Berichte aus den Wasser- und Schifffahrtdirektionen im Überblick

Raumordnung - Umwelt - Infrastruktur

Teil 1 – WSD Mitte und WSD Süd
Auszug aus Beiträgen der WSDn zu den Maßnahmen in ihren Bezirken anläßlich der Frühjahrssitzung April 2010 des Fachausschusses Binnenwasserstraßen und Häfen des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V.

WSD Mitte

Mittellandkanal
Die Arbeiten am Mittellandkanal/VDE Nr. 17 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17) schreiten wie geplant voran. Die vorgesehene Fertigstellung 2012 wird erreicht werden. Bereits Mitte des Jahres kann die Durchfahrt des MLK mit einheitlicher Brückenhöhe von 5,25 m freigegeben werden.

Als letzte große Baumaßnahme wird zurzeit in der hohen Dammstrecke nördlich von
Magdeburg die Kanalüberführung Elbeu neu gebaut. Der Mittellandkanal kreuzt hier eine Hauptstrecke der DB-AG von Magdeburg nach Stendal. Der Bau erfolgt unter laufendem Verkehr in einem hohen Damm mit 10 m Wasser über Gelände. Um den Verkehr im Kanal auch während der Baumaßnahme zu gewährleisten, wird eine einschiffige Kanalbrücke mit einer Wasserspiegelbreite von 26 m im Zuge einer parallelen Ausweiche "Neue Fahrt" zur Verfügung gestellt. Danach wird die alte Unterführung unter Sperrung der "Alten Fahrt" abgebrochen und am gleichen Kreuzungspunkt eine zweischiffige Kanalbrücke mit einer Wasserspiegelbreite von 42 m über der Bahntrasse errichtet. Durch die Verbindung der beiden Kanalbrücken entsteht letztlich ein insgesamt rd. 140 m langer Bahntunnel.

Stichkanäle MLK
Die Durchführung des ersten Planfeststellungsabschnitts für den Ausbau des Stichkanals Hildesheim (SKH), Errichtung der Schleuse Bolzum einschließlich Vorhafen, verläuft planmäßig. Das Planfeststellungsverfahren für die Strecke SKH soll Ende 2010 eingeleitet
werden, Baubeginn ist für 2012 vorgesehen.

Der Ausbau des Stichkanals Linden (SKL) ist nach dem Regierungsabkommen des Bundes mit den Ländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen zum Ausbau des Mittellandkanals als eine der letzten Maßnahmen noch durchzuführen. Die WSD Mitte sieht einen Planungsbeginn frühestens für 2012 vor, das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover dringen jedoch auf einen früheren Beginn.

Der Streckenausbau des Stichkanals Osnabrück (SKO) wird planmäßig abgeschlossen. Der Ersatz der Schleusen Haste und Hollage ist zunächst zurückgestellt. Die Entwicklung des Hafens Osnabrück ist derzeit nicht absehbar.

Mittelweser
Der Ausbau der Mittelweser mit 19 Uferrückverlegungen, Vertiefung und Verbreiterung
von 3 Schleusenkanälen und Neubau von 2 Schleusen kommt voran. Laufende Baumaßnahmen sind derzeit Schleusenober- und -unterkanal Langwedel sowie Schleusenober- und -unterkanal Drakenburg einschließlich der Vorhäfen Drakenburg. Der Neubau der Weserschleuse Dörverden wurde im Frühjahr 2009 begonnen und wird planmäßig abgeschlossen werden. Der Neubau der Schachtschleuse Minden wurde vergeben, Baubeginn wird in der zweiten Jahreshälfte 2010 sein.

Seit Oktober 2009 läuft für eine ausgewählte Zahl von Güterschiffen das Pilotprojekt "AIS-Einsatz auf der Mittelweser" (Automatic Identification Systems). Das Projekt dient der Optimierung des Schiffsverkehrs, insbesondere im Bereich der Regelungsstrecken mit Selbstwahrschau zur Verbesserung der Sicherheit des Verkehrs. Die erste Resonanz ist sehr positiv.

Elbe-Seitenkanal
Vor dem Hintergrund der hohen Priorität einer besseren Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen sowie der derzeit absehbaren Flottenstrukturentwicklung im Binnenschiffsverkehr hatte das BMVBS die WSD Mitte im vergangenen Jahr mit der Abschätzung der Wirtschaftlichkeit eines größeren Abstiegsbauwerkes in Lüneburg beauftragt. Das bestehende Schiffshebewerk ist mit 100m Troglänge eine Engpass im Netz der künftig mit 110m langen Güterschiffen befahrbaren Wasserstraßen. Das Ergebnis der überschlägigen Rechnung ließ die Wirtschaftlichkeit eines größeren Abstiegsbauwerkes bereits vor Ablauf der Restnutzungsdauer des bestehenden Hebewerkes erwarten. Vor diesem Hintergrund hat die WSD Mitte die Voraussetzungen für eine weitergehende Untersuchung der technischen Machbarkeit ermittelt. Danach kann als realistische Variante für ein weiteres Abstiegsbauwerk eine Schleuse angesehen werden. Die weiteren Untersuchungen für ein solches Bauwerk sind eingeleitet. Zu beachten ist, dass ein solches Vorhaben unter dem Vorbehalt der realistischen Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln in der Zukunft steht.

WSD Süd

Main
Im Rahmen des Fahrrinnenausbaus am Main wird zwischen Würzburg und Bamberg die heutige Fahrrinne von 2,50 m auf 2,90 m vertieft und für die Befahrbarkeit mit Schubverbänden verbreitert. Der gesamte Mainausbau (ohne Ausbau Untermain) wird voraussichtlich in 2016 abgeschlossen werden.
Bei dem Ausbau der Vorhäfen werden die Arbeiten am oberen Vorhafen in Viereth in Kürze abgeschlossen sein. Die Ausbauarbeiten im oberen Vorhafen Limbach wurden begonnen und sollen noch in 2010 abgeschlossen werden, während die Arbeiten im Vorhafen Eddersheim bis 2011 andauern werden. Der Ausbau des oberen Vorhafens Marktbreit beginnt in diesem Jahr.
Die Ausbaureihenfolge von Liegestellen erfolgt anhand einer Prioritätenliste unter Berücksichtigung des Liegestellenkonzeptes. Als letzte Maßnahme wurde die Ausrüstung der Liegestelle Klingenberg mit Dalben und Landgangstegen 2009 abgeschlossen. Mit der Ausrüstung von fünf weiterer Liegestellen am Main soll noch in 2010 begonnen werden.
Der Neubau von Brücken über den Main ist in Bamberg, Segnitz und Bergrheinfeld in 2010 abgeschlossen. In Ochsenfurt und Volkach ist mit den Arbeiten begonnen worden. Sicherungsmaßnahmen gegen Schiffsstoß an verschiedenen Brücken am Main sind für die nächsten Jahre geplant.
Die Ersatzinvestitionsmaßnahmen am Main betreffen den Wirkungsbereich der WSÄ Aschaffenburg und Schweinfurt. Sie enthalten Arbeiten des Betonbaus, des Stahlwasserbaus, des Maschinenbaus und der Elektrotechnik. Schwerpunkt der mittelfristigen Planung ist die Erneuerung der Schleusentore: Während der planmäßigen Schifffahrtssperre im April 2010 wurden neue Tore an den Schleusen Freudenberg, Wipfeld und Garstadt eingebaut.
Der Torwechsel an der Schleuse Eddersheim ist im Rahmen der Grundinstandsetzung der Schleusenhäupter für die Nordkammer 2010/2011 und für die Südkammer 2011/2012 geplant.
Bis 2012 sollen auch an den Schleusen Marktbreit, Klingenberg, Würzburg, Goßmannsdorf und Kitzingen Schleusentore ersetzt werden.

Main-Donau-Kanal
Die Bauleistung für die Instandsetzung der östlichen Kammerwand der Schleuse Bamberg wurde im Oktober 2006 vergeben. Derzeit finden die Arbeiten im letzten von insgesamt 3 Bauabschnitten statt. Mit der Fertigstellung der Verstärkungskonstruktion ist Ende 2010 zu rechnen.
Mit den Sanierungsarbeiten an östlichen und westlichen Kammerwand der Schleuse Nürnberg wurde Ende 2009 begonnen. Mit der Fertigstellung ist Anfang 2011 zu rechnen.
Die Planungsleistungen für die Instandsetzung der Schleuse Hausen wurden im April 2010 vergeben. Der Baubeginn ist für Mitte 2011 vorgesehen.
Aufgrund erheblicher Standsicherheitsprobleme erfolgt ein Ersatzneubau der Schleusen Kriegenbrunn und Erlangen. Alle untersuchten Sanierungsvarianten, auch solche bei längeren Sperrzeiten von bis zu einem Jahr, gewährleisten für den Rest der vorgesehenen Lebensdauer nicht zuverlässig einen standsicheren Zustand, der die volle Funktionsfähigkeit garantiert. Die Vergabe der Planungsleistungen ist für Mitte 2010 vorgesehen. Es ist mit einer Planungszeit bzw. Bauzeit von jeweils 5 Jahren zu rechnen.

Donau
Derzeit laufen die Planungen für die Grundinstandsetzung der Schleuse Kachlet. Kammer und Häupter der Südschleuse sollen 2010 bis 2012 instandgesetzt werden. Die Arbeiten an der Nordschleuse werden im Anschluss von 2013 bis 2014 durchgeführt.

Die Bauarbeiten für den Brückenneubau Eisenbahnbrücke Deggendorf verlaufen planmäßig. Die Fertigstellung ist für 2010 / 2011 geplant.
Für die Eisenbahnbrücke Straubing-Bogen, die nach der Deggendorfer Brücke die zweitniedrigste Durchfahrtshöhe aufweist, ist ein Neubau mit größerer Durchfahrtshöhe und –breite geplant. Zurzeit gibt es noch keine konkreten Planungen.
Die Planungen zur Ausrüstung der vorhandenen Liegestellen (Oberwasser Staustufe Straubing, Koppelstelle unterhalb der Staustufe Straubing) mit Dalben und Landgangstegen wurden im März 2010 abgeschlossen. Mit dem Bau wird begonnen.
Die Ausrüstung bzw. der Bau von weiteren Liegestellen ( Deggendorf, Windorf) ist in den nächsten Jahren geplant.

Fernsteuerung von Schleusen
Im Bezirk der WSD Süd werden sukzessive 56 Schleusenanlagen mit insgesamt 64 Schleusenkammern an 13 Leitzentralen angeschlossen.
Seit der erstmaligen Inbetriebnahme einer Leitzentrale an der Schleuse Harrbach (Bundeswasserstraße Main) im Februar 2000 wurden mittlerweile 10 weitere Leitzentralen,
für den Main je eine an den Schiffsschleusen Kostheim, Offenbach, Harrbach und Würzburg, im Außenbezirk (Abz) Hassfurt und ABz Volkach, und für den MDK je eine an den Schiffsschleusen Kriegenbrunn, Hilpoltstein und Dietfurt, im ABz Neuses, in Betrieb genommen. Von diesen Zentralen werden zur Zeit insgesamt 34 Schleusen gesteuert.
Weitere Leitzentralen am Main in Aschaffenburg (für die Schleusen Krotzenburg, Kleinostheim, Obernau, Wallstadt, Klingenberg, Heubach, Freudenberg, Faulbach, Eichel,.Lengfurt) und an der Donau in Regensburg (für die Schleusen Bad Abbach, Regensburg, Geisling, Straubing) sind in Bau bzw. kurz vor der Inbetriebnahme.
Die Fertigstellung der Leitzentrale im ABz Marktbreit und im ABz Regensburg ist für 2010 vorgesehen.
Der Anschluss der Schleusen Griesheim und Eddersheim an die Leitzentrale Kostheim soll 2010 (Griesheim) bzw. 2011 (Eddersheim wg. erforderlicher umfangreicher Grundinstandsetzung) abgeschlossen sein.
Die Fertigstellung sowie der Anschluss der Schleusen Goßmannsdorf, Marktbreit, Kitzingen und Dettelbach an die Leitzentrale im ABz Marktbreit soll 2011 abgeschlossen sein.
Die Fertigstellung sowie der Anschluss der Schleusen Bad Abbach, Regensburg, Geisling und Straubing an die Leitzentrale im ABz Regensburg soll 2010 abgeschlossen sein.

Telematik

Im Bezirk der WSD Süd hat die Telematik und damit die Bereitstellung von Informationen für die Schifffahrt von Beginn an einen hohen Stellenwert eingenommen.
Das Elektronische Wasserstraßen-Informationssystem ELWIS mit seinem Abonnement-Dienst ELWIS-Abo ist als Informationsquelle für die Schifffahrt seit mehreren Jahren bereits eingeführt und wird ständig an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Spezielle Neuerungen gibt es momentan nicht.
Neben ELWIS ist auch das Navigationssystem ARGO für Fahrwassertiefen im Bezirk der WSD Süd seit einigen Jahren verfügbar. Die für Main, Main-Donau-Kanal und Donau flächendeckend vorhandenen elektronischen Karten werden ständig fortgeführt.
Die WSD Süd plant momentan die Herausgabe eines Liegestellenatlas. Darin werden für jede Liegestelle an Main, Main-Donau-Kanal und Donau Datenblätter mit den wichtigsten schifffahrtsrelevanten Angaben, einem Kartenausschnitt und einem Foto enthalten sein. Der Atlas soll im laufenden Jahr fertig gestellt und anschließend herausgegeben werden.
Nachdem in Österreich und den Niederlanden für Wasserfahrzeuge länger als 20m das System AIS (Automatic Identification System) mit einer Trage- und Einschaltverpflichtung von Transpondern eingeführt wurde, soll nun auch in Deutschland an ersten Wasserstraßen AIS umgesetzt werden. Es ist vorgesehen an der deutschen Donau für Fahrzeuge länger als 20m eine Trage- und Einschaltverpflichtung für AIS in Verbindung mit Inland ECDIS (elektronischer Wasserstraßenbildschirm) zur Verbesserung der Selbstwahrschau vorzuschreiben. Ferner soll an den Schleusen in Kachlet ein Schleusenmanagement erprobt werden. Derzeit laufen die Planungen für die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen. Diese sollen in 2011 abgeschlossen werden. Sobald dann die erforderlichen rechtlichen Grundlagen vorliegen, wird das System an der deutschen Donau eingeführt.

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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