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Angestrebte Neuregelung der Führerscheinregelung in der Sportschifffahrt
18.07.12

Zur angestrebten Neuregelung der Führerscheinregelung in der Sportschifffahrt hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtenwicklung Folgendes veröffentlicht:

Für die Führerscheinfreiheit bei motorisierten Sportbooten bis 11,03 kW wird künftig für den Binnen- und Seebereich einheitlich ein Mindestalter von 16 Jahren eingeführt, so dass im Binnenbereich bis 15 Meter Länge und im Seebereich längenunabhängig künftig führerscheinfrei ein Sportboot ab 16 Jahren geführt werden darf, sofern die Motorleistung an der Propellerwelle des Sportbootes nicht mehr als 11,03 kW (15 PS) beträgt und keine gewerbsmäßige Nutzung stattfindet.


Die für die Neuregelung erforderlichen Verordnungsänderungen werden voraussichtlich im September 2012 abgeschlossen sein. Faktisch greifen die neuen Regelungen daher erst für die kommende Wassersportsaison 2013.


Links:

www.elwis.de/Freizeitschifffahrt/fuehrerscheininformationen/index.html







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Ernst, 13-09-12 13:18:
Um es klar zu schreiben : die Anforderungen, welche zum Bestehen der Sportboot See Prüfung an die Bewerber gestellt werden, sind absolut unzureichend. Wer ohne jegliche Kenntnisse über Gezeitenstrom, Besteckversetzung durch Wind und Strom, Wasserstandsberechnungen oder Stromatlas und mangelhaftesten Kenntnissen in der Standortbestimmung angeblich befähigt wird, eine Yacht mit bis zu 12 Personen an Bord durch die Nordsee zu steuern, stellt eine Gefährdung des Schiffsverkehrs und für seine Crew sowie sich selber dar. Yachtschulen und Ausbildungsstätten mit nur dem geringsten Verantwortungsgefühl für die von ihnen Ausgebildeten müssen ihre Kursteilnehmer ausdrücklichst darauf hinweisen, dass sie mit den derzeitigen Prüfungsanforderungen und den dazu nötigen Kenntnissen auf der Nordsee nicht die erste Nachtfahrt oder den ersten Sturm überstehen werden. Als Yachtschulleiter und ehemaliger Marineoffizier sehe ich hier auch den DMYV in der Verantwortung, alles beim Verkehrsministerium zu unternehmen, um diesen derzeitigen Zustand zu verändern.
Ernst Schliemann
Yacht- und Navigationsschule Borby/ Eckernförde
Klabauter, 06-09-12 17:15:
Bei der Änderung von 3,68 auf 11kW von einem Sieg der Wirtschaft zu reden und das Beibehalten der 3,68kW-Grenze als vernünftig zu bezeichnen, ist so eine Sache...
Auch auf Binnenwasserstraßen hat man es zuweilen mit ordentlichen Strömungen zu tun, nicht nur dort, wo Gezeiten wirken. Da kann für die Gelegenheitstäter mehr Motorleistung auch sehr nützlich sein, eine durch Unwissen herbeigeführte Gefahrensituation trotzdem zu meistern (oder gar nicht erst hinein zu geraten).
Dass die Mehrleistung zu spürbar mehr Fehlverhalten führt, wage ich eher zu bezweifeln. Wie man immer wieder erleben kann, ist selbst der Besitz eines Befähigungsnachweises noch lange keine Garantie für ein dem Papier entsprechendes Verhalten... leider.
Um sich und andere erheblich zu gefährden, ist doch noch nicht einmal ein Motor erforderlich.
Das Verstehen und Befolgen der grundlegenden Regeln, gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt gegenüber anderen und der Natur passiert nach wie vor im Kopf und ist nicht proportional zur Motorleistung.
Wenn es (bei Inhabern und Nichtinhabern eines Scheins gleichermaßen) eigentlich auf das Verstehen und Befolgen der Grundlagen und Regeln ankommt, warum bemüht man sich dann nicht mindestens ebenso um verständlichere Formulierungen in den Regelwerken?
Der leichtere Zugang zum erforderlichen Wissen würde sicher einigen mehr den Weg zum Schein öffnen und den Verkehr viel sicherer machen als die 5PS-Grenze es je konnte.
Wieso wird eigentlich immer wieder so gerne auf 'die da unten' ohne Führerschein gezeigt?
Viele lernen für die Prüfung einfach nur auswendig, verinnerlichen die Inhalte nicht wirklich, praktizieren nicht regelmäßig und es gibt auch keine Wiederholungsprüfungen oder Auffrischungspflichten.
Nicht jeder ist aktives Vereinsmitglied.
Was also unterscheidet dann den Gelegenheitskapitän mit(!) Schein, der alle 3-4 Jahre nur für einige Tage fährt, von dem, der zwar keinen Schein hat, aber bei jeder passenden Gelegenheit auf dem Wasser unterwegs ist und immer bemüht ist, nichts falsch zu machen? Viel zu oft leider gar nichts!
Selbst viele Inhaber einer entsprechenden Berechtigung sind einer spontanen Überprüfung nicht wirklich gewachsen - um so weniger, je länger es zurückliegt.
Wer also von Vernunft sprechen will und sich wünscht, dass selbige siegt, sollte auch darüber einmal nachdenken, ob das so gut ist.
Die Leistungserhöhung für das Fahren ohne SBF geht für mich in Ordnung, aber es gäbe noch einige andere Dinge, die ebenso zu reformieren wären...
Stefan, 05-09-12 14:05:
Hurra, die Wirtschaft siegt über die Vernunft. Schon heute sind viele Freuzeitskipper mit 5 PS und den Fahrregeln völlig überfordert.

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