vorstehende Verhaltenspflicht, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Mit dem Logbuch des DMYV erfüllen Sie nicht nur Ihre seemännischen Sorgfaltspflichten, sondern können auf schöne Erinnerungen vergangener Fahrten zurück blicken. Zusätzlich kann das Logbuch bei Fahrten auf Binnenwasserstraßen geführt werden; es entspricht ebenfalls den Anforderungen der Tourenwettbewerbe unseres Verbandes.

 

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