Die European Boating Association hat einen neuen Präsidenten

Auf der Herbst-Sitzung 2006 der European Boating Association (EBA) in Kopenhagen standen zukunftsweisende Entscheidungen an: Die Mitglieder mussten eine neue Satzung bestätigen und einen neuen Präsidenten wählen. Diese beiden Ereignisse hängen eng zusammen, denn Magnus Anderberg, seit sieben Jahren Präsident der EBA, hätte die Geschicke des europäischen Wassersportverbandes noch ein Jahr leiten können, bis seine Amtszeit offiziell beendet gewesen wäre. Er stellte jedoch sein Amt zur Verfügung, weil er der Überzeugung war, dass die Aufgaben und Ziele der EBA, wie sie in der Neufassung der Satzung formuliert sind, von einem neuen Präsidenten in die Realität umgesetzt werden sollten.
Es ist kein Zufall, dass der Autor der Satzung auf der Frühjahrs-Tagung 2006 in Paris als Präsidentschaftskandidat vorgeschlagen wurde. Es handelt sich um den EBA-Schatzmeister Peer Bent Nielsen, der bis vor kurzem Präsident des Dänischen Seglerverbandes war. Er zeigte Interesse an der Kandidatur, die sowohl vom Deutschen Motoryachtverband als auch vom Deutschen Seglerverband unterstützt wurde. Da keine weiteren Kandidaten benannt wurden, gab es bei der Wahl ein einstimmiges Votum zugunsten von Peer Bent Nielsen.
Der neue Präsident dankte seinem Vorgänger, Magnus Anderberg, für dessen großartige Leistung bei der Führung des Verbandes, der eine ständig wachsende Mitgliederzahl aufweist und bei den Fachstellen der EU ein bekannter und anerkannter Verhandlungspartner ist. Das die EBA als NGO (non governmental organisation) bei den europäischen Umweltorganisationen HELCOM und OSPAR einen Beobachterstatus erlangt hat, ist ebenfalls der umsichtigen und beharrlichen Politik Magnus Anderbergs zu verdanken. Peer Bent Nielsen versprach den EBA - Mitgliedern, seine ganze Kraft zum Wohle des europäischen Wassersports einzusetzen und die Kontakte zu den EU-Behörden zu vertiefen.
Ganz im Gegensatz zur glatt verlaufenen Präsidentenwahl hatte es im Vorfeld der Abstimmung über die neue EBA – Satzung heiße Diskussionen gegeben. Stein des Anstoßes war die Bindung der Anzahl der Stimmen und die Beitragshöhe an die Mitgliederzahl der nationalen Verbände, kombiniert mit einer Stimmen-Limitierung auf maximal 12. Hier fühlte sich vor allem der Deutsche Seglerverband benachteiligt, weil dessen hohe Mitgliederzahl zu einem dramatischen Anstieg des Jahresbeitrages geführt hätte. Im Gegenzug wäre aber diese Last nicht durch eine entsprechend hohe Stimmzahl honoriert worden, wegen der geplanten Stimmen-Limitierung. Ein Angebot der Satzungskommission, die Stimmen - Limitierug aufzuheben, beschwor die Gefahr der Majorisierung herauf, da die englische Royal Yachting Association über 443.000 Mitglieder verfügt.
Es ist das Verdienst von Peer Bent Nielsen, schließlich einen tragfähigen Kompromiss herbeigeführt zu haben. Dieser wurde in der Endfassung der vielen Satzungsentwürfe verankert und besagt: Jedes EBA – Mitglied erhält eine Basisstimme und pro 20.000 Verbandsmitglieder eine weitere Stimme. Damit ist die Majorisierungsgefahr ohne Stimmen – Limitierung gebannt. Außerdem werden Jahresbeiträge und Stimmzahl gekoppelt.
Nach der alten EBA – Satzung gab es nur Länder als Mitglieder, und jedes Land hatte drei Stimmen. Der DMYV und der DSV teilten sich Jahresbeitrag und Stimmenzahl im Verhältnis 1:1. Nach der neuen Satzung sind die Wassersport-Verbände selbständige EBA – Mitglieder. Der Deutsche Motoryachtverband verfügt jetzt über 7 Stimmen und gehört damit zur Gruppe der starken EBA – Mitglieder.
Nach diesen Grundsatzentscheidungen konnten sich die Delegierten der umfangreichen Tagesordnung zuwenden. Im Arbeitskreis Umwelt standen Antifouling-Anstriche im Vordergrund. Eine Expertin des dänischen Yachtfarben-Herstellers HEMPEL referierte über die europäische Biozidrichtlinie und das immer noch nicht durchgesetzte weltweite Verbot der Anwendung Tributylzinn (TBT) in der Güterschifffahrt.
Die HELCOM-Empfehlung, Ausnahmegenehmigungen bei der Verpflichtung zum Einbau von Abwasser-Sammeltanks in Sportbooten zu erteilen, wurde von Finnland nicht anerkannt. Deutschland hat die Bedingungen für diese Ausnahme mit der 2. Ostseeschutz-Änderungsverordnung in nationales Recht umgesetzt.
Beim Wettbewerb BLAUE FLAGGE 2006 steht Deutschland mit 123 Sportboothäfen europaweit an der Spitze.
Die Themen der beiden anderen Committees: „Technik“ und „Gesetzgebung“ können aus Platzgründen hier nicht behandelt werden. Das ausführliche Sitzungsprotokoll kann in der DMYV-Geschäftstelle eingesehen werden.
Ab 2007 ist Dieter Haendel, ehemaliger Vizepräsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost in Magdeburg, neuer Delegierter des DMYV in der EBA. Er löst Dr. Johannes Schmidt ab, der aus Altersgründen ausscheidet.

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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