Wasserpacht – Verbände kämpfen gemeinsam für die Vereine

Bei einer virtuellen Tagung des Forum Wassersport im DOSB hat der Deutsche Motoryachtverband gemeinsam mit den anderen Sportverbänden ein Schreiben an den Verkehrsausschuss sowie den Tourismusausschuss des Bundestages verabschiedet. Darin fordern die Wassersportverbände insbesondere eine transparente und faire Entgeltregelung sowie eine finanzielle Entlastung der Vereine in der Corona-Krise.

Die Erhöhung der Wasserpachten durch die WSA schwebt schon länger über den Motorbootvereinen an den Bundeswasserstraßen. Zu Beginn des Jahres, das machten die Verbände in ihrem Brandbrief deutlich, meldeten sich nun zahlreiche besorgte Wassersportvereine. Viele wurden mit teilweise verdoppelten Wasserpachten konfrontiert.

Was für so manchen Verein unter normalen Umständen bereits eine große Herausforderung darstellen würde, kann in Zeiten des absoluten Vereinsstillstands sogar den finanziellen Kollaps bedeuten. Die Wasserpachten bilden einen der größten Kostenfaktoren für gemeinnützige Vereine, die bei einer drastischen Erhöhung oftmals keine Wahl haben, als die Mitgliedsbeiträge massiv anzuheben.

Dies machten nun auch die Spitzenverbände des Wassersports in ihrem Brief deutlich. Dabei fordern sie von der Politik einheitliche und nachvollziehbare Kriterien für Revierklassen und deren Gebühren. Zudem eine Aufschlüsslung, wie die Erhöhungen zustande kommen. Zu guter Letzt – und das ist das wichtigste Signal an die Mitgliedsvereine – bringen die Verbände eine finanzielle Entlastung im Zuge der Corona-Pandemie ins Spiel.

So schlägt das Forum Wassersport im DOSB vor, die Ermäßigung der Nutzungsentgelte für gemeinnützige Vereine von 50% auf die ursprünglich vorgesehenen 75% zu erhöhen. Ein weiterer Vorschlag an die Ausschüsse des Bundestages bildet die Kaufoption der Grundstücke für Vereine bei einer drastischen Erhöhung der Pachten.

Dies, so machen es die Verbände in ihrem Brief abschließend deutlich, sei notwendig, „um den gemeinnützigen Wassersport in Deutschland weiterhin für die Vereine und ihre Mitglieder finanzierbar zu halten.“ Da die Gebührenordnung bereits zwischen Bundesverkehrsministerium und der Generaldirektion Wasserstraßen (GDWS) beschlossen scheint, fordern die Spitzenverbände die Möglichkeit zur Beteiligung an diesem Prozess, um die Interessen ihrer Sportlerinnen und Sportler adäquat vertreten zu können.  

Die Zukunft so mancher Motorbootvereine steht hierbei auf dem Spiel, weshalb der DMYV nun den Druck auf die Politik erhöht, für die Wasserpachten eine faire und finanzierbare Lösung zu finden. Am Ende, das unterstreichen die Spitzenverbände in diesem Brief, tragen die Einzelsportler die Last und die Existenz des Vereinswesens wird dadurch bedroht.

Geforderte Maßnahmen für den gemeinnützigen Wassersport der Spitzenverbände im DOSB:

1. Höhe der Entgelte sowie Art und Weise der Anpassung

• Eine Staffelung der Entgeltanpassungen für gemeinnützige Vereine über einen möglichst langen Zeitraum.
• Erhöhung der Ermäßigung auf die Nutzungsentgelte auf die ursprünglich angedachten 75 Prozent
• Dauerhafte Festschreibung der ermäßigten Entgelte anstelle von wiederkehrenden Haushaltsvermerken.

2. Größe der Nutzungsflächen realistisch bemessen

• Entgelte lediglich für die tatsächlich genutzten Flächen
• Wohlwollende Anpassung der in Anspruch genommenen Flächen an die faktische Nutzung
• Restflächen großzügig auslegen

3. Möglichkeiten zum Erwerb der Flächen vereinfachen

• Einräumung der Möglichkeit, die genutzten Flächen zu günstigen Konditionen als Eigentum zu erwerben
• Erwerb direkt aus dem WSV-Vermögen
• Ermäßigung auf den Kaufpreis analog zur Ermäßigung auf das Nutzungsentgelt


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