Meldung aus dem Kompetenzcenter Raumordnung Umwelt- und Infrastruktur

 

Aufgrund von wiederholten Anrufen in der Geschäftsstelle bzgl. der Abfallentsorgung und der Notwendigkeit des Einbaus von Fäkaltanks im In- und Ausland wird vom Kompetenzcenter noch einmal der derzeitige Sachstand dargelegt.

Abfallbeseitigung an Bord

Verboten ist, Kunststoffgegenstände jeglicher Art einschl. synthetischer Seile, synthetischer Fischernetze und Kunststoffmülltüten sowie Asche aus Verbrennungsvorgängen mit Kunststoffgegenständen, die Gift- oder Schwermetallrückstände enthalten können in das Meer zu entsorgen.

Grundsätzlich ist weiter die Beseitigung von Stauholz sowie schwimmfähigen Schalungs- und Verpackungsmaterialien in einer Entfernung von weniger als 25 Seemeilen zum Festland untersagt. Das Gleiche gilt für die Entsorgung von Lebensmittelabfällen und sonstigem Müll einschl. Papiererzeugnissen, Lumpen, Glas, Metall, Steingut und ähnlichem Abfall in einer Entfernung von weniger als 12 Seemeilen jeweils zum nächstgelegenen Land. Bei gemischten Abfällen gelten die strengeren Vorschriften.

Daher müssen aufgrund der Anlage 5, Regel 9, Absatz 1 des MARPOL – Übereinkommens auf jedem Schiff von 12 oder mehr Metern Gesamtlänge Aushänge zur Unterrichtung der Besatzungsmitglieder und Fahrgäste über die anzuwendenden Vorschriften der Beseitigung von Müll angebracht sein. Diese Verordnung gilt auch für die Sportschifffahrt und sollte in Zukunft dringend beachtet werden. Es handelt sich hier um bereits seit längerer Zeit geltendes Recht und bei einem Gespräch im Verkehrsministerium wurden die Verhandlungspartner darüber unterrichtet, dass diese Vorgaben von der Wasserschutzpolizei nunmehr intensiver kontrolliert werden.

Da diese Vorschrift sehr umfangreich ist und zweisprachig aushängen muss, wurde in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung eine Zusammenfassung der entscheidenden Aussagen erstellt.

Mit Rücksicht auf die von den Wassersportverbänden erarbeiteten “10 Goldenen Regeln“, wonach grundsätzlich kein Abfall ins Wasser entsorgt werden darf, sondern immer in bereitstehende Abfallbehälter gehört, ist im Zuständigkeitsbereich der Bundesrepublik Deutschland auf der Ostsee der Aufkleber des DMYV ausreichend. Im weiterreichenden Seegebiet ist eine Kurzfassung über die Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe - hier Abfallbeseitigung an Bord – dringend erforderlich.

Aufkleber und Kurzfassung sind beim Deutschen Motoryachtverband zu beziehen.


Fäkaltanks ( Ostsee )

Grundsätzlich muss jedes Sportboot, das mit einem WC ausgestattet ist, mit einem Fäkaltank ausgerüstet sein. Die Mindestgröße beträgt 8 Liter pro Koje und Tag, bezogen auf die durchschnittliche Dauer bis zum Erreichen der nächsten Absauganlage;
( Beispiel: Eltern mit 2 Kindern = 4 Personen x 8 Liter = 32 Liter pro Tag. Bei angenommenen 5 Tagen bis zur nächsten Absauganlage errechnet sich ein Mindestfassungsvermögen des Fäkalientanks von 160 Litern. Zuzüglich einer zu empfehlenden Sicherheitsreserve ergibt sich ein Gesamtfassungsvermögen von 200 Litern ).

Ausnahmen:
Bei einem Termin mit Vertretern des Umweltministeriums und des Verkehrsministeriums wurde auf die besonderen Schwierigkeiten des nachträglichen Einbaus bei älteren Booten hingewiesen. Es wurden folgende Ausnahmen ausgehandelt, d.h. die Pflicht zum nachträglichen Einbau besteht nicht wenn

  • das Boot vor 1980 gebaut wurde oder
  • das Boot unabhängig vom Baujahr weniger als 11,50 m Rumpflänge oder
  • das Boot unter 3,80 m breit ist
  • die Kosten eines nachträglichen Einbaus 10% des Verkehrswertes ( Zeitwert ) oder unabhängig davon nach Kostenanschlag die Einbaukosten über 4000 Euro betragen
  • der nachträgliche Einbau eines Tanks in ausreichender Größe technisch nicht möglich ist. Dies ist allerdings durch ein Gutachten zu belegen, das ständig an Bord mitgeführt werden muss.


Ein Fäkaltank ist ferner nicht erforderlich bei Booten, die im Leistungssport Verwendung finden sowie Regattabegleitboote, die nur vorrübergehend die Ostsee befahren.

Boote mit WC ( unabhängig von ihrer Größe bzw. Einbaumöglichkeit ), die nach Januar 2003 in Verkehr gebracht wurden, sind verpflichtet, mit einem Fäkaltank ausgerüstet zu sein.
Vom Bundesminister für Verkehr, Bauwesen und Stadtplanung wurden zwischenzeitlich technische Einbauregeln zum nachträglichen Einbau herausgegeben. Diese sind auf der Internetseite  des DMYV veröffentlicht.

Für  die Nordsee existieren zurzeit noch keine allgemeingültigen Vorschriften über Fäkaltanks in Sportbooten ( eine entsprechende Verordnung befindet sich in Vorbereitung und tritt spätestens mit der Meerwasserrahmenrichtlinie in Kraft ).


Fäkaltanks ( Niederlande )


Seit dem 01.01.2009 ist in den Niederlanden die Einleitung von Fäkalien grundsätzlich verboten. Diese Regelung bezieht sich auf Binnen- und Seegewässer ( 12 - Meilenzone ). Ausnahmen gibt es nur für Boote, mit denen Leistungssport betrieben wird sowie für Boote, die vor 1950 gebaut wurden und zwischenzeitlich keinen Umbau erfahren haben. In den Niederlanden wurden ca. 400 Absauganlagen installiert und seit Januar 2009 müssen alle Vereine und Marinas, die über mehr als 50 Liegeplätze verfügen mit einer Absauganlage ausgerüstet sein. Der Gesetzgeber schreibt keinen grundsätzlichen Einbau von Fäkaltanks vor sondern er stellt es in die Verantwortung des Skippers, dafür Sorge zu tragen, dass keine diesbezüglichen Gewässerverschmutzungen auftreten.

Bei Nichtbeachtung dieser Verordnung drohen empfindliche Strafen.
Su

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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