Das war die Sternfahrt Südwest 2016

Das Fahrtziel der diesjährigen Sternfahrt des Deutschen Motoryachtverbandes e. V. (DMYV) war der Neckar. Die Veranstaltung des DMYV war eine Zusammenarbeit mit dem Landesverband Baden-Württemberg, der die Organisation vor Ort tatkräftig unterstützt hat. Der Neckarbeauftragte Peter Kocks, seine Frau Irmhild und das Organisationsteam haben hier maßgeblich für das Gelingen des Events beigetragen. Am letzten Mai-Wochenende trafen sich knapp 85 Boote mit über 220 Sternfahrern in Eberbach am Neckar bei km 58.

„Warum eine Sternfahrt in Eberbach?“

Peter Kocks beantwortete diese Frage damit, dass regelmäßig Neckarfahrten veranstaltet werden. Das Entgegenkommen der schönen Stadt, mit seiner vielseitigen Gastronomie, seinem Lauer samt Lauer-Meister und der selten so gesehenen Unterstützung seitens des Bürgermeisters (Peter Reichert) haben diese Entscheidung voll bestätigt; warum also nicht Eberbach. Es war großartiges Netzwerken und Zusammenarbeiten von mehreren Vereinen, dem THW, der DLRG, dem WSA, der WSP dem LV BW, dem DMYV und Eberbach. Sie alle haben Hand in Hand erfolgreich für diese Sternfahrt gearbeitet. Peter Kocks bekam vom Landesverband-Präsidenten Michael Martini ein Präsent als Dank für die hervorragende Arbeit für die Sternfahrt überreicht.

Nach der Begrüßungsrede von Peter Kocks und Michael Martini begann die Abendveranstaltung in der Eberbacher Stadthalle nicht wie üblich mit der Preisverleihung, sondern mit dem Abendessen. Das kulinarische Buffet war regionstypisch, reichlich und schmackhaft. Anschließend folgte der offizielle Teil, die Pokalverleihung des Langfahrwettbewerbs Neckar 2015 sowie für die Sternfahrt Südwest 2016. Ehrengäste aus der Region kamen aus Politik und Wirtschaft und ehrten die Sternfahrer. DMYV-Präsident Winfried Röcker erinnerte daran, aktiv Jugendarbeit zu leisten um den sportlichen Nachwuchs zu fördern. Er sprach den Frauen, die den Sport, ihre Männer ehrenamtlich und immer unterstützen einen großen Dank aus, was von der Publikumsseite mit einem herzlichen Beifall bestätigt wurde. Nach der Einladung an Peter Reichert, im nächsten Jahr mit seiner Frau nach Leer zur Sternfahrt Nord zu kommen, verlieh Präsident Röcker Peter Kocks die Verdienstnadel des DMYV in Gold für seine besonderen Verdienste im Motorbootsport.

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben – und wenn er an einer Sternfahrt teilnimmt hat er auch was zu erzählten.

Die weiteste Anreise hatte die „Mary Roos“ und das Ehepaar Ewald und Annemarie Fröhle. 335 km und 17 Schleusen hatten sie bis Eberbach bewältigt und waren dafür am 21. Mai in Grenzach-Wyhlen losgefahren. In Mannheim haben sie sich mit den anderen getroffen, um den Rest der Strecke gemeinsam zu fahren. Denn eine Sternfahrt ist genau dafür gedacht: um sich zu treffen, Freunde wieder zu sehen und neue Bekanntschaften zu machen. Netzwerken heißt das auf Neudeutsch. Und das wurde auch gleich unter Beweis gestellt: als letzter in der Schleuse hing die „WHY NOT“ fest, da hat er das Boot längsseits mitgenommen und nach der Schleuse an ein stärker motorisiertes Boot die „Delphin II“ übergeben. Hilfsbereit, ob man sich kennt oder, wie in diesem Fall gerade erst kennen gelernt hat, wird geholfen. Seit fast 55 Jahren Bootsfahrer, empfindet Ewald Fröhle die Gemeinschaft unter den Bootsfahrern immer noch bemerkenswert. Genauso erwähnenswert die Aussicht und die Orte, die man auf einer Sternfahrt zu sehen bekommt. Beispielsweise in Speyer: das SEA LIFE oder das Technikmuseum sind immer einen Besuch wert. Nach dem Wochenende in Eberbach geht es weiter in eines der Lieblingsreviere der beiden Skipper: nach Frankreich. Aber auch neue Reviere wollen die routinierten Bootsfahrer noch befahren. Vom Hochrhein bis zu den Berliner Revieren ist eine ziemliche Entfernung - mit einer Menge an Schleusen, aber durchaus ein reizvolles Unterfangen.

Beim MCK Mannheim ging es am Mittwochnachmittag mit zehn Booten in „Formation“ bei km 412 los – der „Mothergoose“ hinterher. Nach der ersten Schleuse gab es den ersten Ausfall: Bei einem Boot hatte sich beim rausfahren am Z-Antrieb der Schaltzug ausgehängt. Im Schlepptau bis Heidelberg mitgenommen, war an Fronleichnam der Service von „Auto & Boot“ um 7 Uhr morgens (!) vor Ort. Für die Reparatur hätte das Boot hätte eigentlich rausgekrant werden müssen, oder jemand unter Wasser gemusst. Bei 15 Grad Wassertemperatur ist Peter Weigold ohne zu zögern ins Wasser und hat den Bowdenzug kurzerhand ausgetauscht. Super Service-Leistung. Zwischen Heidelberg und Neckargmünd ein anderes Boot – das nächste Problem: die Bordelektrik hat einen Maschinenausfall verursacht. Der Havarist – die „WHY NOT“ ist vom größten Boot, der „Delphin II“, einer 45 Princess durch alle Schleusen bis Eberbach längsseits mitgeschleppt worden. Ebenfalls ein toller „Service“, dieses Mal aber kameradschaftlicher Art. In Eberbach konnte das Maschinenproblem dann auch behoben werden. Für die gemeinsame Rückfahrt am Samstagmittag, waren auf der Abendveranstaltung andere Skipper eingeladen worden, sich mit anzuhängen. Die hervorragende Organisation und Kommunikation hatte auf der Hinfahrt für reibungslose Abläufe beim Schleusen gesorgt. Für die Rückfahrt wäre eine ebenso nahtlose Taktung möglich.

Die jüngsten Teilnehmer waren die Skipper der „Knock out“: Vanessa Brixle (14), Leon Dießner (15), Luca Dießner (17) Jara Luithle (16), Lisa Luithle (18), Max Stiltz (18) und Mona Egner (26). die siebenköpfige Crew startete in Esslingen und brachte 144 km mit 20 Schleusen hinter sich. Die Beweggründe für die Jugend an so einer Sternfahrt teilzunehmen, sind eigentlich die gleichen wie bei allen anderen Skippern auch: Spaß am Boot fahren und das tolle Gemeinschaftserlebnis, und ganz viel Natur. Es macht Spaß, egal ob die Sonne scheint oder ob es regnet, man fährt hin um Freunde aus ganz Deutschland zu treffen. So eine Fahrt bedarf einiges an Organisation, wenn man aber im Vorfeld an alles denkt, dann kann man den typischen Motorproblemen mit einer gut durchdachten Ersatzteilkiste entgegenwirken. In Eberbach hat sich für viele gezeigt, dass man nicht allein ist und die Freundschaften auf dem Wasser bestand haben. Erfahrungen werden gesammelt und man hilft sich gegenseitig. Die Jugend empfindet das Bootfahren als ein vielfältiges und vor allem vielseitiges Hobby, mit verschiedenen Disziplinen – auf dem Wasser und auf dem Land... eine gute Botschaft um ins Boot zu steigen.

Die Vielfahrer der Sternfahrt waren Kurt und Liliane Lauckner auf der „Mon Cheri“ zusammen mit Bordkater Romeo ging es am 23. Mai in Raunheim am Untermain los. 135 km und ein „paar“ Schleusen später war das Trio dann in Eberbach zu einem „Treffen mit Gleichgesinnten“ angekommen. Der Anreiz für so eine Tour? Man bekommt so viel zu sehen – Sehenswürdigkeiten, lokale Besonderheiten und selbstverständlich unendlich viel Natur. Und als Bonbon oben drauf trifft man alte Freunde wieder, oder schließt neue Freundschaften. Man besucht sich gegenseitig in den Revieren, in den Clubs auf den Booten – und alle genießen die tolle Atmosphäre. Die Freundschaft auf dem Wasser wird über die Grenzen hinaus gepflegt. Was diese beiden mit einer eindrucksvollen geplanten Route beweisen: Nach der Sternfahrt geht es Richtung Koblenz, auf die Mosel bis Luxemburg, und von dort aus weiter nach Frankreich. Nancy – Toul – Besançon – Mülhausen –  Straßbourg – Richtung Heimat um nur einige der Stationen zu nennen. Nach siebenwöchiger Reise wollen sie am 3. Juli zum „Stern im Darmstädter Club“ ankommen. „Überall wo wir anlegen, nehmen wir einen Clubstander mit; eigentlich wären es sogar noch einige mehr, doch nicht überall gab es einen zu kaufen. Und das Boot wäre auch nicht lang genug für alle Flaggen. Es ist eine tolle Erinnerung an den Ort wo man war.“ Das Boot ist mit einer Flaggen-Kette geschmückt, die einmal komplett um das Boot herum geht und beweist, an wie vielen tollen Orten sie schon gewesen sind. „Wir legen da an, wo es uns gefällt – und wenn es uns besonders gut gefällt, bleiben wir auch über Nacht liegen.“ Trotz der vielen geleisteten Seemeilen, sind noch nicht alle Reviere erkundet, Mecklenburg Vorpommern und die Berliner Gewässer stehen noch auf der „To Do“ bzw. „To Drive along“ Liste.

Allen Skippern eine gute Saison: Ahoi!

 

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