Ausspracheveranstaltungen des DMYV 2010

Alle zwei Jahre zwischen den Verbandstagen lädt der Deutsche Motoryachtverband seine Mitgliedsvereinen zu regionalen Ausspracheveranstaltungen ein. Hier haben die Vereine die Möglichkeit direkt bei ihrem Dachverband Fragen zu stellen und Anregungen zu unterbreiten. Dieses Jahr fanden die drei Ausspracheveranstaltungen in Lübeck, Heilbronn und Duisburg statt. Vor Ort waren die Mitglieder aus dem DMYV-Präsidium, Präsident Röcker, 1. Vizepräsident Sudmann, 2. Vizepräsident Dr. Partheimüller, die Beisitzer Komm, Gäng und Martini. Das Referat Führerscheinwesen wurde von den Herren Adorf und Laue vertreten.
Im Anschluss an die Veranstaltungen referierte Herr Haendel aus dem Kompetenzcenter Raumordnung, Umwelt und Infrastruktur über die aktuellen Bestimmungen für Anti-Fouling-Mittel, die sich europaweit unterscheiden. Einen Schwerpunkt legte er hier besonders auf die Konsequenzen für die Vereine, deren Häfen durch Emissionen von Anti-Fouling-Mittel belastet werden können.

Viele Fragen der Vereine bezogen sich auf Themen von überregionaler Natur, andere waren entweder sehr vereinsspezifisch oder regional ausgerichtet. Die im Folgenden aufgeführten Fragen und Antworten an das Präsidium sind deshalb nur eine Auswahl, die für die Bootsfahrer und Vereine im Allgemeinen interessant sind.

Die Umstellung der Führerscheinprüfungen auf Multiple-Choise im Zuge der Deregulierung war für viele Vereine von Interesse. Hier referierten die Vertreter des Kompetenzcenters den aktuellen Sachstand.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung (BMVBS) hält am bewährten System der Beleihung von DSV und DMYV fest. Den Bewerbern bleibt es auch zukünftig überlassen, wie sie sich auf die Prüfung vorbereiten. Für staatliche Regelungen im Bereich der Ausbildung wird kein genereller Bedarf gesehen. Das Ministerium plant, ab Ende 2010 Prüfungen nach neuen Verfahren (Multiple-Choice) in der Theorie und mit einem aufgewerteten praktischen Prüfungsteil durchführen zu lassen.
Wichtige Punkte:
- Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen und Prüfungsinhalte wird ein einheitlicher Führerschein für Binnen und See nicht eingeführt werden.
- Theoretische Prüfung: Fragen- und Antwortenkataloge Binnen (Teile A, B, C) und See umfassen künftig ca. je 300 Fragen.
- Multiple-Choice-Verfahren: Stets 4 Antwortvorschläge pro Frage, davon einer zutreffend.
- Sportbootführerschein-See: Komplexe Navigationsaufgabe ohne Multiple-Choice.
Aufwertung der praktischen Prüfung: höhere Zahl an Pflichtmanövern und -fertigkeiten sowie Zusatzmanövern und -fertigkeiten.

Die Veränderungen der Wasserpachtenverträge und –entgelte sowie der aktuelle Verhandlungsstand wurden von den Vereinen abgefragt. Da die Gespräche zwischen den Wassersportverbänden und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bzw. dem BMVBS ein ständiger Prozess sind, verweist der Präsidium auf die jeweils aktuellen Veröffentlichungen des Verbandes in der „WasserSport“ oder auf der Internetseite des Verbandes. Hier wird in regelmäßigen Abständen über den Sachstand berichtet.
Aktuell ist festzuhalten, dass der von BMVBS eingebrachte Haushaltsvermerk zur Wasserpacht vom Haushaltsausschuss reduziert wurde. Das BMVBS hatte nach intensiven Bemühen seitens der Verbände eine Reduzierung der Wasserpacht für gemeinnützige Verbände um  75% eingebracht. Dies war schon mit der vorherigen Bundesregierung vereinbart worden und wurde nun durch das Ministerium erneut betrieben. Der Haushaltsausschuss des Bundestages, der für den Gesamthaushalt des Bundes zuständig ist, reduzierte die Ermäßigung jedoch auf 50% für gemeinnützige Vereine.
Der DMYV weist die Vereine hier darauf hin, dass zuviel gezahlte Pachten für 2010 entweder mit der Pacht für 2011 verrechnet oder zurückbezahlt werden.

Viele Vereine beklagten während der Ausspracheveranstaltungen eine zunehmende Überalterung der Vereine. Dieses Thema wurde schon in den Veranstaltungen 2008 aufgegriffen und diskutiert.
Dem Präsidium ist das Problem der Überalterung in den Vereinen deshalb bekannt. Zur Unterstützung der Nachwuchsgewinnung wurde das Projekt „Kid’s kommt ins Boot“ entwickelt. Hier bekommen Vereine Handreichungen zum Thema: Gründung einer Jugendgruppe, Zusammenarbeit mit Schulen, Aktionen für Jugendliche im Vereinshafen. Diese Aktionen werden durch den Verband mit Punkten in der Leistungstabelle gefördert. Ziel ist es, Jugendliche von außen in die Vereine zu holen. Die Unterlagen dazu können direkt in der Geschäftsstelle des DMYV oder aber im Intranet abgerufen werden.
In der Jugendarbeit des Verbandes wurde durch attraktive Entwicklungsmöglichkeiten vom Schlauchbootslalom über die Klasse MS11 bis zum Rennsport eine Durchgängigkeit erreicht.
Aus den Vereinen wurde vorgeschlagen, die vorhandenen Altersstrukturen in den Vereinen zu nutzen und die Senioren zu motivieren, ihre Enkelkinder vermehrt in den Sport einzubeziehen. Hier werden noch Potentiale gesehen.

Die Tanksituation auf den Neckar war in Heilbronn Thema. Durch die Einführung der Kennzeichnungspflicht der Betriebsstoffe für die gewerbliche Schifffahrt entfiel für die Sportbootfahrer die Möglichkeit sogenannten Roten Diesel an Bunkerbooten und Wassertankstellen zu bunkern. Besonders am Neckar ist dies ein Problem.
Nach vielen Gesprächen mit den zuständigen Stellen und den Vereinen vor Ort konnte nun von Peter Haag, Landesverband Baden-Württemberg, eine Lösung präsentiert werden. Der HBC Haßmersheim wird eine Betriebstankstelle für Diesel einrichten. Die Versorgung mit Benzin wird über eine Kanisterbetankung durch am Neckar ansässige Vereine gelöst werden. Der DMYV wird eine entsprechende Aufstellung erarbeiten und veröffentlichen.

Weiter wurden in Heilbronn die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf dem Neckar diskutiert. Hier ging es einigen Vereinen um Auskunft, wie Strecken für Wassersportzwecke, zum Beispiel Wasserski, freigegeben werden könnten.
Präsidiumsmitglied Manfred Gäng, gleichzeitig Präsident des Landesverbandes Baden-Württemberg, führte aus, dass es hier nur individuelle Regelungen geben könnte. Der Landesverband wird die Vereine bei der Beantragung der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Teilstücken des Neckars unterstützen.

Umweltauflagen, das Verhältnis zu den Umweltverbänden und die Ausbaggerung der Häfen wurden vor allem in Lübeck diskutiert. Pauschalierte Antworten können zu diesen Themen jedoch nicht gegeben werden, meist muss der Einzelfall betrachtet werden.

Den Verband betreffend gab es Anregungen hinsichtlich der jährlichen Mitgliedermeldung. Die Erfassung und Änderung der Vereinsdaten sei zu umständlich und die Datenerfassung nicht vollständig bzw. nicht immer nachvollziehbar. So wurde der Wunsch geäußert, dass auch die zweiten Vorsitzenden der Vereine namentlich durch den Dachverband gespeichert würden.
Dieser Hinweis wird in die laufenden Arbeiten zu einem neuen Datenbanksystem aufgenommen. Geplant ist hier, die Datenhaltung und –pflege auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die vom Präsidium eingesetzte Datenbankkommission hat ihre Arbeit im Herbst letzten Jahres aufgenommen und erarbeitet ein Konzept und in Folge eine technische Umsetzung.

Ein Kritikpunkt der Vereine war die Terminfindung der Verbandstage. Angesichts vieler eigener Termin sei es manchen Vereinen im Frühjahr nicht möglich, Delegierte zu den Verbandstagen zu schicken.
In Anbetracht der Tatsache, dass der Verband über 500 Mitgliedsvereine zählt, ist eine Terminüberschneidung, so Präsident Winfried Röcker, leider nicht zu umgehen.

Die Kommunikation zwischen Dachverband und Vereinen sollte auf Wunsch einiger Vereine verbessert werden. Die breite Fülle an Fachinformationen, die bei jeder Ausspracheveranstaltung von den zuständigen Präsidiumsmitgliedern und Fachreferenten vorgetragen wurde, sollte den Vereinen über das Jahr auch per Newsletter gegeben werden. Das Präsidium versprach diese Anregung aufzunehmen und einen dementsprechenden E-Mailverteiler zu erstellen.

 

 

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Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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