Kurzbericht über die EBA-Herbstsitzung in Aarhus (Dänemark)

Ausrichtung von EBA-Generalversammlungen
Das EBA-Sekretariat hat ein Anforderungsprofil für die Ausrichtung von EBA-Generalversammlungen durch ein gastgebendes EBA-Mitglied ausgearbeitet, das zustimmend zur Kenntnis genommen wurde. Danach besteht besonderes Interesse an grundsätzlich angemessenen Tagungskosten durch einen für alle europäischen Mitgliedsverbände gut erreichbaren Tagungsort und vertretbare Hotelpreise.


Nutzung des geschützten EBA-Logos

Regelungen für die Nutzung des EBA-Logos durch die Mitgliedsverbände mit dem Zusatz „EBA-Mitglied“ wurden beschlossen. Außerdem soll das Logo nur auf endgültigen Schreiben oder Positionspapieren - nicht auf Entwürfen - Verwendung finden, um nach außen deutlich zu machen wofür die EBA steht.


EBA-Haushalt und Mitgliederzahlen
Nach dem Stand vom 30.09.2013 kann der Haushalt 2013 wahrscheinlich mit einem kleinen Überschuss abgeschlossen werden. Auf der Grundlage von konstant rund 1,5 Millionen Mitgliedern in den EBA-Verbänden konnte auch der Haushalt 2014 mit seit 5 Jahren unveränderten Mitgliedsbeiträgen aufgestellt und beschlossen werden.


Yacht-Carter-Empfehlungen
Die von einer EBA-Arbeitsgruppe vor 2 Jahren erarbeiten Hinweise für Charterer, die seitdem auf der EBA-Webseite veröffentlicht sind, konnten nicht den ursprünglich angestrebten Status einer CEN- oder ISO-Norm erreichen. Es wurde daher beschlossen den jetzigen Status beizubehalten und weitere Aktivitäten der Arbeitsgruppe zu beenden.


Sicherheit in Bootshäfen
Eine EBA-Arbeitsgruppe begleitet seit rund 2 Jahren eine ISO-Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Mindeststandards für Sportboothäfen aller Art. Der größere Teil dieser Standards definiert Serviceanforderungen, ein kleinerer Teil jedoch auch Sicherheitsanforderungen. Infolge der parallelen Arbeit der EBA-Arbeitsgruppe gibt es hier inzwischen vertiefte Kenntnisse zum Problem der Sicherheit speziell in privat betriebenen Clubhäfen.
Da die Veröffentlichung der ISO-Norm erst in frühestens 2 bis 3 Jahren erwartet wird, die EBA nun aber durch ihre Arbeitsgruppe wichtige Kenntnisse zu Sicherheitsfragen in Clubhäfen erarbeitet hat, wurde beschlossen, diese in einem informellen Informationspapier auf der EBA-Webseite vorab zur Verfügung zu stellen.


Entsorgung gebrauchter Boote
Eine EBA-Arbeitsgruppe sucht nach Lösungen für eine geregelte Entsorgung alter abgängiger Boote. Dabei geht es weniger darum der Industrie Ratschläge für ihren Verantwortungsbereich zu geben, sondern eine EBA-Position für ein geplantes EU-Papier rechtzeitig vorzubereiten.


(Gast-)Regelungen in fremden Staaten
Die EBA hat in der Vergangenheit eine umfangreiche Dokumentation aller die Freizeitschifffahrt betreffenden nationalen Regelungen (Vorschriftenhandbuch) aufgebaut. Dieses Vorschriftenhandbuch muss von sachkundigen Personen in den Mitgliedsverbänden auf einer EBA-Webseite aufwendig gepflegt werden. Der Hauptzweck dieses Handbuchs ist der EBA Hindernisse für einen möglichst barrierefreien Bootstourismus und damit Handlungsbedarf für eine Harmonisierung aufzuzeigen. Das Handbuch ist aber für den Gebrauch an Bord eines Bootes ungeeignet.
Eine EBA-Arbeitsgruppe hat sich nunmehr vorgenommen parallel zum Vorschriftenhandbuch übersichtliche Informationen über maßgebende Regelungen in einzelnen fremden Staaten zu dokumentieren, die für den einzelnen Skipper einfach zu handhaben sind.


EU-Wasserrahmenrichtlinie
Bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in den EU-Mitgliedsstaaten ist mit der Forderung der EU-Kommission nach umweltbezogenen Schifffahrtsgebühren für die Nutzung von Gewässern ein weiteres Konfliktpotential für die Freizeitschifffahrt entstanden. Die EU hat in dieser Frage das Handeln der Regierungen von Österreich, Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Irland, Ungarn, Niederlande und Schweden wegen fehlender Kostenerstattung für Umweltschäden beanstandet und Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. In der Prozessvorbereitung wurde auch darüber nachgedacht, ob die Freizeitschifffahrt von diesen Gebühren ausgenommen werden könnte, weil sie nicht ursächlich für die erhebliche Veränderung der natürlichen Gewässer ist, für deren Renaturierung das Gebührenaufkommen Verwendung finden könnte.
Das EBA-Sekretariat verfolgt den Prozess gegen Deutschland mit einer für das Frühjahr 2014 erwarteten Entscheidung mit großem Interesse.


Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM)
HELCOM hat die Freizeitschifffahrt als bedeutende Komponente für den Schutz der Ostsee entdeckt und der EBA eine Kooperation angeboten. Auf Grund einer Ministererklärung sollen in einem Untersuchungsprogramm innerhalb von 4 Jahren folgende Sachverhalte betrachtet werden:


• Wie viele Boote gibt es in der Ostsee?
• Geografische Verteilung registrierter Boote entlang der Küsten.
• Kapazität der Sportboothäfen und deren Besucherzahlen
• Schätzwerte der Fahrtintensitäten in den einzelnen Seegebieten
• Erfassung der Umweltauswirkungen der Freizeitschifffahrt.

Die EBA ist sich bewusst, dass die Bearbeitung der Sachverhalte sehr aufwendig sein wird. Es ist jedoch von Vorteil mit der HELCOM zu Kooperieren und Einfluss auf die Ergebnisse zu nehmen, damit HELCOM die Freizeitschifffahrt und deren wirtschaftliche Bedeutung besser versteht.


Verfrachtung fremder Organismen
Zur Problematik der Verfrachtung fremder Organismen, auch durch Sportboote, hat die IMO im Oktober 2011 eine Richtlinie mit einer speziellen Empfehlung für die Freizeitschifffahrt erlassen. Im September 2013 hat nun die EU-Kommission den Entwurf einer Vorschrift zum Problem der Verfrachtung fremder Organismen auf allen Pfaden (Land-, Luft- Seeverkehre) veröffentlicht. Nach diesem Entwurf ist zu befürchten, dass die EU-Vorschrift gegenüber der IMO weitaus schärfer reguliert und die Freizeitschifffahrt nicht nur mit Empfehlungen bedacht wird.
Die EBA wird sich intensiv in den Gestaltungsprozess der EU-Vorschrift einbringen. Daneben werden alle Mitglieder aufgefordert möglichst rasch dafür zu sorgen, dass in ihren Mitgliedsstaaten die IMO-Empfehlungen umgesetzt werden, um bei der Freizeitschifffahrt der EU den Wind aus dem segel zu nehmen. Der DMYV ist mit einem Artikel im Dezember-Heft der Zeitschrift „Wassersport“ bereits tätig geworden.


EU-Bootsbau-Richtlinie
Das EU-Parlament hat am 09.10.2013 die europäische Bootsbau-Richtlinie angenommen. Im langwierigen Entstehungsprozess ist es der EBA nicht gelungen alle Änderungswünsche umzusetzen. Das trifft insbesondere die Regelungen zur Zertifizierung von Bootsimporten aus Nicht-EU-Staaten. EBA wird auf ihrer Webseite die neue Richtlinie kommentieren.

EBA-Vizepräsidenten
Auf Vorschlag des DMYV wurde Dieter Haendel für weitere 4 Jahre als EBA-Vizepräsident ohne Gegenstimme bestätigt.

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

mehr

Formulare

Ihr schneller Kontakt zum DMYV. Nutzen Sie unsere Online-Formulare, um schnell mit uns kommunizieren zu können.

Zum Formular

Shop

Der DMYV wird in Kürze wieder zur Verfügung stehen. Für Bestellungen nutzen Sie bitte unser Online-Formular.

Zum Formular