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Eine wichtige Vorbemerkung Dieser kleine Reiseführer kann dem motorisierten Wassersportler natürlich nur einen sehr kleinen Überblick über das Land Polen und die wassersportlichen Möglichkeiten in diesem Land geben. Wir wollen versuchen, dem interessierten Wassersportler das gesamte Spektrum von Vorschriften und Sicherheitsvorkehrungen aufzuzeichnen, die erforderlich sind, um eine Reise in dieses noch relativ junge Wassersportrevier erfolgreich durchführen zu können. Wir haben dabei den Küstenbereich und gleichermaßen den großen Bereich der Binnenwasserstraßen aufgeführt. Außerdem werden wir einige wichtige Hinweise bzw. Tipps für den noch etwas unerfahrenen Wassersportler einfließen lassen. Selbstverständlich muss sich jeder Bootsführer noch weiteres Reisematerial über das entsprechende Seegebiet bzw. über das Binnenrevier, welches er befahren will, beschaffen.
Allgemeines Polen ist seit der Wende im Jahre 1992 eine parlamentarische Demokratie und kann von allen Touristen zu Lande und zu Wasser besucht werden. Seit dem 1. Mai 2004 gehört Polen zur Europäischen Union (EU), was den Grenzverkehr erleichtert, sonst aber in erster Linie den Warenaustausch innerhalb der EU Länder betrifft. Die für uns wichtigen Grenzen für die Einreise mit dem Boot sind im Norden die Gewässer der Ostsee mit den wunderschönen Sandstränden von Swiinnoujscie (Swinemünde) bis nach Gdansk (Danzig) mit einer Länge von 524 km. Im Westen von der Hafenstadt Swinoujscie (Swinemünde) durch das Stettiner Haff über Szczecin (Stettin) entlang der Grenzflüsse Oder und der Lausitzer Neiße bis an die tschechische Grenze bei dem kleinen Städtchen Zittau mit einer Länge von 467 km. Polen hat eine Gesamtfläche von 312 683 qkm und ist damit etwas größer als Großbritannien oder Italien. Mit 39 Mil. Einwohnern gilt Polen als ein sehr dünn besiedeltes Land, das im Norden überwiegend durch Flachland geprägt ist und noch sehr viele Wälder und unberührte Natur aufweisen kann. Also ideal für Bootstouristen, die Ihre Seele baumeln lassen wollen.
Erweiterung des Schengen-Raumes Polen ist dem Schengener Abkommen seit dem 21.12.2007 beigetreten. Das bedeutet, dass die Reisenden, die den Schengener Raum betreten bzw. verlassen, nicht mehr von der Bundespolizei kontrolliert werden.
Nach den Bestimmungen des Schengener Grenzkodex entfällt für Personen an Bord von Sportbooten (Vergnügungsschifffahrt), die zwischen den Schengen-Vollanwenderstaaten reisen, die Verpflichtung einen Hafen anzulaufen, der als Grenzübergangsstelle zugelassen ist. Dieser Reiseverkehr ist grundsätzlich von der Ein- und Ausreisekontrolle befreit. In diesem Fall ist eine Grenzerlaubnis nicht mehr erforderlich.
Zu den Schengen Vollanwenderstaaten gehören derzeit für den Bereich der Ost- und Nordsee: Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Polen, Estland, Lettland und Litauen.
Ausgenommen ist hier lediglich die russische Republik zwischen Litauen und Polen mit Königsberg als Hafenstadt. Für diesen Staat benötigt man noch ein Visum. Wir haben für diese Föderation keinen Revierführer erstellt.
Selbstverständlich sind alle Besatzungsmitglieder verpflichtet, sich durch einen Personalausweis oder durch einen gültigen Reisepass; bei Kindern auch mit Lichtbild, bei einer Kontrolle durch ein Fahrzeug der Bundespolizei auszuweisen.
Führung eines Seetagebuches (Logbuch) auf Sportbooten Das Führen eines Seetagebuches ist laut Seeschifffahrtsanpassungsgesetz, § 2 Abs. 1, Schiffssicherheit, für alle Schiffe, die zur Seefahrt bestimmt sind und deren Eigentümer Deutsche mit Wohnsitz in der Bundesrepublik sind, d.h. die Bundesflagge führen, zwingend vorgeschrieben. Wenn sich also ein Freizeitskipper mit einem Sportboot über 6 m Länge regelmäßig in Fahrtgebiete außerhalb der Grenzen der Seefahrt bewegt, (in der Kieler Förde ist es außerhalb der Linie Leuchtturm Friedrichsort - Ehrenmahl Laboe) muss er ein Seetagebuch führen.
Der Gesetzgeber hat bisher auf feste Formvorschriften für ein Seetagebuch (Logbuch) für Sportboote verzichtet, es wird aber an die gute Seemannschaft und an die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Wassersportlers appelliert, sich als ordentlicher Schiffsführer zu verhalten, und dazu gehört u. a. die Führung eines Schiffstagebuches, oder Logbuches, wie wir es nach altem Brauch in der Sportschifffahrt nennen. Der Schiffsführer kann mit der Führung dieses Logbuches natürlich auch eine zweite Person, z. B. die Skipperin beauftragen.
Der DMYV hat ein neues Logbuch herausgebracht, dass den Mindestanforderungen dieses neuen Gesetzes entspricht und gleichzeitig auf den Fahrten der Binnenwasserstraßen geführt werden kann. Es entspricht gleichzeitig den Anforderungen für die Tourenwettbewerbe unseres Verbandes und ist auch später noch eine gute Erinnerung an vergangene Fahrten.
Seewetterberichte Die Tatsache, dass der Skipper eines Sportbootes in der Ostsee sehr vom Wetter abhängig ist, verpflichtet ihn, sich rechtzeitig mit der Großwetterlage und den jeweiligen Windverhältnissen für das zu befahrene Seegebiet zu befassen. Ein umsichtiger Schiffsführer verfolgt die Seewetterberichte täglich während der gesamten Reise.
Bei der Abreise aus Deutschland sollten Besitzer von Seefunkgeräten sich dem UKW Dienst anschließen, z.B. DP 07 -Seefunk ( Delta Papa null sieben - Seefunk) in 21129 Hamburg, Estedeich 84. Dieses private Unternehmen versorgt die Sportbootfahrer u. a. fünf mal täglich mit Seewetterberichten und Windwarnungen über die Küstenfunkstellen Kiel, Lübeck und Arkona -Radio. Die Sendezeiten sind 07-45, 09-45,12-45 und 19-45 CET Die Ankündigung erfolgt über Kanal 16, gesendet wird über die Arbeitskanäle. Als Mitglied des DMYV beträgt die Saisongebühr 28 Euro.
Mit einem normalen Rundfunkgerät erhält man den Seewetterbericht auch über den Deutschlandfunk auf der MW 549 und 756 kHz, um 08-30 und 22-05 Uhr, und außerdem kann man über die Deutsche Welle auf 6075 und 9545 kHz um 13-45 Uhr den Seewetterbericht empfangen. In englischer Sprache wird ein Seewetterbericht auf der Frequenz 477 kHz jeweils um 01-00, 07-00, 13-00 und 19-00 Uhr für das gesamte Küstengebiet Polens gesendet. Als guter Tipp hat sich auch die Anfrage bei den Hafenmeistern erwiesen, die über die UKW Kanäle 12, 14 oder 16 zu erreichen sind. Einreiseformalitäten Die Einreise mit dem Sportboot nach Polen ist seit dem Beitritt Polens in die EU sehr erleichtert worden. Ein Reisepass ist nicht mehr erforderlich, es genügt ein gültiger Personalausweis. Personen unter 16 Jahren benötigen einen Kinderausweis mit Lichtbild. Eine Crewliste ist nicht mehr erforderlich. Yachtverkehr zwischen polnischen Häfen erfolgt ohne Grenzabfertigung. Das Verlassen des Hafens sollte aber über Kanal 10 oder über die Tel. Nr. +48 913216618 (in Swinoujscie) bei der Grenzabfertigungsstelle gemeldet werden.
Seekarten und Hafenhandbücher für die polnische Ostseeküste Das BSH bietet für die polnischen Gewässer spezielle Sportbootkartensätze an. - Serie 3020 von Swinoulscie / Svinemünde bis Szczecin / Stettin
- Serie 3021 polnische Ostseeküste von Svinemünde bis zur Danziger Bucht
- Serie 3022 Danziger Bucht und Frisches Haff
Das dänische Hafen und Tourenskipper-Magazin Sejleren's hat in der Deutschen Ausgabe Nr. 4 jetzt auch die polnische Ostseeküste mit aufgenommen. Mit Luftaufnahmen und Hafenplänen bieten die Aufzeichnungen eine sehr gute Hilfe für die Einsteuerung in die Häfen und Liegeplätze für Yachten. Außerdem findet man gute Tipps für den Aufenthalt in der Region. Das umfangreiche Handbuch wird jedes Jahr neu aufgelegt. Man bekommt es kostenlos in den Hafenbüros der Sportboothäfen und maritimen Geschäften. Der deutsche Seglerverband hat die Ostseeküste Küste Polens in dem Hafenhandbuch Mecklenburg / Vorpommern Polen neu mit aufgenommen.
Annreise nach Polen über See Um aus der Bundesrepublik mit einem Boot auf eigenem Kiel nach Polen zu kommen, gibt es drei ganz unterschiedliche Anreisestrecken:
1. Den Weg über die freie Ostsee ... .... für die aus dem Nord-Ostsee-Kanal oder aus dem Elbe-Lübeck-Kanal kommenden größeren Yachten, die den Weg über Rügen nehmen und entweder in die Odermündung bei Svinoujscie/Svinemünde nach Szcecin/Stettin einlaufen wollen, oder noch weiter die östlichen Häfen Kolobrzeg/Kolberg und Uska/ Stolpmünde oder sogar bis nach Gdansk/Danzig der ehemaligen Hansestadt durchfahren wollen.
Es ist natürlich klar, dass bei der Anreise, oder auch Rückreise, über die freie Ostsee die Boote seetüchtig sein müssen. Es sollte vom Skipper und der Besatzung auch etwas mehr praktische Erfahrung vorrausgesetzt werden, da bei diesen etwas längeren Strecken über See nicht immer bei kurzfristig aufkommendem schlechten Wetter ein schützender Hafen angelaufen werden kann. Es herrschen in diesem Seeraum meistens westliche bis nordwestliche Winde und die Dünung ist etwas länger. Außerdem setzt an der polnischen Ostseeküste vor den Hafeneinfahrten ein Küstenstrom ein, der je nach Windrichtung aus Westen bzw. aus Osten kommt und eine Stärke von bis zu 3 sm/h erreichen kann. Das Anlaufen der relativ kleinen Fischereihäfen Darlowo/ Rügenwalde, Ustka/Stolpmünde, und Leba mit einer modernen Marina, kann aus diesem Grunde bei westlichen Winden über 5 Bfr. schon problematisch sein. Swinoujscie/ Swinemünde Kontaktaufnahme per UKW Kanal 12 über Swinemünde Port Control, klappt auf Anhieb. Nachdem wir mitgeteilt hatten, dass wir die deutsche Flagge führten und nur Deutsche an Bord sind, wurde uns mitgeteilt, dass keine Pass- und Zollkontrolle mehr stattfinden würde. An der Westseite des Hafens ist der Sportboothafen mit Schwimmstegen. Hier können auch Gäste festmachen. Strom- und Wasseranschluss an den Stegen. Das Hafenmeisterbüro mit den Toiletten und Duschen und Abfallbehälter ist im neuen Gebäude an der Südseite des Hafens. Es ist eine Waschküche vorhanden allerdings noch ohne Waschmaschine und Trockner. Busstation zu den Kaiserbädern nur 300 m vom Hafenmeister entfernt. Dort gibt es alles was das Herz begehrt. Kolobrzeg/Kolberg ist der größte Hafen in diesem Küstenabschnitt. Der Hafen liegt an dem Fluss Parseta und kann auch nachts angelaufen werden. Der Ort ist außerdem ein altes bekanntes Seebad. Die neu errichtete Marina liegt ca. 600 m innerhalb der Hafeneinfahrt mitten in der Stadt an der Halbinsel mit der beeindruckenden alten Festung, sie entspricht schon modernstem westlichem Komfort. Utska Aussprache Uhstka/ Solpmünde Kontaktaufnahme mit Ustka Port über Kanal 12, ein Mitarbeiter spricht etwas englisch. Die Ansteuerung ist bei starkem Westwind etwas erschwert, da die Dünung voll hereinschiebt. Der ganze Hafen ist sehr unruhig, man muss das Schiff an lange Leine festmachen. Es gibt einen Stromkasten mit 2 Normalen Schukosteckern, Toiletten und Duschen in einem Raum mit Zahlenschloss. Wetterberichte sind beim Hafenmeister erhältlich, in polnischer Sprache, man ist beim Übersetzen behilflich. Versorgung mit Grundnahrungsmittel in 200 m Entfernung, hier gibt es auch einen Bankautomaten In der Westecke des Hafens entsteht ein neuer Hauskomplex zu dem auch eine Marina kommen soll. Der Hafen verfügt über ein Schottsystem, mit dem der Hafen komplett verschlossen werden kann. Leba, (Aussprache Uebba) Kontaktaufnahme mit Leba Port über Kanal 12 man fragte gleich nach dem Tiefgang, da nur ein Tiefgang von 1.6o zugelassen ist, man hat z.Zt. Probleme mit dem Flugsand hat. Ansteuerung wegen der Flachen Stellen nördlich und südlich der Einfahrt sollte man gleich in den Richtfeuersektor einlaufen. Das als Yachthafen ausgewiesen Hafenbecken an der Westseite des Kanals ist über eine schmale Einfahrt zu erreichen. Die Vorderen Schwimmstege sind ausreichend breit und haben begehbare Ausleger. Strom- und Wasseranschlüsse sind an den Stegen. Das in einem neu erbauten Hotel untergebrachte Hafenmeisterbüro ist täglich besetzt. Toiletten und Duschen befinden sich im Hotelanbau. Das Hotelrestaurant verfügt über eine gute Küche. Internet und WLAN Anschluss vorhanden. Wetterbericht ist erhältlich. Bunkerstation an einer kurzen Pier am Hafen für Diesel und Benzin vorhanden. Bankautomaten und Versorgung mit dem täglichen Bedarf ist 400 m vom Hafen erhältlich. Gdansk / Danzig Einsteuerung normal Liegeplatz in Marina Gdansk/Muttlau. Die Marina ist auf den neuesten Stand, Man liegt an Schwimmstegen mit Auslegern, Strom- uns Wasser am Steg, Hafenmeister weist Liegeplatz an und hilft beim Festmachen. Sicherheit: Zugang zu den Stegen nur mit Scheckkarte. Internet / WLAHN vorhanden. Bunkerstation ca. 250. östlich vom Krantor.
Kolobrzeg/Kolberg ist der größte Hafen in diesem Küstenabschnitt. Der Hafen liegt an dem Fluss Parseta und kann auch nachts angelaufen werden. Der Ort ist außerdem ein altes bekanntes Seebad. Die neu errichtete Marina liegt ca. 600 m innerhalb der Hafeneinfahrt mitten in der Stadt an der Halbinsel mit der beeindruckenden alten Festung, sie entspricht schon modernstem westlichen Komfort.
Alle anderen Häfen sind ruhige alte Fischereihäfen mit herrlichen Sandstränden nach beiden Seiten, in denen man sich schon paar Tage wohlfühlen kann. Man liegt entweder schon an neuen Schwimmstegen oder zwischen den Berufsfischern, Strom- und Wasseranschlüsse sind überall vorhanden und die Bewohner sind freundlich und freuen sich über jeden Besuch. Natürlich entsprechen die sanitären Anlagen in diesen kleinen Häfen nicht immer dem neuesten Stand, das wird sich aber sicher in den nächsten Jahren ändern. Weiter um die Mierzeja Helska/Halbinsel Hela erreicht man die Danziger Bucht mit den großen Häfen Gdynia/Gdingen und Gdansk/Danzig sowie das Seebad Sopot. Die alte, schon vor vielen Jahren restaurierte Hansestadt Danzig wird sicher der Höhepunkt jeder Polenreise sein.
2. Der Weg nach Polen über die Boddengewässer Rügens Von Westen kommende Yachten, die nach Polen wollen, laufen gerne durch den geschützten Strelasund in den Greifswalder Bodden und weiter durch den Peenestrom in das Stettiner Haff. Hier verläuft die deutsch-polnische Grenze von Kamminke fast nord-süd durch das Stettiner Haff nach Altwarp. Das Wachboot tritt aber normalerweise für Sportboote nicht mehr in Erscheinung. Hier befindet sich auch eine Bunkerstation. In Richtung Svinoujscie / Svinemünde läuft man direkt durch bis Svinemünde und klariert dort im Norden vor der Ausfahrt in die Ostsee ein. Der erste Sportboothafen in Szczecin/Stettin ist dann Golecino, km 61.5. Der ehemalige Stettiner Yachtclub ist bewacht, und man kann mit der Straßenbahn direkt in die Innenstadt fahren. Weitere Marinas befinden sich östlich von Stettin in Rogatka südlich des Kleinen Dammer Sees
3. Der Weg nach Polen über die Binnengewässer Der dritte Weg, um von der Bundesrepublik Deutschland nach Polen zu kommen, geht über die Binnengewässer. Die Boote aus Berlin und Brandenburg kommen über die Havel-Oder-Wasserstraße und können sich bei Hohensaaten entscheiden, ob sie die ruhige Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße benutzen wollen, um in die Westoder zu kommen, oder ob sie gleich in den Hauptstrom Oder nach Stettin fahren wollen. Die Grenzstationen auf der Westoder befindet sich bei Mescherin (km 14.5) . Auf der linken Flussseite ist die deutsche und auf der rechten Seite die polnische Grenzstation.
Die Yachten, die über die Spree-Oder- Wasserstraße bei Eisenhüttenstadt in den Grenzfluss Oder kommen, (bitte vorher Wasserstände erfragen) fahren gleich abwärts und erreichen bei Widuchowa / Gartz (km 703) die Grenzstationen. Auch hier ist auf der linken Flussseite die deutsche Grenzstation und auf der rechten Uferseite die polnische. Das Gleiche gilt für die Jachten, die durch die Schwedter Querfahrt kommen. Nach 27 km erreicht man kurz vor Szczecin/Stettin die Flussabzweigung Regalica und muss sich entscheiden, ob man über die Sportboothäfen in Rogatka oder über die Oder in den Yachthafen Colecino fahren will. Ein Zwischenstop in der alten Hafenstadt Stettin lohnt sich in jedem Fall. Die Weiterfahrt über das Stettiner Haff geht dann durch den Piastowski-Kanal/Kaiserfahrt durch Swinoujscie/Svinemünde in die freie Ostsee. Dem beliebten Seebad Swinoujscie/Swinemünde mit großer Kurpromenade sollte man einen Besuch abstatten. Die "Marina Polnocny liegt im Nordbassin" (UKW Kanal 12) gegenüber der Pass- und Zollkontrolle. Mit dem Fahrrad ist die Kurpromenade gut und schnell zu erreichen. Eine Tankstelle liegt hier direkt am Hafen, eine Betankung ist bisher aber nur mit Kanistern möglich.
Wer die Ostseehäfen Polens gen Osten befahren will, kann mit einem Tiefgang von bis zu 1,50 m und einer Durchfahrtshöhe von bis 4 m durch die Dzivna/Dievenow die Ostsee erreichen. Diese Ausfahrt ist landschaftlich sehr reizvoll mit den kleinen Orten Wollin, Kamien , Pomorski/Cammin und Dzicwnow in die Ostsee. Die Binnenwasserstraßen Polens von der Oder bis zur Danziger Bucht Für Motorboote bietet das große, ausgedehnte Wasserstraßennetz von Warta/Warte und Notec/Netze bis hin zur Wisla/ Weichsel, und der Nord-Süd Verbindung, dem Warte - Bromberger - Kanal mit dem Goplo See, große Möglichkeiten das Land Polen in seiner großen Vielfalt zu entdecken und die schöne urwüchsige Landschaft zu genießen. Besonders, da derzeit auf diesen Wasserstraßen kaum Berufsverkehr stattfindet. Als kritisches Gewässer ist hier nur der Grenzfluss Oder anzuführen, der mit seinen oft niedrigen Wasserständen besonders im Spätsommer die Einfahrt in die Warta erschweren könnte. Eine Beobachtung der Wasserstände ist hier also erforderlich. Wenn man dann die Warte erreicht hat, ist man sicher wie in Abrahams Schoß und kann sich ganz den Naturschönheiten und der Ruhe hingeben.
Die Oder Die Oder ist ab der Mündung der Lausitzer Neiße (km 738) bei dem Ort Ratzdort, (Elektronische Pegel) bis Widuchowa/ Fidichowa (km 703) ein deutsch-polnischer Grenzfluss, deren bewaldete Ufer durch riesige Buhnenbauwerke geprägt sind. Der Fluss ist gut betonnt und die minimale Fahrwassertiefe beträgt bei Mittelwasser 1,50 m. Die Stromgeschwindigkeit beträgt bei Normalwasser ca. 4 km die Stunde, kann aber bei Hochwasser ganz erheblich darüber liegen und man muss entsprechend aufmerksam fahren. Es treten auf der Oder aber sehr große Schwankungen auf, die mit den Niederschlägen in den Bergen zusammenhängen, so dass im Frühjahr mit sehr hohem Wasserstand zu rechnen ist, es aber in der zweiten Hälfte des Jahres bei trockenem Sommer sehr flach werden und die Schifffahrt ganz zum Erliegen kommen kann. Als Grenzfluss gibt es auf der Oder einige Sonderregelungen gegenüber der deutschen Binnenschifffahrts-Straßenordnung, die zu beachten sind. Das Fahren mit Sportbooten ist vom 1.April bis 31. Oktober von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gestattet ,es besteht keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Unter Beachtung der Vorfahrt des Berufsverkehrs kann die ganze Breite der Oder befahren werden. Auf der Westoder von km 3.0 bis km 17.1 ist eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km gegenüber dem Ufer vorgesehen, die durch Schilder gekennzeichnet sind. Auf der Lausitzer Neiße sind 12 km/h. vorgesehen. Bei einem Unfall auf polnischer Seite sind sofort die polnischen Grenzorgane zu verständigen. Natürlich ist beim Befahren der Oder die Bundesflagge am Heck zu setzen. Das Anlegen am Ufer der Republik Polen ist nicht gestattet. Liegeplätze für die Sportboote aus der Bundesrepublik befinden sich also nur am linken Flussufer. Von Berlin kommend in Eisenhüttenstadt im alten Abstieg (km 553.4) und im Brieskower See (km 576.7) In Frankfurt (km 582.6), in Lebus (km 593.8) und in Bleyen (km 616.8) kann man nur zwischen den Buhnen liegen. In Kienitz steht eine neue moderne Marina mit allen Einrichtungen für die Sportschifffahrt zur Verfügung. In Hohensaaten befinden sich im Oberwasser des Oder-Havel-Kanals vor der Westschleuse Liegeplätze und auch eine Bunkerstation für Dieselkraftstoff. In der Schwedter Querfahrt sind im östlichen Teil Liegestellen für Sportboote vorhanden.
In der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße gibt es Gastliegeplätze beim Seesportclub e.V. mitten im Ort Hohensaaten und in Schwedt die der Spiel und Sportvereinigung PCK 9o e.V. In Czczecin/Stettin gibt es im Ortsteil Rogatka große Marinas mit bewachten Liegeplätzen und gutem Service mit Einrichtungen zum Mast-Setzen. Außerdem ist in Golencino, im ehemaligen Stettiner Yachtclub, ein bewachter Sportboothafen mit allen Einrichtungen vorhanden. Von hier aus kann man mit der Straßenbahn direkt in die Stadt fahren.
Die Warta/Warte Der untere Teil der Warte gehört zur Weichsel-Oder-Wasserstraße und ist gut mit einer Fahrwassertiefe von 1,50 bis 2,00 m zu befahren. Der mittlere Abschnitt der Warte von Santok weiter aufwärts ist sicher mit einer Fahrwassertiefe von 1,20 -1,30 m nur noch bis Pozman/Posen zu befahren, dann wird es zunehmend schwieriger. Ab Lubon bis Konin treten sogar manche Unterwasserhindernisse in Form von Sandbänken und kurz vor Konin auch Steinriffe auf. Man sollte diese Strecken nur mit Mittelwasserstand befahren und sich um die aktuellen Fahrrinnentauchtiefen und Wasserstände unter www.rzgw.poznan.com.pl erkundigen oder Rat bei ortskundigen Skippern einholen. Liegeplätze bei Skwirzyna/Schwerin an einer Hotelanlage.
Die Weichsel-Oder-Wasserstraße Die Weichsel-Oder-Wasserstraße beginnt im Westen bei Kostryn/ Küstrin. Es geht zunächst die Warta aufwärts, dann geht es bei Km 68,2 weiter in die Notec/Netze und ab Krzyz in die kanalisierte Netze über den Bromberger Kanal in die kanalisierte Brda/Brahe bis in die Wilsa/ Weichsel. Auf dieser 295 km langen Strecke befinden sich 22 Schleusen mit einer Kammergröße von 57,4 x 9,5 m. (Finokahn Maaß) Die Fahrwassertiefe beträgt zur Zeit 1,20 bis 1,50 m. Da es sich um ein - teilweise - mooriges Gebiet handelt, muss man bei kritischen Stellen nicht mit Beschädigungen des Schiffsrumpfes rechnen. Die Kommunikation findet hier über Kanal 12 statt, und bei Begegnungen hat das zu Tal fahrende Schiff Vorfahrt. Die Brückendurchfahrtshöhen betragen überall mehr als 4.00 m, lediglich eine Brücke bei Büdgoszcz Stadt soll nur 3.50 m betragen. Die Schleusen sind gebührenpflichtig und kosten pro Schleuse 5.30 bis 10.6o Zloty. Geschleust wird von 07-00 bis 21-00 Uhr.
Liegeplätze an der Weichsel-Oder-Wasserstraße Liegeplätze für Sportboote werden auf der W-O-Wasserststraße inzwischen von den Kommunen im bescheidenen Maße angeboten. Man versucht auch Strom und Wasser zu installieren, aber auf Grund leerer Kassen sind die Kommunen auf Zuschüsse aus Brüssel angewiesen und so etwas dauert eben seine Zeit. Die bekannten Orte dieser Wasserstraße mit guter Versorgungsmöglichkeit sind: Kostrzyn/Küstrin (km 3) hat einen öffentlichen Anleger und außerdem Liegemöglichkeiten im Bauhof der WSD, sowie einen kleinen Sportboothafen auf der Südseite.
In Gorzow Wlkp/Landsberg (km 56) ist das Anlegen an der Uferpromenade möglich.
In Santo/Zantoch (km 68), an der Einmündung der Netze in die Warte hat man Steganlagen am Ufer geschaffen. Man kann außerdem an der Ufermauer festmachen. Der Santok entwickelt sich gut als Fremdenverkehrsort dieser Region und ist bei Skippern durch die Deutsch/Polnischen Skippertreffen der letzten Jahre bekannt geworden (immer Mitte bis Ende Mai). Außerdem finden dort auch jährlich Pferdewagenrennen und Reitturniere sowie Oldtimertreffen statt.
In Drezdenko/Driesen (km 188) findet man Liegplätze an dem alten Kai der Berufsschifffahrt an der linken Uferseite.
Bei Krzyz/Kreuz (km 172,2) beginnt die kanalisierte Netze mit 22 Schleusen bis zur Weichsel. Hier kann man nach Rücksprache mit dem/der Schleusenmeister/in in den Vorhäfen der Schleusen auch übernachten und sich mit Trinkwasser versorgen..
In Czarncow/Charnikau (km 133) befinden sich beidseitig Liegemöglichkeiten. An der Stb. Seite sind Werftanlagen und Reparaturstellen, sowie Tank- und Einkaufsmöglichkeiten in diversen mittleren Läden.
Die beiden letzten größeren Orte am Bromberger-Kanal sind Naklo/Nakel (km 44) und Bydgoszcz/Bromberg (km 12,5). Bydgoszcr ist eine lebendige Stadt mit gut restaurierter Innenstadt und einer Flaniermeile an der Brda/Brahe mit entsprechenden Lokalen und Restaurantschiffen. Liegeplätze im Schleusen Vorhafen von Schleuse Nr. 2 Bydgoszcz. Die letzte Schleuse dieser Wasserstraße ist eine große, hochmoderne neue Schleuseanlage, die mit Schwimmpollern ausgerüstet ist und den Weg auf der Wisla/ Weichsel links nach Danzig und rechts flussaufwärts nach Warszawa/Warschau freigibt.
Untere Wisla/Weichsel bis zur Mündung Von der Mündung der Brada/Brahe bei Bydgoszcz/Bromberg (km 772.3) in die Wisla/Weichsel bis in die Zatoka Gdanska/Danziger Bucht ist die untere Weichsel durch Uferzeichen markiert und gut befahrbar. Die mittlere Wassertiefe beträgt bis Tczew (km 907) 1,20 - 1,60 m, dann weiter bis zur Mündung ( km 941) liegt sie über 1,80 m. Auf der Wisla/Weichsel erreicht man zu Tal die Danziger Bucht mit der alten Hansestadt Danzig, den Hafen Gdynia/ Gdingen und das bekannte Seebad Sopot. Man erreicht aber auch bei Biala Gora (km 886.6) über die kanalisierte Nogat das Frische Haff und über den Kanal Jagilonski den Hafen Elblag//Elbing. Die Wassertiefe beträgt hier auf dieser 62 km langen Strecke in der Fahrrinne 1,80 m. Über den Kanal Elblag und dem Kanal Elblaski erreicht man den westlichen Teil der Masurischen Seenplatte. Die Bergfahrt in Richtung Warszawa/Warschau ist nur bei hohen Wasserständen möglich und sollte nur von geübten Flussschiffern gewagt werden. Hier sollte man heimische Wassersportler zu Rate ziehen.
Wasserstraße Bromberger-Kanal - Goplo See - Warta Beim Km 23,5 der W-O-W. beginnt vom Bromberger Kanal die Nebenstrecke über der Notec aufwärts und es geht weiter südwärts in die Wasserstraße Bromberger-Kanal - Warte. Man fährt hier durch ein mit Kanälen verbundenes Seengebiet, wovon der Goplo See der größte ist. Die Wasserstraße ist 146 km lang und verläuft südwärts durch eine herrliche Landschaft, die für die einheimische Bevölkerung als bekanntes Ausflugsziel gilt. Bei normaler Stauhaltung beträgt die Wassertiefe über 1,30 m. Der Kanal mündet bei Konin (km 405) in die Warte, auf der man nur bei sehr günstigem Wasserstand zu Tal in 473 km die Oder erreichen kann.
Die Oder oberhalb Rantzdorf Die Oder oberhalb Rantzdorf (Km 542) bis Glogow (km 395) ist derzeit noch fast Sportboot-Niemansland. Das Revier bietet sich mehr für trailerbare Boote an, welche dann stromabwärts auf Abenteuerurlaub gehen können. Bis zu Tiefgängen von 1.10 m dürfte das Revier auch im normalen Sommer problemlos zu befahren sein, Eine Infrastruktur für Sportboote ist allerdings nur in Ansätzen vorhanden. Es gibt einige kleine Anlege Pontons z.B. bei Gostschorze km 506, Bedow km 497, Stara Wies / Alte Fähre km 427, oder Sandsteifen an der Fähre Pezewoz / Fährhaüser km 451, ansonsten bieten sich die Buhnen zum festmachen an. Einkaufsmöglichkeiten für den Grundbedarf sind auch in kleinen Orten vorhanden, die größeren Orte haben entsprechende Discounter. Tanken derzeit nur per Kanister an Straßentankstellen. Fähren befinden sich beim km 530 Polecko / Pollenzi km 485 Brody (Groß Blumberg), km 482 Pomorsko / Pommerzig und km 451 Przewoz / Fährhäuser. Man sollte an den Fähren ggf. Signal geben, da sie nicht wirklich mit Schifffahrt rechnen. Brücken bei km 514 Straßenbrücke Krosno Odrzanskie / Chrossen, km 491 Eisenbahnbrücke, km 478 Eisenbahnbrücke, km 470 zwei Straßenbrücken in Cigacice/ Odereck, km 437 Eisenbahnbrücke (Schild 3.80m Höhe), km 430 Straßenbrücke Nowa Sol /Neualz und km 393 Einbahn- und Straßenbrücke Glogow /Glogau. Die Kennzeichnung für die Fahrwasser sind manchmal zu übersehen, dafür sind auf einzelnen Buhnen Zeichen aufgestellt mit deren Hilfe man die Fahrwasserseite erkennt. Bei den Buhnen ist besondere Vorsicht notwendig, je nach Wasserstand, kann sie vor dem Buhnenkopf noch mehrer Meter weitergehen. Der erste größere Ort Ist Krosno Odranzskie (Crossen) km 514, dort ist ein großer gebauter Anleger, welcher sich auch für größere Boote eignet. Daneben befindet sich ein separater Anleger außerhalb der Strömung, für kleinere Boote und eine relativ steile Slipanlage. Ein kleinerer Ort ist Cigacice (Odereck) am km 472. Hier befindet sich im Strom ein kleiner Vereins hafen mit Strom- und Wasserversorgung. Im alten Hafengelände befindet sich ein größerer Anleger, der auch für größere Schiffe geeignet ist. Der nächste Hafen ist Nowa Sol (Neusalz) km 431. Hier befindet sich im Hafen ein Anleger für größere Boote, der bedingt zum festmachen geeignet ist. Im Fluss selber, etwa 200 m oberhalb der Hafeneinfahrt, ist ein Hafen mit Schwimmstegen im Bau. Es hieß auch, dass hier eine Tankstelle entstehen soll. Ein kleinerer Ort ist auch Bytom Odranskie (Beuthen) km 417. im Seitenarm ein Anleger für größere Schiffe, dahinter befindet sich aber eine Schwimmsteganlage. Der nächste größere ist Hafen Glogow (Glogau) km 395. Am Stadtrand befindet sich der ehemalige Handelshafen, zum Anlegen nur eingeschränkt geeignet. Das Problem ist der landseitige Zugang. Wir haben neben dem Polizeiboot festgemacht. Wir sind noch bis km 388 gefahren, dann sind wir beigedreht auf Grund der unsicheren Tauchtiefen. Am km 300 ist der Bau einer Schleuse begonnen worden, wann diese fertig gestellt wird, war nicht zu erfahren. Nach Realisierung dieser Staustufe dürfte einem Befahren der Oder bis in den Oberlauf nichts mehr im Wege stehen. Informationen erhält man am besten über das Internet bei der Wroclawer Wasserstrassenverwaltung. www.rzgw.wroc.pl auf polnisch und www.wsa-eberswalde.de auf deutsch.
Ein guter Tipp für das Liegen und Festmachen am Steinufer Alte Hasen aus der Sportschifffahrt haben für das Festmachen an Steinufern in diesen Fahrtgebieten wieder den alten Autoreifen als Fender entdeckt. Gegenüber einem modernen aufgepumpten Fender, der auf der Wasseroberfläche liegen bleibt, kann man einen Autoreifen auch tiefer unterhalb der Wasseroberfläche aufhängen. Also zusätzlich 2 alte Autoreifen als Fender vorbereitet, kann nicht schaden.
Die Masurische Seenplatte Die Masurische Seenplatte liegt ganz im Nordosten Polens, Eine Landschaft mit vielen großen Seen und mächtigen Wäldern. Die größten Seen dieser riesigen Seenplatte sind der Sniardnwy-/Spirdingsee und der Mamry-/Mauersee. Die meisten Seen sind durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden. Der Ferienort Lötzen/Gizycko gilt als das Zentrum für den Segelsport. Man kann dort auch Segelboote chartern, das Angebot ist allerdings noch nicht sehr groß. Für Trailerboote ist dieses Naturparadies sicher ein Erlebnis besonderer Art. Slip- und Kranmöglichkeiten sind in allen größeren Bootszentren vorhanden. Die Bootsführer sollten sich aber eingehend mit den örtlichen Landschafts- und Naturschutzrichtlinien befassen, das Gleiche gilt natürlich für die Angler, die sich mit den Vorschriften der Fischereibehörde befassen müssen. Auf eigenem Kiel kann man dieses Gebiet über die Flüsse Polens zur Zeit nicht erreichen, da die Pisa z.Zt. nicht schiffbar ist.
Reiseführer für die Binnenwasserstraßen Polens Der zur Zeit beste Reiseführer für die Binnenwasserstraßen Polens wurde herausgegeben von Jerzy Hopfer. Es handelt sich um eine polnisch-deutsche Ausgabe mit einer kleinen einliegenden Binnenwasserstraßenkarte von der Oder bis zur Weichsel. Der Titel lautet PRZEWODNIK PO DROGACH WODNYCH POLSKI/REISEFÜHRER AUF DEN POLNISCHEN WASSERSTRAßEN und ist zu beziehen unter der Nr.: ISBN 83-88135-46-5 beim Verlag : NAVIGARE - Uslugi Konsultingowo - Organizzacyjne w Transporcie, ul. 26, 66-400 Gorzow WlkP, E-mail: jerzyhopfer@poczta.onet.pl. Es gibt auch einen Reiseführer unter dem Titel LEINEN LOS, Die schiffbaren Wasserstraßen zwischen Elbe und Weichsel. Herausgegeben von einem Verlag in Brandenburg. Detaillierte Binnenwasser-Karten sind bisher noch nicht auf dem Markt, aber schon in Vorbereitung.
Zahlungsmittel Als Zahlungsmittel gilt in Polen der polnische Zloty. Ein Zloty entspricht 100 Grosty, 1 Euro = ca. 4.00 Zloty. Ohne Devisenerlaubnis ist die Ein- und Ausfuhr von polnischer Währung oder anderen polnischen Devisenwerten verboten. Die Einfuhr von fremder Währung nach Polen ist in unbegrenzter Höhe erlaubt, wenn es sich um größere Summen ausländischer Währung handelt, sollte beim Zollamt eine Devisenerklärung abgegeben werden, die bei der Ausreise wieder vorgelegt werden kann. Zum Wechseln stehen zahlreiche Wechselstuben (Kantor) an den Grenzübergängen, auf den Fähren, bei den Reisebüros, Hotels und Bahnhöfen zur Verfügung. Dort kann auch mit Kreditkarten Geld gewechselt werden. Geldautomaten, die ec-Karten akzeptieren und auch in deutscher und englischer Sprache zu bedienen sind, stehen inzwischen flächendeckend zur Verfügung. Vorsicht ist geboten bei Geldwechsel-Angeboten auf der Straße. Kreditkarten und ec-Karten werden in vielen Hotels und großen Kaufhäusern akzeptiert.
Telefonieren Man kann sehr gut in Polen mit Telefonkarten von Automaten telefonieren. Die Telefonkarten bekommt man in Läden und an Kiosken. Die Vorwahl für Deutschland ist 0049, von Deutschland nach Polen gilt die Landesvorwahl 0048. Deutsche Mobiltelefone für D- und E-Netze können in Polen nahezu flächendeckend benutzt werden. Die Telefonauskunft hat landesweit folgende Nummern: für das Ortsnetz 913, für Fernverbindungen 913.
Wichtige Telefonnummern: Polizei 997
Straßenhilfsdienst Poltos 954 Feuerwehr 998 Rettungsdienst 999 Taxiruf 919 Straßenhilfsdienst 981
Öffnungszeiten der Banken und Geschäfte Die Öffnungszeiten der Banken ist von 9.00 bis 17.00 Uhr sichergestellt. Die Öffnungszeiten der Lebensmittelläden ist jedem Ladeninhaber selber überlassen, durchweg von 7.00 bis 19.00 Uhr an den Werktagen und bis 13.00 Uhr am Sonnabend.
Treibstoff- u. Trinkwasserversorgung. Die Versorgung der Boote an Wassertankstellen ist natürlich bisher nur sehr beschränkt möglich und nur den großen Orten vorbehalten und an den Schleusen. Man sollte aus diesem Grunde auch immer jede Möglichkeit wahrnehmen, um die Frischwassertanks aufzufüllen. Die Versorgung mit Dieselkraftstoff von Bunkerbooten bzw. Wassertankstellen ist nur in den Seehäfen möglich und dort; wo internationale Schifffahrt betrieben wird. Das Straßentankstellennetz ist in Polen gut verbreitet. Die Versorgung mit Kraftstoff erfolgt sehr oft über kleine Tankwagen, oder aber über Kanister von einer Tankstelle nahe am Ufer. Die Preise für Kraftstoffe sind zur Zeit günstiger als in Deutschland.
Umtausch von Propangasflaschen Der Umtauch von Propangasflaschen ist in Polen zur Zeit nicht möglich. Man sollte sich also noch in Deutschland mit Gas versorgen. Wer für längere Zeit in Polen verweilen will, sollte ein Verbindungsstück mit Schlauch zum Auffüllen der Flaschen an Bord haben.
Angeln in Polen Die polnischen Gewässer sind an vielen Stellen sehr reich an Fischbeständen. Das Angeln für ausländische Touristen ist nur mit einer Angelgenehmigung gestattet, die vom jeweiligen Verwalter des Gewässers gegen eine Gebühr erhältlich ist. Der deutsche Angelschein ist in Polen nicht gültig. Es wird empfohlen, sich mit den Prinzipien des Angelns in Polen vertraut zu machen, besonders hinsichtlich der Schonzeiten und der Mindestmasse der Fische.
Signalpistole Die Signalpistole gilt in Polen nicht als Rettungsmittel, sonder als Waffe im Sinne des polnischen Waffen- und Munitionsgesetzes vom 19.6.1999. Sie darf nicht in Polen eingeführt werden. Auch nach dem EU Beitritt ist vorläufig nicht mit einer ausdehnenden Auslegung dieses Gesetzes zu rechnen. Bootsbesitzer müssen sich also für Fahrten in polnische Gewässer mit den gängigen Handsignalmittel ausrüsten und diese bei der Einreise angeben.
Sicherheitsausrüstung der Boote Der polnische Lloyd macht in der Ausrüstung von Sicherheitsmitteln für seegängige Freizeitboote, keinen Unterschied zwischen den Berufsschiffen und den Sportbooten, sodass für die Sportboote die gleichen strengen Maßstäbe angelegt werden wie in der Berufsschifffahrt. Laut interner Verordnung des polnischen Seeamtes in Stettin muss jede seegehende Segel- bzw. Motoryacht für jeweils zwei Personen mit einem Rettungsring ausgerüstet sein, wobei ein Rettungsring mit einer 27.5m langen Rettungsleine ausgerüstet sein muss, die am Heck befestigt ist, damit außenbords gefallene Personen gerettet werden können. Alle Boote mit Motor und einer Gasinstallation müssen einen Trockenfeuerlöschen an Bord haben. Alle Rettungsmittel mit Prüfplaketten (Rettungsinseln, Rettungsweste und Feuerlöscher) müssen auch immer im aktuellen Prüfzeitraum liegen, sie müssen noch mindestens 1 Jahr gültig sein. Ein Anker muss natürlich an Bord sein, und ein UKW Funkgerät mit entsprechenden Papieren sollte vorhanden sein. Die Ausrüstung der Boote wird gelegentlich von Beamten des BSchA Stettin geprüft und bei Nichterfüllung durch Bußgelder geahndet.
Polnische Grenzübergangsstellen Für Sportboote befinden sich, wenn man von See kommt, in jedem kleinen oder großen Ostseehafen Zollboote oder Grenzübergangstellen. Es muss jeweils einklariert und wieder ausklariert werden, auch wenn man nur um die Ecke in den nächsten Ostseehafen wieder einläuft. Im Stettiner Haff befindet sich zwischen der Grenztonne 17 und 18 ein Kontrollboot, das unbedingt angelaufen werden muss. Von hier aus wird Ihre Ankunft bei der Grenzübergangsstelle Trzebicz/Ziegenort angekündigt.
Auf der Oder ist eine Grenzübergangsstelle in Widuchowa, an der Ostoder und an der Westoder liegt das Grenzabfertigungsboot bei km 14,5 bei dem Ort Mescherin, wo auch die Ausklarierung von Deutschland vorgenommen wird.
Bootspapiere und Führerscheine Für das Boot wird der internationale Bootsschein als Registrier- und Eigentumsnachweis in Polen anerkannt. Bei Anreise mit dem eigenen Boot auf einem Trailer muss die Grüne Versicherungskarte vorliegen. Eine Wassersport-Haftpflichtversicherung ist in Polen nicht vorgeschrieben, sie ist aber in jedem Fall zu empfehlen. Bei einem Unfall sollte in jedem Fall die Polizei hinzugezogen werden. Die amtlichen deutschen Sportbootführerscheine Binnen und See werden in Polen anerkannt.
Wasserstandsmeldungen für die Binnenschifffahrt Auf der Oder spricht man von Fahrrinnentiefen, die nach genauen Messungen mit der polnischen und deutschen Seite festgelegt werden, und zwar für die Abschnitte
- Ratzdorf bis Frankfurt / Oder Streckenabschnitt 1 - Frankfurt/Oder bis Wartemündung Streckenabschnitt 2 - Wartemündung bis Hohensaaten Streckenabschnitt 3 - Hohensaaten bis Szezecin Streckenabschnitt 4
Die Wasserstandsmeldungen werden täglich über den erweiterten Schleusenfunk, zweimal über die Revierzentrale Lenit und Hohensaaten per UKW Kanal durchgegeben. Außerdem ist die Videotextangabe über ARD Tafel 698 eine amtliche Angabe. Über das Internet erhält man Angaben über www.ELWIS.de.
Für die Oder Neiße ist die polnische Revierzentrale in Stettin zuständig, zu erreichen über den UKW Dienst in Szczecin. Der polnische Rundfunk gibt im 1. Programm um 11-55 Uhr auch Wasserstände durch.
Anzeigetafeln über aktuelle Wasserstände und Fahrrinnentiefen Ab 2005 werden die aktuellen Wasserstände und Fahrrinnentiefen der Oder-Weichsel -Wasserstraße bis Bydgoszcz auf einer Anzeigentafel in Kostrzyn, km 1 der Warta, angezeigt. Die gleiche Anzeigentafel steht bereits in Skwierzya/ Schwerin (km 92).
Reisen mit dem Auto und dem Trailerboot Autofahrer benötigen bei der Einreise mit dem Auto den nationalen Führerschein und die grüne Versicherungskarte. Für den Trailer muss auch eine grüne Versicherungskarte vorliegen. Für das Boot wird der Internationale Bootschein als Registrier- und Eigentumsnachweis anerkannt. Es können bei der Ein- und Ausreise nur die anerkannten Grenzübergangsstellen benutzt werden. In Polen gilt der Rechtsverkehr und die Straßenverkehrsordnung ist der in anderen Staaten ähnlich. Die Höchstgeschwindigkeit für Trailergespanne beträgt auf den Schnellstraßen und Autobahnen 80 km/h, in geschlossenen Ortschaften 50 km/h. Die Alkoholgrenze liegt bei 0.2 Promille - natürlich auch im Bootsverkehr auf dem Wasser.
Yachtcharter in Polen
Yachtcharterstationen für Motorboote sind in Polen noch nicht sehr stark verbreitet. Im Gebiet der Masurischen Seenplatte sollen allerdings viele Polen ihre Privatyachten verchartern, die im Internet angeboten werden.
Schlusswort
Liebe Wassersportfreunde, Polen ist über die Ostsee und über die westdeutschen Binnenwasserstraßen schnell zu erreichen. Es hat eines der schönsten Sandstrände an der Ostsee und ist sehr reich an Flüssen und Seen. Es eröffnen sich dem aktiven Fahrtensportler besonders im Binnenbereich große Gebiete, die neu erkundet werden können. Auf Grund der wechselvollen politischen Vergangenheit des letzten Jahrhunderts in Großpolen, fehlt für den internationalen Tourenwassersport natürlich noch die entsprechende Infrastruktur, aber dafür fährt man immer durch eine herrliche natürliche Landschaft.
Die größeren Gemeinden haben an den großen Wasserstraßen in den letzen Jahren Anlegestellen geschaffen und sind bemüht an den Übernachtungsplätzen auch Strom- und Wasseranschlüssen zu schaffen. Außerhalb der großen Orte muss man sich in der freien Natur Liegeplätze suchen, oder man vertäut das Boot an einer alten Kaianlage in der Nähe einer Wohnsiedlung bzw. in den Schleusenvorhäfen
Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam in den nächsten Jahren noch mit zwei oder drei Booten gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen, so kann einer dem anderen bei Problemen helfen. Auch, wenn es nur die verstopfte Kühlwasserleitung ist, oder es geht um die Beschaffung von Frischwasser mit mehreren Schläuchen. Eine Fahrradtour oder ein Spaziergang in einer einsamen Gegend ist eben doch erholsamer, wenn man weiß, dass eine Bordwache zurück geblieben ist. Wir haben aber feststellen können, dass Diebstähle auf Sportschiffen in Polen nicht bekannt geworden sind, jedenfalls nicht mehr als in allen anderen Ländern auch. Bei der Erstellung dieses Revierführers für den Binnenwasserstraßenbereich haben wir uns zunächst auf den nördlichen Bereich Polens beschränkt, wo Boote bei normalen Wasserständen sicher mit einem Tiefgang von ca. 1.20 m fahren können. Die Wasserstraßen Polens erstrecken sich aber weiter südlich die Oder und Weichsel aufwärts bis nach Breslau bzw. Warschau. Für diese Gebiete war es uns noch nicht möglich, genaueres Material zu bekommen. Sollten Wassersportler sich als Pioniere mit dem Boot in diese Gebiete wagen, wäre der DMYV für Reisematerial, das wir für die nächste Auflage verwenden können, sehr dankbar. Die polnische Bevölkerung ist fremden Gästen gegenüber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit und freut sich über jeden Besucher in ihrer Region. Jeder Fahrtensportler sollte aber mit entsprechendem Fingerspitzengefühl vorgehen und grundsätzlich versuchen die Orte in der Landessprache auszusprechen. Ein kleines Konversationslexikon ist auch immer nützlich; denn die englische Sprache wurde hier, genau wie in der ehemaligen DDR, während der letzten 60 Jahre nicht gelehrt.
Treffen Santok in jedem Frühjahr Bootsfahrer, die sich lieber das erste Mal im Binnenrevier dieses Landes einer gemeinsamen Geschwaderfahrt anschließen möchten, haben dazu Gelegenheit bei einem Treffen der Wassertouristen aus der Euroregion Pro Europa Viadrina Santok. Der Start ist in Eisenhüttenstadt über Küstrin nach Santok, mit Übernachtungen in verschiedenen Orten. Dauer zwei bis drei Wochen.
Organisiert werden diese Geschwaderfahrten in jedem Frühjahr von: Kapitän Jerzy Hopfer e-mail: jerzyhopfer@poczta.omet.pl und
Horst Hein Möhlendamm 5-6, 13597 Berlin, Tel. Nr.: (030) 3332817
Wir wünschen allen Wassersportlern eine gute und erholsame Reise und eine glückliche Heimkehr
Deutscher Motoryachtverband e.V.
Wichtige Adressen Deutscher Motoryachtverband e.V. Vinckeufer 12-14 47119 Duisburg Tel.: (02 03) 8 09 58 0 Fax: (02 03) 8 09 58 58
Bundesgrenzschutzamt Rostock Gewettstraße 10 18057 Rostock Tel.: (03 81) 2 08 30
Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg Fürstenwallstr. 19/20 39104 Magdeburg Tel.: (03 91) 530 0
Deutsches Generalkonsulat in Stettin Krolowej Korony Polskiej 31 PL 70485 Szczecin Tel.: 00 48 91 22 52 12/13
Wasserschutz-Polizeistation Eichrähne 3 a 16248 Hohensaaten Tel.: (03 33) 6 82 62
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger Werderstr. 2 28199 Bremen Tel.: (04 21) 53 68 70
Polnisches Fremdenverkehrsamt Marburgerstr. 1 10789 Berlin Tel.: (0 30) 2 10 09 20
Generalkonsulat der Republik Polen Gründgensstr. 20 22309 Hamburg Tel.: (0 40) 61 18 71 15
Polski Zwiazek Zeglarski (Polnischer Seglerverband) ul.Chocimska 14 00-791 Warszawa Tel.: + 48 22 84 95 731 Fax: + 48 22 8 48 04 82
Polski Zwiazek Motorowodny i Narciarstwa Wodnego (Polnischer Motorboot- und Wasserskiverband) Wal Miedzeszynski 379 03-984 Warszawa
Impressum
Herausgeber: Deutscher Motoryachtverband e.V. Vinckeufer 12 - 14 47119 Duisburg Telefon (02 03) 80 95 80 Telefax (02 03) 8 09 58 58 Redaktion Otto Dreekmann Tel. Nr.: 0451 89 2980 E-mail: otto.dreekmann@versanet.de Diese Broschüre wurde unter Auswertung aller zur Verfügung stehender Unterlagen und eingeholter Auskünfte erstellt. Trotz sorgfältigster Bearbeitung kann eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben nicht übernommen werden. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Quellenangabe gestattet. Aktualisierungs- und Ergänzungsvorschläge werden an o.a. Anschrift erbeten.
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