Leichtes Spiel in schweren Zeiten

 

 

 

Auf seine Gefolgschaft, genauer gesagt auf die Mitgliedsvereine im Deutschen Motoryachtverband, kann sich Winfried Röcker verlassen. Am Deutschen Eck im Schatten des Reiterstandbildes Kaisers Wilhelm I in Koblenz schenkten die Delegierten und rund 150 Vereinsvertreter ihrem Präsidenten das volle Vertrauen. Gerade in schweren Zeiten hilft das überaus klare Votum von über 95 Prozent der anwesenden 430 Stimmen. Mit dieser überzeugenden Mehrheit wählten die Vereinsvertreter Winfried Röcker für weitere vier Jahre zu ihrem Präsidenten, gaben ihm und seinem Vorstand die volle Unterstützung in allen Punkten und verhalfen ihm auch bei kritischen Punkten zu einem leichten Spiel.

Wären da nicht die vier Wahlen gewesen, die laut Satzung als geheime Wahl durchzuführen sind und daher Zeit kosteten, es wäre der Verbandstag gewesen, der mit Rekordzeiten in die Historie eingegangen wäre. Denn sowohl Präsidiumssitzung und Delegierten-Tagung an den Vortagen verliefen in überzeugender Harmonie und bereiteten in Kurzzeit auch schwierige Themen wie Beitragserhöhung perfekt vor. So stimmte dann auch die Mehrheit von rund 94 Prozent für die Erhöhung und sorgte für einen Verbandstag im Schnelldurchlauf. Nach drei Stunden waren alle 15 Tagungsordnungspunkte abgearbeitet, und das Präsidium geht gestärkt in die nächsten vier Jahre.

Winfried Röcker (Wallenhorst), der bereits seit zwölf Jahren den DMYV anführt, legte mit seinem 2. Vizepräsidenten und Schatzmeister Dr. Hans Partheimüller (Hallstadt) alle Zahlen und Fakten auf den Tisch. Die roten Zahlen im Haushalt 2007 und die befürchteten und erwarteten roten Zahlen 2009 (die beide durch Rücklagen aus dem Jahr 2006 abgedeckt sind) machten deutlich, dass auf den Verband harte Zeiten zukommen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sinken auch die Verbandseinnahmen in allen. Und der DMYV stellt sich auf 15 Prozent weniger Einnahmen ein. Um die Aufgaben trotz rigoroser Einsparungen weiterhin im vollen Umfang erledigen zu können, müsse der Beitrag ab dem 1. Januar 2010 angehoben werden, so Partheimüller. Die Zustimmung von 94 Prozent unterstrich, dass ehrliche Zahlen auch in schweren Zeiten verstanden und richtig eingeordnet werden.

Dabei stand der Verbandstag ganz im Zeichen der Jugend und der Dienstleistung für die Vereine. Allein diese beiden Ressorts oder Kompetenzcenter bleiben von der allgemeinen Budgetkürzung von rund zehn Prozent verschont. „Jugend, Jugendarbeit, Jugendsport, Jugendfreizeit, Jugendförderung“ – im Mittelteil seines Vortrages machte Röcker den Anwesenden die immense Bedeutung des Nachwuchses deutlich. Ohne sie gebe es keine Zukunft, so Röcker. Mit den Aktionen „Kids kommt ins Boot“, „Projektwoche Schule“ und „Rennbootschule für Neueinsteiger“ zeigt der Verband Wege auf, den Nachwuchs zu fördern. Auch das offizielle Verbandsmagazin „Wassersport“ geht gemeinsam mit der Bremer Drettmann-Group auf die Bedeutung der Jugend ein und widmet ihr Extraseiten. So war der Applaus dann auch groß, als am Festabend bekannt gegeben wurde, dass für den Preis „Verein des Jahres“, den die hanseboot und der SVG Verlag ausschreibt, ab 2009 als einziges Kriterium die Nachwuchsarbeit angelegt wird und jährlich ein Segelverein und ein Motorbootverein für besondere Jugendarbeit ausgezeichnet werden.
Röcker bemängelte, dass nur rund zehn Prozent der DMYV-Vereine aktive Jugendarbeit leisten. Umso erfreulicher sind die Erfolge der DMYV Jugendnationalmannschaft, die als „Titelhamster“ beim Festabend auftrat. Neben zahlreichen Einzel-Titeln und -Vizeweltmeisterschaften sicherte sich die Mannschaft nach 2007 in Leer auch 2008 in Italien die Vizeweltmeisterschaft.
„Unser Nachwuchs kann sich sehen lassen“, so Röcker nicht ohne Stolz. Damit es so bliebe, seien die Vereine gefordert. Es müsse jeder Verein hinterfragen, ob noch alle Eckpfeiler zeitgemäß seien. Hohe Aufnahmegebühren und Probezeiten passten nicht mehr so recht in die Zeit. Der Verein müsse sich der neuen Situation anpassen, wettbewerbsfähig bleiben und sein eigenes Profil bewahren oder schärfen, so der DMYV-Präsident.

Wahlen:
Präsident: Winfried Röcker
2. Vizepäsident und Schatzmeister: Dr. Hans Partheimüller,
Beisitzer Breitensport: Michael Martini
Beisitzer Wassersport: Manfred Gäng
Kassenprüfer: Andreas Howein
Stellvertretender Kassenprüfer: Manfred Braun.

Workshops:

Das Steuerrecht für Vereine und die Versicherungsmöglichkeiten und –Probleme für Vereine (Vortag von Ole Pietschke/Pantaenius) waren die Inhalte der dem Verbandstag vorgeschalteten Workshops. Inhalte und Arbeitspapier können beim DMYV abgefordert werden. Zentrale Aussage beim Steuerrecht: Die Vereine sollten ihre jährliche Freistellung bei der Finanzbehörde abfordern, um nicht schlimmstenfalls in ein siebenjähriges Loch zu fallen.. Im Bermuda-Siebeneck zwischen ideeller Tätigkeit, dem steuerneutralen Bereich, Vermögensverwaltung und dem Zweckbetrieb mit den Facetten ertragssteuerneutraler Zweckbetrieb Sport, ertragssteuerneutraler Zweckbetrieb (nicht Sport) und ertragssteuerpflichtiger Geschäftsbetrieb wird mehr Wissen von den ehrenamtlichen Schatzmeistern abgefordert, als von den meisten Kaufleuten.

Hermann Hell

 

Der ausführlichen Bericht lesen Sie bitte in der nächsten Ausgabe der Wassersport.

 

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