Offener Brief des Präsidenten des Deutschen Motoryachtverband e.V., Winfried Röcker, an den Präsidenten des ADAC, Peter Meyer

Sehr geehrter Herr Präsident Meyer,

die medienbezogene Offenlegung der Vorkommnisse in Ihrem Hause und die Verstrickungen geben mir Anlass, meine Enttäuschung nicht nur persönlich, sondern auch als Präsident des Deutschen Motoryachtverbandes e.V. darzulegen.

Zum Zuge der Diskussion in der Großen Koalition um die Maut auf den Autobahnen vertreten Sie, entgegen aller Erwartungen Ihrer Mitglieder, die Erhöhung der Mineralölsteuer. Sie würde die ausländischen PKW-Fahrer aber besonders die deutschen Autofahrer in unserem Land, darüber hinaus auch die Bootsfahrer schmerzlich treffen. Dies in einer Zeit, in der endlich der Deutsche Bundestag die Bundesregierung aufgefordert hat, Maßnahmen zur Förderung des Wassertourismus einzuleiten.

Noch mehr enttäuscht, ja verärgert, bin ich darüber, wie Sie in Ihrem „Konzern“ gleich einer Krake allein aus wirtschaftlichen Interessen in alle Bereiche unserer Gesellschaft eingreifen. Nicht einmal gemeinnützige Sportverbände, wie den Deutschen Seglerverband e.V. und den Deutschen Motoryachtverband e.V. lassen Sie aus. Ihr Antrag auf die Beleihung im Führerscheinwesen beim Bundesministerium für Verkehr wurde natürlich wohlwollend vom damaligen Verkehrsminister Dr. Ramsauer befürwortet.

Bei einem Gespräch 2012 mit Dr. Häbich in Ihrem Hause äußerte er auf meine Anfrage auf Ambitionen des ADAC im Sportbootführerscheinwesen: „Das wird zur Zeit geprüft. Wenn es für uns wirtschaftlich interessant ist, werden wir es machen.“
Sehr geehrter Herr Präsident! Wie weit geht Ihr wirtschaftliches Machtstreben, dass Sie nicht einmal zurückschrecken und in Strukturen eingreifen, die sich über 50 Jahre ohne Beanstandung bewährt haben? Strukturen, die ehrenamtlich aufgebaut und im Sinne der staatlichen Beleihung ständig beaufsichtigt und verwaltet werden. Ihr ADAC ist neben Ihren vielen Tochtergesellschaften sportlich aktiv, veranstaltet Motorsportevents und betreut Vereine. Ist das der sportliche Geist des ADAC, dass es in unsere Verbände eindringt, so dass wir gegebenenfalls Personal entlassen müssen!?

Aus Sorge um den Verband, den ich ehrenamtlich und uneigennützig leite, kann ich persönlich kein Mitglied des ADAC mehr sein und kündige meine fast 50jährige Mitgliedschaft.

Mit freundlichen Grüßen
Winfried Röcker
Präsident

 

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