Wasserversorgung am Bootssteg und an Bord - Rechtsnormen und technische Regeln betreffend Leitungsmaterial

Kompetenzcenter Raumordnung, Umwelt und Infrastruktur

Wiederholte Anfragen aus dem Mitgliederkreis geben Veranlassung über die zu beachtenden Vorschriften zu informieren sobald ein Wassersportverein im Hafen Stege und Liegeplätze mit Wasserleitungen einschl. Zapfanlagen zur Versorgung der Boote mit Trinkwasser ausstattet.

1. Zapfanlagen zur Entnahme von Wasser (Wasserhähne) und Leitungsnetz am Steg als "Wasserversorgungsanlagen" i.S. der Trinkwasserverordnung

Leitungen, Armaturen und Zapfhähne zur Fortleitung bzw. zur Entnahme von Wasser aus dem öffentlichen Netz sind ab der Übergabestelle an das Bootshaus und/oder den Bootssteg als "Hausinstallation" Gegenstand des rechtlichen und technischen Normenwerks, nämlich




  • Verordnung über Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung - TrinkwV) von 2001
  • Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) und
  • Normenwerk des DIN-DVGW (DIN 1988 Teil 2, DVGW-Arbeitsblatt W 270).





Die TrinkwV regelt für die Anlagen neben der amtlichen und der Eigenüberwachung insbesondere auch die Materialfrage bezüglich der Hausinstallation. Stattet der Verein seine Zapfhähne mit Schläuchen aus, um den Bootseignern (Mitgliedern oder Gästen) die Befüllung ihres Bootstanks zu ermöglichen, ist dieser Schlauch Teil der Installation, da aus ihm das Wasser der Installation entnommen wird.

Die TrinkwV bestimmt, dass die Werkstoffe, aus denen die Anlage besteht, so beschaffen sein müssen, dass sie keine gesundheitsgefährlichen Stoffe an das Wasser abgeben oder seinen Geschmack beeinträchtigen, was als erfüllt gilt, wenn die Anlage "mindestens nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik" errichtet und betrieben wird (§ 17 TrinkwV, ähnlich § 12 Absatz 4 AVBWasserV).


2. Die allgemein anerkannten Regeln der Technik

Kunststoffe (KTW = Kunststoff in der Trinkwasserversorgung), die in der Installation verwendet werden, müssen nach den Regeln des DIN-DVGW geprüft und für geeignet befunden worden sein. Das Zeichen "DVGW 270" oder "KTW – DIN-DVGW 270" oder "KTW- geprüft nach DVGW 270" bekundet, dass gegen dieses Material im Kontakt mit Trinkwasser keine Bedenken bestehen (DIN 1988 Teil 2 Abschnitt 2.2). Dies  betrifft mithin die Schläuche, die der Verein bzw. Hafen an den Zapfhähnen anbringt; eigene Schläuche des Bootseigners dienen der Annahme von Wasser und werden nach der Wasserentnahme wieder vom Zapfhahn gelöst; sie sind somit nicht Teil der Wasserinstallation.
Entsprechende Schläuche werden vom Fachhandel angeboten.

Und an Bord?
Der Trinkwassertank an Bord eines "Wasserfahrzeugs" und somit auch eines Sportbootes ist einschließlich der bootsinternen Leitungen eine nicht ortsfest betriebene Wasserversorgungsanlage und unterliegt damit grundsätzlich den vorgenannten rechtlichen und technischen Vorschriften. Als nicht ortsfeste und überdies nicht gewerblich betriebene Anlage gelten hierfür indes weniger strenge Vorschriften bezüglich Überwachung. Die Materialfrage richtet sich wie vor nach den technischen Vorschriften, so das Tank und bootsinterne Leitungen, soweit sie aus Kunststoff bestehen, das vorgenannte Prüfsiegel haben müssen.
He.

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

mehr

Formulare

Ihr schneller Kontakt zum DMYV. Nutzen Sie unsere Online-Formulare, um schnell mit uns kommunizieren zu können.

Zum Formular

Shop

Der DMYV wird in Kürze wieder zur Verfügung stehen. Für Bestellungen nutzen Sie bitte unser Online-Formular.

Zum Formular