Brief an alle Bundestagsabgeordneten

Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP

Bundesdrucksache 17/7937 vom 29.11.2011 „Neue Impulse für die Sportschifffahrt“

Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP

Bundesdrucksache 17/7937 vom 29.11.2011 „Neue Impulse für die Sportschifffahrt“

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Sorge sieht der Deutsche Motoryachtverband e.V. mit seinen 120 000 Mitgliedern den anstehenden Antrag der CDU/CSU und FDP „Neue Impulse für die Sportschifffahrt“.
Mit den neuen Prüfungsanforderungen für den Sportbootführerschein Binnen und See, die zum 01.05.2012 in Kraft treten, wird der Einstieg in die Sportschifffahrt erheblich erleichtert. Unverständlich ist für uns, dass nun auch noch die Grenze der Führerscheinpflicht für den Binnen- und Seebereich von 3,68 KW (5 PS) auf 11,4 KW (15 PS) angehoben werden soll.

Ein Schlauchboot mit Feststoffrumpf und 15 PS Außenborder erreicht eine Geschwindigkeit von ca. 40 km/h. Diese Geschwindigkeit ohne Ausbildung birgt ein hohes Sicherheitsrisiko für den Fahrer und die übrigen Verkehrsteilnehmer, zumal eine Haftpflichtversicherung für Sportboote nicht vorgeschrieben ist. Unlogisch ist, dass im Antrag eine vermehrte praktische Ausbildung gefordert wird, jedoch eine Führerscheinfreiheit bis 15 PS ohne jegliche Kenntnisse eingeführt werden soll.

Die 5 PS-Grenze hat sich über die Jahre bewährt. Ein Fahrer mit dieser Motorisierung fährt nicht auf dem Rhein oder z.B. auf der Nordsee von Norddeich nach Norderney. Mit einem Boot bis 15 PS macht er das ohne Kenntnisse von Schifffahrtszeichen, Strömung, Tide und Naturschutzgebieten.

Der ursprünglich negative Ruf der motorisierten Sportschifffahrt hat sich über die Jahre, dies einer guten Ausbildung gedankt, verbessert. Der Deutsche Motoryachtverband schult seit über zwanzig Jahren Landes- und Vereinsumweltbeauftragte. In die ab dem 01.05.2012 geltenden Sportbootprüfungen wurden zusätzlich Fragen im Bereich Umwelt- und Naturschutz integriert.
Bei einer Freigabe ohne Schulung und Prüfung bis 15 PS sehen wir die große Gefahr, dass durch Unwissenheit nicht nur gegen Vorschriften verstoßen wird, sondern Schutzgebiete im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes verletzt werden.

Dies schadet dem Ansehen des motorisierten Wassersports.

Bereits am 09. August 2004 hat die Bundesregierung auf Forderungen des Deutschen Bundestages die Erstellung einer zentralen Unfalldatenbank an die WSV und das BSU in Auftrag gegeben. Die Einrichtung steht leider immer noch aus.

Wir schlagen vor, nach Einrichtung einer Unfalldatenbank auszuwerten, wie hoch die Unfallhäufigkeit bis 5 PS ist und abzuwarten, wie sich das neue ab dem 01.05.2012 gültige Prüfungssystem als erleichterter Einstieg in die Sportschifffahrt bewährt.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Röcker
Präsident

 

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Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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