Der sich mit fremden Federn schmückt

Es ist in letzter Zeit viel zu hören vom ADAC, der seine PR-Maschinerie nutzt, um sich ins rechte Licht zu setzen. Veröffentlichungen in der „Motorwelt“, nach eigenen Angaben die größte Zeitschrift Europas, der „boote“ und auf diversen Internetseiten zeigen das Geltungsbewusstsein des Automobilclubs. Viel ist hier über die Leistungen und das Bestreben des ADAC zu lesen. Die Frage nach der Stichhaltigkeit seiner Aussagen muss aber auch gestellt werden.


Nach eigenen Aussagen vertritt der ADAC rund 2 Millionen Skipper und Bootsfahrer. Dies rechtfertigt, seiner Meinung nach, die Beleihung zur Abnahme von Prüfungen im Bereich der Sportbootführerscheine.


Die Wassersportwirtschaft hat 2007 in einer ausgefeilten Studie feststellen müssen, dass es nur ca. 500 000 Boote in Deutschland gibt. Wie dieser Unterschied zu den 2 Millionen Skippern zu Stande kommt, ist erst einmal nicht zu klären. Es ist auch nicht zu erklären, warum der ADAC, der laut Satzung seinen Zweck in der Wahrnehmung und Förderung der Interessen des Kraftfahrwesens, des Motorsports und des Tourismus sieht, der Meinung ist, für die Skipper zu sprechen. Und noch weniger deutlich wird, wo der ADAC die Kompetenz für sein Ansinnen erworben hat. Selbst bei der inhaltlichen Gestaltung der Fragenkataloge zur der Umstellung auf das Multiple-Choice-Verfahren, glänzte der ADAC durch Unwissenheit.


Der ADAC tritt mit der Ansicht an, einen frischen Wind und sicheren Wassertourismus in Deutschland zu bringen. Hier vergisst er aber zu erwähnen, dass die umstrittene neue 15-PS Regelung ursächlich vom Automobilclub betrieben wurde, um der Wassersportwirtschaft neue Einnahmequellen, und damit auch ihm, zu erschließen. Die Sicherheit stand hier nicht an erster Stelle. Das jetzige rufen des ADAC nach freiwilligen Angeboten zur Schulung durch die Wirtschaft und damit ein inhaltliches Umschwenken, zeigt nur zu deutlich, der ADAC weiß hier nicht, was er tut.


Fast als anmaßend könnte der Einwurf betrachtet werden, dass die Qualität der Prüfungen durch die Einbeziehung des ADAC langfristig gesichert werden sollen. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die bisher beliehenen Verbände DMYV und DSV fünfzig Jahre unbeanstandete Erfahrung im Bereich der Sportbootführerscheine haben. Eine Erfahrung, die der ADAC nicht hat und auch nicht aufholen kann.

Ebenso wenig findet der ADAC Anschluss an das gewachsene Ausbildungswesen. Sowohl DMYV als auch DSV haben für ihre spezielle Ausübung des Wassersportes Qualitätsstandards für die Ausbildung erarbeitet. Das Merkmal „Anerkannte Ausbildungsstätte des DMYV“ zeigt den Führerscheinaspiranten an, wo er vernünftig ausgebildet wird. Hier spiegeln sich die Erfahrungen von Generationen aktiver Skipper und Ausbilder. Kenntnisse, die der ADAC nur vom Hörensagen kennt.


Der Wunsch nach einem Führerschein im Checkkartenformat, optimaler Weise mit biometrischen Daten, ist sicherlich zu diskutieren. Möglicherweise vertritt der ADAC hier 18,5 Millionen Wähler, die mehr Sicherheit haben wollen. Er vertritt damit aber nicht die Einsteiger in den Wassersport, die möglichst günstig an ihren Befähigungsnachweis kommen wollen. Denn eins ist sicher, die Mehrkosten für die vom ADAC geforderte Plastikkarte müssen auf den Prüfling umgelegt werden. Ob dies dem Wassersport gut tut, ist fraglich.
Unter dem Strich bekommt man den Eindruck, der ADAC will erfolgreiche, gewachsene Strukturen für seine eigenen kommerziellen Ziele übernehmen, in der Hoffnung, es geht schon gut.

 

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Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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