DMYV fordert gemeinsam mit maritimen Spitzenverbänden Erhaltung des derzeitigen Bundeswasserstraßennetzes

In einer bisher einmaligen Aktion haben die maritimen Spitzenverbände aus Sport, Tourismus und Wirtschaft den Abgeordneten der Bundestagsausschüsse für Sport, Tourismus und Verkehr ihre gemeinsame Position zu dem von der Bundesregierung angekündigten Wassertourismuskonzept erläutert. Ihr Fazit: Die Regionalisierung von Wasserstraßen ist keine Option.

Hintergrund ist das Vorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), zukünftig nur noch in Wasserstraßen zu investieren, die für die Güterschifffahrt von Bedeutung sind. Alle übrigen Wasserstraßen, immerhin mehr als ein Drittel des insgesamt rund 7.300 Kilometer umfassenden Streckennetzes, wurden vom BMVI zu „Sonstigen Wasserstraßen“ herabgestuft.

Die vom BMVI in Auftrag gegebenen Studien und seine bisherigen Äußerungen legen jedoch die Vermutung nahe, dass sich der Bund perspektivisch durch Entwidmung der als „Sonstige Wasserstraßen“ ausgewiesenen Wasserstraßen entledigen möchte, indem er sie an die Länder oder an alternative Betreiberorganisationen abgibt.

Diese Entwicklung lehnen die Verbände mit Nachdruck ab und fordern, dass das vorhandene Bundeswasserstraßennetz in Gänze erhalten bleiben muss. Ein Rückzug des Bundes aus der Finanzierung und eine Regionalisierung wichtiger Wasserstraßen würde nach Auffassung der Verbände auf Dauer zu einem Verfall der Wasserstraßen führen und damit die Entwicklung des Wassertourismus in Deutschland nachhaltig schädigen. Ländliche und strukturschwache Räume wären besonders betroffen.

Für den Fall, dass eine organisatorische Ausgliederung vieler Gewässer aus der Verwaltung des BMVI unumgänglich ist, fordern die Verbände, dass statt eines regionalen Flickenteppichs unterschiedlicher Betreibermodelle eine bundeseinheitliche Trägerschaft für diese Gewässer gefunden wird. Dabei muss gewährleistet bleiben, dass der Bund als Eigentümer von Land- und Wasserflächen sowie als Garant für eine durchgängige Befahrbarkeit und Widmung des Gesamtsystems maßgeblicher Mitträger bleibt. Zudem legen die Verbände Wert auf eine institutionelle Einbindung aller Interessengruppen.

Hier geht's zum Positionspapier.

Das gemeinsame Positionspapier wurde von folgenden Verbänden unterzeichnet:

Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC)
Bundesverband Kanu (BV Kanu)
Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. (BVWW)
Deutscher Boots- und Schiffbauer-Verband e.V. (DBSV)
Deutscher Kanu-Verband e.V. (DKV)
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG)
Deutscher Motoryachtverband e.V. (DMYV)
Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB)
Deutscher Ruderverband e.V. (DRV)
Deutscher Segler-Verband e.V. (DSV)
Deutscher Tourismusverband (DTV)
Deutscher Wasserski & Wakeboardverband e.V. (DWWV)
Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST)

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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