Kurzbericht über die EBA-Frühjahrssitzung 2014 in Palma

EBA Organisation

  • EBA-Mitgliedschaften
    Der Antrag des Isländischen Seglerverbandes auf EBA-Mitgliedschaft wurde angenommen.
  • Finanzen
    Die EBA-Finanzen sind stabil. Es wurde im Jahr 2013 wie in den Vorjahren Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet.
  • Vorschriftenverzeichnis RRG
    Aktualisierungen im Vorschriftenverzeichnis RRG durch die EBA-Mitglieder sollen farblich abgesetzt vorgenommen werden.
  • Darstellung wichtiger laufender Angelegenheiten auf der EBA-Webseite
    Die Royal Yachting Association (RYA) informiert ihre Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit über wichtige laufende Angelegenheiten; und zwar über die Position, die RYA dabei einnimmt und was erreicht werden soll. Damit will RYA seine Mitglieder darüber informieren, was für sie getan wird und wie erfolgreich dieses Wirken ist. Für die EBA wurde beschlossen, dass das Muster der RYA-Information übernommen und auf der allgemeinen EBA-Webseite für alle Interessierte offen dargestellt werden soll. So können künftig EBA-Mitglieder auch für nicht abgeschlossene Angelegenheiten die EBA-Position mit ihren nationalen Regierungen kommunizieren.


EBA-Projektarbeit

  • Zerlegen von gebrauchten Booten
    Die Vertreterin der European Bootsindustrie (EBI) erhielt die Gelegenheit, als EBA-Gast über das EBI-Projekt BOAT DIGEST zu informieren, das zum Ziel hat, die Herstellung von Freizeitschiffen in Hinblick auf spätere Zerlegungsmöglichkeiten zu verbessern. Das Projekt kennzeichnet auch ein neues Bewusstsein für die Verantwortung am Lebensende von gebrauchten Booten und für die Probleme der letzten Besitzer. Es wird erwartet, dass die Projektziele durch innovative Produkte, die Unterweisung in Zerlegungstechniken und Anleitungen für die Bootsbesitzer erreicht werden. Die EBI-Präsentation BOAT DIGEST ist auf der EBA-Webseite verfügbar. Die EBA will das EBI-Projekt als Beobachter verfolgen.
  • EBA-Arbeitsgruppe Lebensende von Booten
    Die EBA-Arbeitsgruppe zum Lebensende von Booten will insbesondere die Frage klären, wer am Lebensende für die Entsorgung gebrauchter Boote bezahlen soll, alle in der Kette der Eigentümer oder der letzte Eigentümer. Dabei ist der Hauptkostenfaktor weniger das Abwracken selbst sondern überwiegend der Transport vom letzten Liegeplatz zum Abwrackbetrieb. Die EBA-Arbeitsgruppe will ihre bisherigen Arbeitsergebnisse mit der EBI kommunizieren.
  • Ostsee-Netzwerk
    Eine Arbeitsgruppe aus EBA-Ostsee-Anrainermitgliedern soll eine Übersicht über die Aktivitäten der Freizeitschifffahrt auf der Ostsee erarbeiten, um die Helsinki-Kommission (HELCOM) mit zutreffenden Informationen über das Ausmaß der Ostseenutzung zu informieren. Die Zusammenarbeit mit HELCOM soll bewirken, dass dort für die Freizeitschifffahrt angemessene Empfehlungen erarbeitet werden. Die Diskussion in der EBA betraf vor allem das Ausmaß an Arbeit, um die gewünschten Daten zu sammeln. Zuletzt bestand Einvernehmen, dass ohne verlässliche Daten kein Einfluss auf politische Entscheidungsträger möglich ist.
    Zeitplan der Arbeitsgruppe:
    2014: Projektbeschreibung, Finanzierung
    2015: Auftragsvergabe, Datensammlung, Bericht.
  • Sicherheit in Sportboothäfen
    Eine EBA-Arbeitsgruppe begleitet unter dem Gesichtspunkt Sicherheit in Sportboothäfen die Mitarbeit der EBA in der ISO-Arbeitsgruppe für die Norm für Yachthäfen. Nachdem die ISO im Februar 2014 den Normenentwurf 13687 Yachthäfen – Mindestanforderungen veröffentlicht hat, wurde beschlossen, zunächst keine ergänzenden EBA-Empfehlungen zu diesem Thema auf der EBA-Webseite zu veröffentlichen. Stattdessen soll die EBA im Mai 2014 weiter auf die Endphase der Fertigstellung der Norm Einfluss nehmen und im Herbst 2014 dann auf die dann bestehende Situation reagieren.
    Nachsatz: Inzwischen hat die ISO die Arbeit an der Norm 13687 abgeschlossen. Ein erster Bericht hierzu wird in der Zeitschrift WasserSport veröffentlicht. Eine deutsche Fassung der Norm wird zum Jahresende 2014 erwartet.
  • Vorschriften für ausländische Besucher
    Eine EBA-Arbeitsgruppe will ergänzend zur EBA-Vorschriftenübersicht RRG erarbeiten, welche nationalen Vorschriften von ausländischen Besuchern zu beachten sind. Dies soll entweder eine Erweiterung des bestehenden RRG werden oder es soll eine eigenständiges Informationsblatt für jedes Land gefertigt werden.


Umweltangelegenheiten

  • Verbreitung fremder Organismen
    Zur Vermeidung der Verbreitung fremder Organismen plant die EU eine weitreichende Vorschrift zu erlassen mit Regelungen für alle Verbreitungspfade zu Lande, zu Wasser und zur Luft. Die betreffende IMO-Richtlinie mit Empfehlungen für die Freizeitschifffahrt ist der EU-Kommission bekannt. Die EBA will bei der EU weiterhin darauf hinwirken, die IMO-Empfehlung als vorbildlichen praktischen Ansatz (Best Practice) zur Vermeidung der unbeabsichtigten Verbreitung fremder Organismen anzuerkennen.
  • Abwasserabsauganlagen in Sportboothäfen
    Der schwedische EBA-Vertreter regte eine von der EU finanzierte Studie über den Bedarf vereinheitlichter Abwasserabsauganlagen in Sportboothäfen an. Die Diskussion ergab, dass eine solche von der EU finanzierte Studie bei der EU "eher schlafende Hunde weckt" als das allgemein bestehende Problem löst. Es wurde beschlossen stattdessen die jeweilige nationale Regelung in die Vorschriftenübersicht RRG aufzunehmen.


Binnenwasserstraßen

  • Numericanal
    Die EBA hat sich als Gast an einer Präsentation des Numericanal Projekt, einem Teil des von der EU unterstützten INTERREG Programms zur Förderung des grenzüberschreitenden Wasserstraßentourismus, teilgenommen. Das Numericanal-Projekt will die Nutzer auf der Grundlage von Mobilfunkinformatioen über Wasserstraßenzustände und Verkekehrsinformationen informieren. Die EBA wurde vom Projektverantwortlichen aufgefordert, mit ihrem Expertenwissen der Wasserstraßennutzer am Numericanal-Projekt mitzuwirken. Die derzeitige Schwäche des Projekts besteht darin, dass Deutschland mit seinem wichtigen europäischen Teilnetz kein Interesse an einer Beteiligung an INTERREG und Numericanal hat.
  • Automatisches Schiffsidentifikationssystem (Inland AIS)
    Im Dezember 2013 hat die Zentralkommission für die RHeinschifffahrt (ZKR) mit Beschluss 2013-II die Einführung von Inland AIS auf dem Rhein ab 01.12.2014 einzuführen. Vor allem im Protokoll 16, aber auch in den Protokollen 19 und 20, sind Regelungen enthalten, die ebenfalls die Sportschifffahrt betreffen.Danach ist die Ausrüstung und das Einschalten von AIS Klasse A für alle Fahrzeuge mit einer Länge von 20 m und mehr verpflichtend. Für Fahrzeuge unter 20 m Länge, die AIS Klasse A oder B freiwillig nutzen wollen, gelten besondere Regelungen. Um das Ausmass der Betroffenheit der Freizeitschifffahrt für alle Bereiche zu erfassen, soll eine EBA-Arbeitsgruppe im Sommer 2014 die betreffenden ZKR-Dokumente entsprechend auswerten und für die EBA-Herbstsitzung 2014 ein Ergebnispapier präsentieren.
  • Anleitung zur Nutzung der europäischen Binnenwasserstraßen
    Das EBA-Sekretariat plant eine Übersicht über die komplexen Vorschriften bei der Nutzung der verschiedenen europäischen Binnenwasserstraßen zu erarbeiten.


Rechtsangelegenheiten

  • Interrnationaler Sportbootführerschein (ICC)
    Seit der letzten Änberung der UNECE Resolution 40 im Jahre 2009 gibt es seitens UNECE keine Absicht auf weitere Änderungen der Resolution 40, sondern es besteht das größere Interesse daran, dass Resolution 40 von weiteren Mitgliedsstaaten eingeführt wird. Das bedeutet, der derzeitige Stand mit nationalen Befähigungsnachweisen für eigene Staatsangehörige und Residenten - in Übereinstimmung mit Resulotion 40 - gilt unverändert. Der EBA wird aber die Möglichkeit geboten UNECE Änderungsvorschläge einzureichen. Auf der EBA-Sitzung wurde beschlossen, dass Mitglieder Papiere, die Änderungsbedarf zur Resolution 40 aufzeigen, zur Herbstsitzung 2014 vorlegen können.
  • Harmonisierung europäischer Verkehrsvorschriften (UNECE CEVNI)
    Die in der UNECE für die Harmonisierung tätige Expertengruppe CEVNI will mit der 5. Revision nun mit den Flussschifffahrtskommissionen ein vereinheitlichtes Verkehrsvorschriftenwerk erarbeiten. Die EBA wirkt in der Expertengruppe mit. Dabei möchte das EBA-Sekretariat für die nächste CEVNI-Sitzung im Juni 2014 einen Hinweis von den Mitgliedern erhalten, wie z.B. die Frage der Fahrtregelung bei eingeschränkter Sicht behandelt werden soll: Verpflichtung zur Radarnutzung oder Fahrtunterbrechung
  • Die EBA korrespondiert mit der EU-Kommission über das politische Papier zum Küsten- und Meerestourismus. Dabei prüft das EBA-Sekretariat, ob nicht nicht etwa Umweltrestriktionen für die Freizeitschifffahrt unter die Aussagen zur Tourismusförderung gemischt werden.
  • Mehrwertsteuerbescheinigung
    Der Nachweis für in der EU entrichtete Mehrwertsteuer für Boote wird in den Mitgliedsländern unterschiedlich gehandhabt. Dies kann zu Problemen bei der Rückkehr nach längerem Aufenthalt außerhalb der EU führen. Die jeweils nationale Situation soll von allen EBA-Mitgliedern dem Sekretariat mitgeteilt werden. Die Antwort für Deutschland steht noch aus.


Technische Angelegenheiten

  • Navigationslichter
    Die Norm ISO 19009 für LED-Navigationslichter für kleine Fahrzeuge steht kurz vor der Veröffentlichung. Die EBA hat entscheidend mitgewirkt, um die Übereinstrimmung mit den LED-Lichtanforderungen der Kollosionsverhütungsvorschriften (COLREG) sicherzustellen.
  • EU-Sportboot-Baurichtlinie (RCD)
    Die neue RCD fordert das Wieder-an-bord-kommen von ins Wasser gefallenen Personen ohne fremde Hilfe. Die Richtlinie tritt nach zahlreichen noch notwendigen Abstimmen wahrscheinlich 2017 in Kraft.
 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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