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Dänemark

Eine wichtige Vorbemerkung
Dieser kleine Revierführer kann dem motorisierten Wassersportler natürlich nur einen sehr allgemeinen Überblick über das Land Däne­mark und die Wassersportmöglichkeiten in diesem Revier geben. Er soll Anstoß geben, dass sich der interessierte Fahrten­sportler weitere Informationen über das Land und besonders über das Seegebiet und die Häfen, in denen er sich aufhalten will, verschafft. Dennoch wollen wir versuchen, das gesamte Spektrum von Vorschriften und Sicherheitsvorkehrungen für eine Reise mit dem Sportboot nach Dänemark aufzuzeichnen.

Vorwort
Das Königreich Dänemark besteht aus der Halbinsel Jütland und den großen Inseln Fünen und Seeland mit den vielen dazwischenliegenden kleinen und größeren Inseln. Etwas außerhalb gen Osten liegt die große Insel Bornholm. Zu Dänemark gehören natürlich auch die autonomen Gebiete der Faroer Inseln und Grönland, die als Reiseziel für unsere Sportboote wohl nicht in Frage kommen und deshalb auch nicht behandelt werden. Meiden sollte man besonders als Anfänger auch die Westküste Jütlands, weil das Tidengewässer und die weit auseinanderliegenden Häfen an der Nordsee in Verbindung mit den meist vorherrschenden Westwinden sowie der entsprechenden Dünung den Sportbooten Probleme bereiten könnten. Wenden wir uns also dem lieblicheren Teil Dänemarks zu mit den herrlichen schiffbaren Fjorden an der Westküste Jütlands und den vielen kleinen und großen Inseln mit den vielen kleinen lieblichen Städtchen, die mit ihren vielen Fußgängerzonen zum Verweilen einladen.

Dänemark hat über 7000 km Küstenlinie mit über 450 Häfen, die gleichzeitig gemütlich und gut ausgestattet sind, von der modernen Marina bis zum einfachen Sportboothafen. Einsame Anker­buchten und weiße Sandstrände, die zum Baden einladen, findet der Naturliebhaber überall. Interessante Sehenswürdig­keiten, Heimatmuseen und alte gemütliche Krogs laden zum Verweilen ein. Kurz und gut: Dänemark mit seinen geschützten Gewässern ist ein ideales Revier für den individuellen Fahrtensportler.

Die Dänen sind freundliche, liebenswerte Menschen, die es sehr gut verstehen, jene hektische Unruhe und Betriebsamkeit zu vermeiden, die uns allzu oft sogar auf dem Urlaubstörn noch begleiten. In Dänemark geht alles etwas gelassener, friedlicher, heiterer und ruhiger zu.

Zahlungsmittel
Als Zahlungsmittel gilt in Dänemark nach wie vor die dänische Krone.
800 dkr. = ca. 100 Euro

Telefonieren
Man kann in Dänemark sehr gut von öffentlichen Münzautomaten nach Deutschland telefonieren. Sollte beim Anwählen die Ver­bindung nicht Zustande kommen, werden die Münzen nicht zurück­gegeben, man kann allerdings eine weitere Nummer wählen. Also nur soviel Münzen hineinstecken, wie für die Anwahl erforderlich ist. Vorwahl von Dänemark nach Deutschland 0049, von Deutschland nach Dänemark 0045. In Dänemark gibt es keine Ortsvorwahlnummer, sondern nur 8stellige Telefonnummern.

Öffnungszeiten der Banken und Geschäfte
Die Öffnungszeiten sind jedem Ladeninhaber überlassen. Durchweg haben aber die meisten Geschäfte ab 9.00 Uhr bis 17.30 geöffnet, am Freitag oft eine Stunde länger, am Samstag aber oft nur bis 12.00 Uhr. Der Däne liebt eben auch seinen Feierabend und sein Wochenende.

Treibstoffversorgung
Die Versorgung der Sportboote in den dänischen Häfen mit Diesel und Benzinkraftstoff ist sehr gut ausgebaut. Überall gibt es Bun­kerstationen, die zu den normalen Zeiten geöffnet haben.

Umtausch von Propangasflaschen
Da die Verschlüsse von deutschen und dänischen Propangas­flaschen unterschiedlich sind, können die Flaschen nicht ge­tauscht werden. Sie können nur in größeren Orten nachgefüllt werden. Es wird empfohlen, genügend Flaschen für den Urlaubs­bedarf mitzunehmen.

Angeln in Dänemark
Für Angler ist ein Angelschein vorgeschrieben. Ganz gleich, ob vom Ufer oder auf See vom Boot aus geangelt wird. Der Angel­schein kann bei den örtlichen Angelvereinen als Tages- oder Mo­nats­karte erworben werden.

Wasser-Scooter und Jet Ski
An den meisten Küsten Dänemarks ist das Fahren mit Wasser­motorrädern, Jet Skiern oder ähnlichen Wassersportfahrzeugen verboten. Die zuständigen Kreistage betrachten diese Aktivitäten als störend und unnötige Lärmbelästigung für ihre Badegäste und Ferienhausbewohner. Dieses Verbot sollte man akzeptieren.

Yachtcharter
Will man sich den langen Anreiseweg mit dem eigenen Boot von Deutschland ersparen, hat man auch die Möglichkeit, eine Yacht in Dänemark zu chartern. Es werden jedoch Erfahrungen mit dem Umgang mit Booten und gute Kenntnissen in der Navigation vorausgesetzt. Um die Sicherheit für den Charterer zu erhöhen, wur­den in den letzten Jahren die Sicherheitsbestimmungen von den staatlichen Schiffskontrollen erhöht, so dass man sich diesen Booten unbedenklich anvertrauen kann.

Signalwaffen
Signalwaffen dürfen in Dänemark an Bord mitgeführt werden, es muss aber die deutsche Waffenbesitzkarte vorhanden sein. Außerdem müssen Waffe und Munition getrennt und unter Verschluss aufbewahrt sein.

Ausreise aus Deutschland und Einreise nach Deutschland
Der deutsche Tourenbootfahrer wird aus drei Hauptrichtungen nach Dänemark anreisen, und zwar durch den Nord-Ostsee-Kanal über Kiel, durch den Elbe-Lübeck-Kanal über Lübeck oder von Berlin kommend über Rügen. Bei allen drei Strecken findet ein grenz­überschreitender Verkehr über die Außengrenze durch Verlas­sen des deutschen Küstenmeeres, der sogenannte 12-sm-Zone, statt.

Erweiterung des Schengen-Raumes
Dänemark ist dem Schengener Abkommen schon länger beigetreten. Das bedeutet, dass die Reisenden, die dem Schengener Raum betreten bzw. verlassen nicht mehr von der Bundespolizei kontrolliert werden.

Nach den Bestimmungen des Schengener Grenzkodex entfällt für Personen an Bord von Sportbooten (Vergnügungsschifffahrt), die zwischen den Schengen-Vollanwenderstaaten reisen, die Ver­pflich­tung einen Hafen anzulaufen, der als Grenz­über­gangs­stelle zugelassen ist.
Dieser Reiseverkehr ist grundsätzlich von der Ein- und Aus­reisekontrolle befreit. In diesem Fall ist eine Grenzerlaubnis nicht mehr erforderlich.

Zu den Schengen Vollanwenderstaaten gehören derzeit für den Bereich der Ost- und Nordsee: Deutschland, Dänemark, Schwe­den, Finnland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Polen, Estland, Lettland und Litauen.

Ausgenommen ist hier lediglich die russische Republik zwischen Litauen und Polen mit Königsberg als Hafenstadt. Für diesen Staat benötigt man noch ein Visum. Wir haben für diese Föderation keinen Revierführer erstellt.

Selbstverständlich sind alle Besatzungsmitglieder verpflichtet, sich durch einen Personalausweis oder durch einen gültigen Reisepass; bei Kindern auch mit Lichtbild, bei einer Kontrolle durch ein Fahrzeug der Bundespolizei auszuweisen.

Führung eines Seetagebuches (Logbuch) auf Sportbooten
Das Führen eines Seetagebuches ist laut Seeschiff­fahrts­anpas­sungsgesetz § 2 Abs. 1 Schiffssicherheit für alle Schiffe, die zur See­fahrt bestimmt sind und deren Eigentümer Deutsche mit Wohnsitz in der Bundesregierung sind, d. h. die Bundesflagge führen, zwingend vorgeschrieben. Wenn Sie sich mit einem Sport­boot über 6 m Länge regelmäßig in Fahrtgebiete außerhalb der Gren­zen der Seefahrt bewegen, (in der Kieler Förde ist es außerhalb der Linie LT Friedrichsort - Ehrenmahl Laboe) muss der Schiffs­­führer ein Seetagebuch führen.

Der Gesetzesgeber hat bisher auf feste Formvorschriften für ein Seetagebuch für Sportboote verzichtet, es wird aber an die gute Seemannschaft und an die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Wassersportlers appelliert, sich als ordentlicher Schiffsführer zu verhalten, und dazu gehört u. a. die Führung eines Schiffs­tage­buches oder Logbuches, wie wir es nach altem Brauch für die Sportschifffahrt nennen. Der Schiffsführer kann mit der Führung dieses Logbuches natürlich auch eine zweite Person, z.B. die Skipperin, beauftragen.

Der DMYV hat ein Logbuch herausgebracht, das den Mindest­anforderungen dieses neuen Gesetzes entspricht und gleichzeitig auf den Reisen der Binnenwasserstrassen geführt werden kann. Es entspricht auch den Anforderungen für die Tourenwettbewerbe unseres Verbandes.

Einreise nach Dänemark mit dem Trailer
Gespanne dürfen in Dänemark folgende Abmessungen nicht überschreiten:
Wohnmobile: Breite 2.55 m; Länge12 m
Anhänger einschl. Deichsel: Breite 2.55m; Länge 12 m
Gespanne: Länge 18,50 m

Sonderregelungen für Übermaße können schriftlich beantragt werden bei:
Faerdselsstyrelsen & Statens Bilinspektion
Adelgade 13, Postbox 90 39
DK- 1304 Cobenhagen K
Telefon (00 45) 33 92 91 00
Telefax (00 45) 33 9 32 22 92

Straßenverkehr in Dänemark
Im Straßenverkehr muss in Dänemark grundsätzlich mit Ab­blend­licht gefahren werden. Trailergespanne dürfen auf den Land­straßen und auf den Autobahnen nicht über 70 km/h fahren, und im Stadtgebiet gilt das Limit 50 km/h. Die Brücke über den Großen Belt ist mautpflichtig. Kraftfahrzeuge mit deutschem Kennzeichen benötigen in Dänemark keine "Grüne Versicherungskarte", um Haftpflichtschutz zu genießen. Polizei und Unfallhilfe Tel.Nr.: 112. Gebührenfreier Notruf 000. Promillegrenze 0.5 %oo, wie bei der Seefahrt.

Bootspapiere und Führerschein
Für das Boot wird der Internationale Bootsschein als Registrier- und Eigentumsnachweis in Dänemark anerkannt. Eine Was­ser­sport-Haftpflichtversicherung ist in Dänemark nicht vorgeschrieben, sie ist aber in jedem Fall zu empfehlen. Zum Führen von Motorbooten unter 20 BRT ist in Dänemark kein Führerschein erforderlich, außer für schnelle Gleiter. Es wird aber ein nautisches Befähigungszeugnis empfohlen. Der deutsche Sportboot­führer­schein See wird in Dänemark anerkannt.

Seefunkgeräte
Seefunkstellen, für die von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post eine Genehmigungsurkunde ausgestellt wurde, können am öffentlichen Funkverkehr teilnehmen. Vorraussetzung dafür ist, dass der Betreiber ein UKW-Sprech­funkzeugnis oder ein allgemeines Sprechfunkzeugnis besitzt.

Wichtig: Ein UKW - Seefunkgerät ist bei Notfällen immer noch die wichtigste Funkbrücke an Land oder zu anderen Schiffen. Es kann nicht durch ein Mobilfunkgerät ersetzt werden. CB-Funkgeräte sind in Dänemark sehr verbreitet. Geräte mit der Bezeichnung CEPT können während eines kurzfristigen Aufenthaltes mitgeführt und benutzt werden.

Einreise nach Dänemark über See
Seit dem 25. März 2001 ist Dänemark dem sogenannten Schengener Übereinkommen beigetreten. Yachten, die aus Staaten dieses Übereinkommens nach Dänemark einlaufen, müssen keine genehmigte Grenzübergangsstelle anlaufen. Die an der Schengener Zusammenarbeit teilnehmenden Länder sind Bel­gien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Nieder­lan­de, Island, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Deutschland und Österreich. Meldepflicht besteht nur für Charterboote und für Boote, die aus Ländern einlaufen, die nicht dem Schengener Übereinkommen beigetreten sind. Hier im Norden sind es die Baltischen Staaten und Russland.

Diese Meldepflicht gilt für alle Boote ungeachtet des Heimathafens des Bootes und ungeachtet der Staatsbürgerschaft der an Bord anwesenden Besatzungsmitglieder.

Zollamtliche Einklarierung
In Dänemark gilt auch nach der Einführung des EU Binnenmarktes eine Freimengenregelung für Mineralöl, Alkohol und alkoholische Getränke und Tabakwaren. Sportboote, die aus der EU, Norwegen und Schweden einreisen und keine anderen als abgabefreie Waren (Freimengen) an Bord haben, sind also von der Anmel­depflicht beim Zoll befreit.

Freimengenregelung
Im Reiseverkehr gelten ab 24 Std. Aufenthalt in Dänemark, wenn das Boot aus einem EU Land kommt, pro Person ab 17 Jahren

1,5 l Spirituosen über 22 %
2,o l Südwein (destillierte Getränke unter 22 %)
300 Zigaretten, oder 150 Zigarillos oder 75 Zigarren oder
400 gr. Rauchtabak

Bei Einfuhr von zollfrei eingeführter Ware oder Ware aus Nicht-EULändern sind die Mengen für Alkohol und Tabakwaren noch geringer. Für uns lohnt es sich nicht über Freilager einzukaufen! Verstöße gegen dieses Zollrecht werden sofort geahndet. So kostet z.B. eine Flasche zuviel eingeführte Spirituose an Zoll und Strafe ca. 400 dkr.

Seewetterberichte in Deutschland
Die Tatsache, dass der Skipper eines Sportbootes in der Ostsee sehr vom Wetter abhängig ist, verpflichtet ihn, sich rechtzeitig mit der Großwetterlage und den jeweiligen Windverhältnissen für das zu befahrene Seegebiet zu befassen. Ein umsichtiger Schiffs­führer verfolgt die Seewetterberichte täglich während der gesamten Reise.

Bei der Abreise aus Deutschland sollten Besitzer von See­funkgeräten sich dem UKW Dienst DP 07 - Seefunk (Delta Papa Null Sieben - Seefunk) in 21129 Hamburg, Estedeich 84 anschließen. Dieses private Unternehmen versorgt die Sportbootfahrer u. a. fünfmal täglich mit Seewetterberichten und Windwarnungen über die Küstenfunkstellen Kiel-, Lübeck- und Arkona-Radio. In der Nordsee über Hamburg-, Helgoland, Borkum- und Elbe-Weser-Radio. Die Sendezeiten sind 07.45, 09.45, 12.45, 16.45 und 19.45 CET. Die Ankündigung erfolgt über Kanal 16. Gesendet wird über die Arbeitskanäle. Der Betreiber DP 05 sendet außerdem dreimal täglich die sogenannten "Trendmeldungen“ für die folgenden 3-5 Tage. Als Handy Besitzer können auch Wetter­berichte über die e-mail Adresse angefordert werden. Als Mitglied eines Verbandsvereines beträgt die Saisongebühr 28 Euro. Mit einem normalen Rundfunkgerät kann man den Seewetterbericht auch über den Deutschlandfunk auf der MW 972 kHz um 8.30 und 22.05 Uhr und über die Deutsche Welle auf 6075 und 9545 kHz um 13.45 Uhr empfangen.

Seewetterberichte in Dänemark

In Dänemark sind sämtliche Küstengewässer gut durch UKW Sender abgedeckt. Lyngby Radio meldet nur Sturmwarnungen über Kanal 16 an und verbreitet sie dann über die Arbeitskanäle. Man kann aber auch einen 24 Std. Wetterbericht gesondert anfordern, der dann in englischer Sprache gesondert und kostenlos gesendet wird. Regelmäßige Seewetterberichte werden nicht ausgestrahlt. Sehr gute Seewettermeldungen in dänischer Sprache sendet Danmarks Meteorologiske Institut (DMI) über die Rund­funksender auf den Frequenzen 243 kHz (Langewelle) und 1062 kHz (Mittelwelle) jeweils um 04.45, 07.45, 10.45,16.45,21.45 Uhr Sommerzeit.

Es werden Sturmwarnungen, Wetterübersicht, Vorhersagen und Stationsmeldungen für folgende Gebiete gesendet:
Skagerrak, Kattegatt, Belte und Sund, Westliche Ostsee und Südliche Ostsee.
Mit etwas Übung kann man die dänischen Wetterberichte auch verstehen, aber bitte daran denken, die Windgeschwindigkeiten werden in m/sec angegeben.

Seekarten und Hafenhandbücher
Zu den Pflichten eines guten Schiffsführers gehört es selbstverständlich, dass er sich vor Antritt der Reise mit den neuesten Seekarten und Seehandbüchern für sein Seegebiet ausrüstet. Auf allen dänischen Gewässern ist das internationale Betonnungs­system "A" eingeführt, also von See kommend "rot" an Backbord. Im Bereich der Verkehrstrennungsgebiete dürfen Sportboote die durchgehende Schifffahrt weder gefährden noch behindern. Der Großschifffahrt vorbehalten sind außerdem die sogenannten Tiefwasserwege östlich von Langeland, östlich von der Insel Samsö und südlich von Gedser.

Für die Sportschifffahrt haben sich die handlichen deutschen Sportbootkarten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydro­graphie durchgesetzt, die es in mehreren Sätzen gibt. Der Nautische Verlag in Arnis bietet außerdem als größter privater Seekarten Verlag für die Sportbootschifffahrt für alle Gebiete Papier- sowie elektronische Seekarten für Boote, die nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet sind. Die CD-Rom im Kombipack eignet sich übrigens hervorragend für die Vorplanung der Reise im Winter. Dieser Verlag bietet auch sogenannte N.V. Hafenlotsen und N.V. Landgangslotsen als Ringbücher an.

Zu dem Thema elektronische Navigation sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass die normale Seekarte zum Mitkoppeln auf dem Kartentisch aus Sicherheitsgründen nie fehlen sollte. Das amtliche Hafenhandbuch Ostsee-West, Band 1B, herausgegeben vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und dem Deutschen Seglerverband sollte an Bord nicht fehlen. Weitere Törnführer bzw. Bücher aus der Edition Maritim Serie des Delius Klasing Verlages ergänzen die Ausrüstung und können im Fachhandel bezogen werden.

Touristenbüros
Für den Landaufenthalt bieten die Dänischen Touristbüros vor Ort durchweg sehr gutes Material für Landausflüge und Besichtig­ungen an. Fahrradvermietungen bieten Leihräder an, die den Aktionsradius auf den Inseln natürlich erheblich erweitern.

Liegeplätze
Die Dänen sind gute Gastgeber und haben in vielen Häfen einige Liegeplätze gesondert als Gaestepladser ausgewiesen. Wenn das nicht der Fall sein sollte, kann man als Gast dort festmachen, wo ein freier Platz ist, jedoch muss man sich beim Hafenmeister erkundigen, wie lange der Platz frei ist. Es haben sich aber in den letzten Jahren auch die grünen und roten Schilder durchgesetzt, wo man bei "grün" oft sogar das Enddatum vermerkt findet bis wann der Platzinhaber nicht vor Ort ist. In der Hauptferienzeit gilt auch hier, wer rechtzeitig im Hafen ist,  bekommt immer einen Liegeplatz. Die Hafengebühren werden meistens abends durch einen Hafenmeister kassiert

Mooringbojen der Dansk Sailunion

In den dänischen Gewässern gibt es besonders in den ruhigen Buchten der langen Fjorde gelbe Mooringbojen  mit der Kennzeichnung DS für "Dansk Sejlunion". Diese Bojen sind natürlich in erster Linie für Mitglieder der Clubs, die dieser Organisation angeschlossen sind, vorgesehen, aber als gute Gastgeber wird kein dänischer Wassersportler Einwände erheben, wenn ein  deutscher Bootsfahrer eine Tonne benutzt.  Die Verweildauer an diesen Bojen ist auf  24 Std. begrenzt. Die höchste Belastung beträgt 15 to, eine Boje kann bei kleinen Booten auch von mehreren Boten benutzt werden, selbstverständlich   geschieht  die Benutz­ung auf eigene Gefahr.
Die Bojen mit der Markierung FV gehören dem Schifffahrtsamt und dürfen nicht benutzt werden. Die regionalen Bootsvereine haben an vielen Stellen ebenfalls Mooringbojen ausgelegt, die zur freien Verfügung stehen.   
Außerdem gibt es in den Dänischen Gewässern eine große Zahl guter und geschützter Ankerbuchten, wo man bei entsprechenden Winden gut vor Anker liegen kann.

Navigatorische Tipps
Es dürfte sehr schwer sein, einem Fahrtensportler große Reisetipps zu geben, denn jede Crew hat andere Vorstellungen von einer Bootsreise nach Dänemark. Deshalb sollte man sich im Rahmen dieser kleinen Broschüre nur auf einige wichtige Hinweise für Ostseeanfänger beschränken. Natürlich muss sich das Boot und seine Ausrüstung in einem technisch einwandfreien Zustand befinden. Zwingend vorgeschrieben ist pro Person eine passende Rettungsweste. Neulinge sollten schon aus Gründen der Sicherheit möglichst in Begleitung eines zweiten Bootes fahren. Bei dem ersten Törn von einem deutschen Hafen bis zum ersten dänischen Hafen müssen immerhin ca. 35 bis 50 sm zurückgelegt werden, ohne dass man die Möglichkeit hat, einen anderen Hafen anzulaufen.
Um diesen ersten Abschnitt gut zu überstehen, sollte man schon ein oder zwei Tage vorher den Seewetterbericht abhören, um die allgemeinen Windverhältnisse zu erkunden. In der westlichen Ostsee herrschen meistens West- bis nordwestliche Winde vor. Bei Windstärken über 6 Bft. hat ein Sportboot draußen auf See nichts mehr zu suchen, ganz gleich ob es sich um ein 9 m Boot handelt oder ob es größer ist. Die Seefahrt ist dann kein Vergnügen mehr.

Natürlich ist es von großer Bedeutung, wie bei einem Tagestörn Wind und See auf das kommen, oder ob man unter Küstenschutz fahren kann. So kann zum Beispiel der Törn von Travemünde nach Fehmarn unter der Küste ruhig bei West 5 angetreten werden, während man bei der Überfahrt von Fehmarn nach Kiel bei gleicher Windstärke und Windrichtung tunlichst im Hafen bleiben sollte, besonders wenn der Wind schon seit ein paar Tagen aus dieser Richtung weht und sich eine gewisse Dünung aufgebaut hat.

Diese Erfahrungen müssen natürlich alle Bootsführer für ihr Boot und für ihre Besatzung sammeln, dennoch sollte man sich angewöhnen, bei der Entscheidung: "fahren wir hinaus - oder fahren wir nicht", die Seekarte zu nehmen und Windrichtung und Kurs zu simulieren, um dann die richtige Entscheidung zu treffen. Wobei die Möglichkeit, die Reise durch Anlaufen eines Ausweichhafens zu unterbrechen, berücksichtigt werden sollte. Diese Ent­scheid­ung ist umso wichtiger, wenn es sich um die großen Sprünge von Travemünde nach Gedser (ca. 50 sm) oder von Hiddensee in den Grönsund bzw. nach Kopenhagen handelt. Besonders gilt das natürlich auch für eine Reise nach der schönen Ferieninsel Bornholm. Wenn das Wetter auf diesen Strecken zu schlecht werden sollte, kann man nur umdrehen und in den Ausgangshafen zurückfahren. Dies ist übrigens immer die beste und sinnvollste Entscheidung für die Crew.
Wenn der Tourenskipper dann aber die Fjorde im Kleinen Belt erreicht hat oder sich im Gebiet nördlich der Inseln Aerö, Lolland und Falster befindet, dann eröffnet sich der Crew die dänische Südsee mit ihren kleinen Inseln und kleinen Häfen mit ganzer Pracht und garantiert einen herrlichen Bootssommer, so wie er in allen dänischen Prospekten beschrieben wird.

Die Entscheidung ob man dann die beliebte Strecke "Rund Fühnen" oder den großen Törn "Rund Seeland" mit der Metropole Kopenhagen startet, ist eine besondere Überlegung wert. Diese Rei­sen sollte man aber möglichst wegen der westlichen Winde immer im Uhrzeigersinn planen. Natürlich bleibt auch die Mög­lichkeit, die Insel Anholt im Kattegatt anzusteuern oder sich den Limfjord mit seinem besonderen Flair als Urlaubsziel auszusuchen. Man sollte aber immer bedenken, dass die Groß­wetterlage mitspielen muss, und der Heimweg auch ohne Stress ablaufen soll. Sie werden mit Sicherheit feststellen, dass Däne­mark immer eine Reise wert ist!

Verkehrstrennungsgebiete in der Ostsee
In der westlichen Ostsee gibt es für große, tiefgehende Berufs­schiffe die sogenannten Verkehrstrennungsgebiete. Das Verhalten in diesen Gebieten ist in der Regel 10 der Kollisions­ver­hütungs­regeln (KVR) verbindlich geregelt.

Ein Fahrzeug, das ein Verkehrstrennungsgebiet (VTG) benutzt, muss:

  • auf den entsprechenden Einbahnweg in der allgemeinen Verkehrsrichtung dieses Weges fahren.
  • heißt, an der äußeren rechten Kante des Einbahnweges fahren.
  • wenn es am Ende des Einbahnweges ein oder ausläuft, muss es dies in einem möglichst kleinen Winkel zur allgemeinen Verkehrsrichtung tun.
  • im Bereich des Zu- und Abgangs eines VTG besonders vorsichtig fahren.
  • das Queren vom VTG möglichst vermeiden. Ist das Fahrzeug zum Queren eines VTG gezwungen, so muss es die Einbahnwege eines VTG in der Weise queren, dass möglichst die Kielrichtung im rechten Winkel (maximale Abweichung +/- 10 %) zur allgemeinen Verkehrsrichtung verläuft, um so das Gebiet in kürzester Zeit zu queren.
  • Es muss für den durchgehenden Verkehr jederzeit eindeutig sein, dass das Fahrzeug den Einbahnweg quert und nicht in ihn seitlich einläuft.


Wichtige Adressen
Dänisches Fremdenverkehrsamt
Glockengießerwall 2
20095 Hamburg
Internet:www.visitdanmark.com
E-mail:daninfi@dt.dk

Deutsche Botschaft
Stockholmsgade57
DK- 2100 Kobenhavn
Telefon (00 45) 35 26 16 22

Generalkonsulat
Kystvey 18
DK-6200 Aabenraa
Telefon (00 45) 74 62 14 64

Deutscher Motoryachtverband e.V.
Vinckeufer 12-14
47119 Duisburg
Telefon (02 03) 8 09 58 - 0
Fax (02 03) 8 09 58 58
Internet: www.dmyv.de
E-mail info@dmyv.de

Hafen mit Qualitätssiegel - maritim - des DMYV
Marina Minde
Hafenmeister Holger Petersen
Mindevej 20
DK- 6320 Egernsund
Internet:www.marinaminde.com
E-mail:marina@marinaminde.com

Impressum
Herausgeber:
Deutscher Motoryachtverband e.V.
Vinckeufer 12 - 14
47119 Duisburg
Telefon (02 03) 80 95 80
Telefax (02 03) 8 09 58 58

Redaktion
Otto Dreekmann
Tel.: (0049)(0451) 892980
E-mail: otto.dreekmann@versanet.de

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Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Quellenangabe gestattet.

Aktualisierungs- und Ergänzungsvorschläge werden an
o.a. Anschrift erbeten.

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