Historie des DMYV Teil 1

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„Auf Anregung des K.A.C. und des K.Y.C. fand am 28. November im Kaiserl. Automobil-Club eine Sitzung statt, welche den Zweck hatte, zur Pflege des Motorbootwesens und zur Förderung der einschlägigen Industrie einen Deutschen Motoryacht Verband zu gründen.“

Mit diesen Worten gibt der Deutsche Motorboot-Klub in seinen Offiziellen Mitteilungen von 1907 die Gründung des Deutschen Motoryacht Verbandes seinen Vereinsmitgliedern bekannt.
So unspektakulär die Mitteilung erscheint, umso folgenreicher ist die Entstehung des Verbandes für die Geschichte des motorisierten Wassersportes. Aus einem Verbund von wenigen wurde im letzten Jahrhundert eine Gemeinschaft von mehr als 100.000 aktiven Motorbootsportlern, organisiert in über 550 Vereinen.
An der Gründung beteiligten sich der K.A.C., der Kaiserl. Yacht-Club, der Bayerische Automobil-Club, der Deutsche Motorboot-Klub, der Motoryacht-Club, der Norddeutsche Automobil-Club und der Rheinische Motoryacht-Club. Die sieben Gründungsmitglieder gaben als Zweck des Verbandes an: Pflege des gemeinsamen Interesses des deutschen Motorbootwesens, die Durchführung von gleichartigen, möglichst internationalen Wettfahrt- und Vermessungsbestimmungen, Klasseneinteilungen und Zeitvergütungen, Festsetzung der Termine für offene Wettfahrten und der Förderung aller für das Motorbootwesen in Betracht kommenden Industrien.
Zum Präsidenten wurde Seine Durchlaucht Victor Herzog von Ratibor gewählt. Admiral a la Suite von Arnim übernahm das Amt des Vizepräsidenten, Geheimrat Prof. Dr. h.c. C. Busley wurde 1. Vorsitzender, Konsul H. Kustermann stellvertretender 1. Vorsitzender und Dr. P. Jeserich 2. stellvertretender Vorsitzender. Dem Präsidium gehörten die fogenden Beisitzer an: Konteradmiral D. Sarnow, R. von Carstanjen, Rudolph Hertzog.
Schon im Gründungsjahr zeigte sich das Spektrum des Motorbootsportes breit gefächert. Die verschiedenen Reviere, Binnen und See, beeinflussten die Entwicklung der Schiffe. Den Booten und Kreuzern wurde schon in der Konstruktionsphase das Revier auf den Rumpf gezeichnet. Der Rennbootsport blühte. Für das Jahr 1908 wurden durch den Verband 9 Rennveranstaltungen auf Binnengewässern und 2 auf Seegewässern, Kiel und Swinemünde, geplant.

Das Bestreben, den Rennsport zu reglementieren, führte 1907 international zur Gründung der "International Motor-Yacht-Association". Der Deutsche Motoryachtverband wurde bald Mitglied und vertrat die deutschen Interessen in Konkurrenz zum Motor-Yacht-Club von Deutschland, der auch für sich die Vertretung deutscher Interessen in einem anderen Verband reklamierte. Diese schlossen sich dann zum A.I.Y.A., der Association Internationale de Yachting Automobile, zusammen. Auf einem Außerordentlichen Verbandstag wurden im September 1908 die "Monacoregeln" angenommen. Diese Regeln bezogen sich auf ein Motorbootrennen in Monaco, sollten aber später der Grundstein für internationale Reglements werden. Der Motor-Yacht-Club von Deutschland stimmte nur bedingt diesen Regeln zu. Die Angst, dass diese Regeln lediglich die Rennmaschinen fördere, wogegen man in Deutschland eher beabsichtigte, den Bau starker Seeboote mit kräftigen Maschinen und guten Kreuzereigenschaften zu fördern, stellte sich aber schnell als unbegründet aus. Schon im folgenden Jahr wurde auf dem Verbandstag berichtet, das sich auch in Deutschland die Neukonstruktion von Booten auf die Monacoregeln bezog.
Um dem Rennsport neben den Regeln auch einen Anreiz zu geben, beteiligte sich der Verband 1911 am Monaco-Ermunterungsfond mit 2000 Mark. Der Fonds sollte dazu dienen, deutsche Fahrer, Boote und Konstrukteure eine erfolgreiche Teilnahme am Motorbootrennen in Monaco zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass sich die Preisgelder vor dem Krieg auf bis zu 6000 Mark beim Rennen am Starnberger See beliefen.
Diese Regelungen der Wettkämpfe bzw. der Messformeln für die Boote führte 1912 dazu, dass der Verband einen eigenen, einheitlichen Tourenzähler herausgab. Dadurch waren die Schiffseigner in der Lage, die benötigten Werte für den Messbrief selber zu ermitteln. Für 52,- Mark konnte der Tourenzähler bei der Geschäftsführung des Verbandes bezogen werden.
Es wurde auch immer wieder diskutiert, das Stimmverhältnis auf den Verbandstagen zu ändern. Der Grund dafür lag schon bei Gründung des Verbandes auf der Hand. Die Automobilclubs waren wesentlich mitgliedsstärker als die reinen Motorbootclubs. Bei einer Grundstimme pro Verein und einer Stimme auf 10 Vereinsmitgliedern waren die Machtverhältnisse im Verband auf Seiten der Automobilclubs. Vorschläge, die Stimmen nach den Vereinsbooten zu vergeben, fanden jedoch kein Gehör. Die Finanzkraft der Automobilvereine machte viele Aktivitäten im Motorbootsport erst möglich.

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