Internationale Regelungen betreffen zunehmend auch die Freizeitschifffahrt

Der Deutsche Motoryachtverband wird auch in Zukunft die Interessen des motorisierten Wassersports bei allen nutzungsrelevanten Neuerungen auf dem Umweltsektor einbringen. Das war die grundsätzliche Kernaussage vom 1. DMYV - Vizepräsident Dieter Sudmann (NRW) auf der jüngsten Sitzung des DMYV - Kompetenz-Centers in Duisburg.
Zu Beginn der Sitzung gab er einen Überblick über die zurückliegende Arbeit des Verbandes in umweltpolitischer Hinsicht. Dabei ging er auf die Änderungen der Bewirtschaftungspläne im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie ein. Diese nunmehr sogenannten integrierten Bewirtschaftungspläne beruhen auf  der Wasserrahmenrichtlinie, der Flora -  Fauna - Habitat ( FFH ), den Vogelschutzgebieten und der Natura 2000.
 
Für den Wassersport ist es entscheidend, dass diese Raumordnungspläne keine Planfeststellungsunterlagen, Bebauungspläne oder örtliche Baugenehmigungsunterlagen  ersetzen, sondern allenfalls als Leitlinien für staatliches Handeln dienen sollen. Für den Wassersport ist es von entscheidender Bedeutung, dass die integrierten Bewirtschaftungspläne unter dem Sachgebiet Freizeit und Tourismus Häfen und sonstige Wassersportanlagen wie Slipanlagen und Wasserwanderrastplätze bewerten.
Weitere Themen waren anschließend die Raumordnungspläne zur ausschließlichen Wirtschaftszone ( AWZ ) Deutschlands in Rostock für die Ostsee und in Hamburg für die Nordsee. Hier sei wichtig, dass vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ( BSH ) in Abstimmung mit den zuständigen Ministerien die Schifffahrt auf Grund ihrer nationalen und internationalen Bedeutung als feste Vorgabe in den Raumordnungsplänen Berücksichtigung findet. Diese Festlegung fand bei den zahlreich beteiligten Umweltverbänden keine uneingeschränkte Zustimmung und es wurden im Detail Änderungen angeregt. Seitens des DMYV wird darauf geachtet, dass bei der weiteren Bearbeitung dieser Raumordnungspläne für die Freizeitschifffahrt keine Nachteile festgeschrieben werden.
 
Breiten Raum der Diskussion nahm danach das Thema „Seenplatte Leipzig und Elster-Saale-Kanal“ ein. Zur allgemein Information gab das hierfür zuständige Mitglied des Kompetenzcenters, Bernd Muthmann, einen umfassenden Sachstandsbericht. Hierin stellte er fest, dass bei vielen mit diesem Thema befassten Kommunen und Behörden ein Umdenken zum Vorteil des motorisierten Bootssports festzustellen sei. Erfreulich sei, dass sich die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen eindeutig für den Weiterbau des Kanals ausgesprochen hätten. Von den 20 km Kanallänge seien elf Kilometer bereits fertig gestellt und geflutet. Das Gebiet des Leipziger Seenverbundes umfasst ein Gebiet von gut 40 km². Zukunftsperspektive ist es, diese attraktive Seenplatte an das allgemeine deutsche Wasserstraßennetz anzuschließen. Dies wurde auch von Dieter Sudmann auf einem Termin in Leipzig nachdrücklich gefordert.
 
Franz Heers gab danach einen Überblick über die rechtlichen Bedingungen in Sachen Fäkalientanks an Bord von Sportbooten. Auf Grund der noch offensichtlich vorhandenen Unklarheiten beabsichtigt das Kompetenzcenter zur Boot 2009 einen Flyer mit den grundsätzlichen Regelungen herausgeben.
Im Zusammenhang mit dem Verbot der Müllbeseitigung in den entsprechenden Gebieten auf Grund des MARPOL – Abkommens wurde noch einmal ausführlich die derzeitige Situation besprochen und auf den außerordentlich großen Erfolg des Stickers und des Flyers zu der angesprochenen Problematik hingewiesen.
 
Ein weiteres Thema war die Wasserversorgung am Bootssteg und an Bord. Auf Grund der sich abzeichnenden Problematik wird vom Kompetenzcenter versucht, bis zur Boot 2009 auch zu diesem schwierigen Thema einen Flyer zu entwickeln, der unter Berücksichtigung gültiger Rechtsnormen und technischer Regeln für alle Wassersporttreibenden die erforderlichen Klarheiten schafft.
 
Als Ergebnis dieser Kompetenzcentersitzung wird beabsichtigt, vor der Saison 2009 eine Sitzung mit den Landesumweltbeauftragten durchzuführen, um die aktuellen Sachstände und Probleme auszudiskutieren. Von besonderer Bedeutung sind dann auch die Informationen über die EBA – Sitzungen.
- ph / su -

 

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