Ausspracheveranstaltungen des DMYV 2008

Zwischen den Verbandstagen finden alle zwei Jahre die Ausspracheveranstaltungen des DMYV statt. Den Mitgliedsvereinen wird hier die Möglichkeit gegeben, sich über die aktuellen Themen des Verbandes zu informieren und eigene Probleme vorzutragen. Dieses Jahr fungierten vier Verbandsvereine als Gastgeber. Der DMYV bedankt sich auf diesem Wege nochmals bei dem Motoryacht- und Touristikclub e.V. Brandenburg, dem Wassersportverein Hemelingen e.V. Bremen, dem Ruhrorter Yachtclub e.V. Duisburg und dem Motoryacht-Club Kurpfalz e.V. Mannheim.

DMYV-Präsident Winfried Röcker berichtete über den Sachstand zum folgenden Themen:

Wasserpacht
Nach fünf Verhandlungen mit dem BMVBS sind die Verhandlungen ins Stocken geraten. Es geht immer noch um die kostenmäßige Behandlung von Land- und Wasserflächen und der Nutzungsmöglichkeiten. Hier wurde im Forum Wassersport des DOSB entschieden, dass der Präsident des DOSB das Thema in einem Gespräch mit dem Bundesminister für Verkehr erörtert. Ziel ist es die Verhandlungen im Sinne des Sportausschusses des Deutschen Bundestages wieder aufzunehmen.
Im Intranet des DMYV ist ein Nutzungsvertrag der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zur Kenntnisnahme abzurufen. Der DMYV weist weiter darauf hin, dass die Verträge nur unter Vorbehalt zu unterzeichnen seien.

Kraftstoffversorgung
Mit der Einführung der Kennzeichnungspflicht der Betriebsstoffe für die gewerbliche Schifffahrt zum 01.08.2006 wurde ein Versorgungsnotstand für die Sportschifffahrt befürchtet. In mehren Sitzungen wurde das Thema mit dem Bundesministerium der Finanzen diskutiert und nach Lösungen für die Sportschifffahrt gesucht. Stand der Entwicklung ist, dass ab dem 01.01.2008 europaweit kein roter Diesel durch die Sportschifffahrt mehr gebunkert werden kann. Eine Aufarbeitung der Tankstellen- und Bunkerbootinfrastruktur hat ergeben, dass durch den Wegfall der Tankmöglichkeiten an Bunkerbooten kein Versorgungsnotstand für Diesel entsteht. Ausnahme ist der Neckar. In der jetzt erscheinenden neuen Auflage des „Führers für den Binnenfahrtensport“ (BIFF) wird eine Übersicht über alle Tankmöglichkeiten in Deutschland abgedruckt.

Seenotsignalmittel
Seit dem 01.01.2008 nehmen die Prüfungsausschüsse des DMYV wieder Prüfungen für den sprengstoffrechtlichen Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel ab. Diese Prüfung schließt das Waffenrecht derzeit aus. Auf der Internetseite des DMYV findet man unter Downloads die Prüfungsordnung, den Fragen- und Antwortenkatalog sowie die Aufgaben zur Handhabung und Bestimmung von Seenotsignalmitteln. Nach erfolgter Änderung waffenrechtlicher Vorschriften ist die Wiederaufnahme des Prüfungsbetriebs auch hinsichtlich der waffenrechtlichen Sachkunde beabsichtigt.

Funkzeugnisse
Für das in Crash-Kursen angebotene englische SRC Funkzeugnis wird es in Zukunft eine Zusatzprüfung geben, um Gültigkeit in Deutschland zu erlangen.

B1-Lizenz
Das BMVBS hat in Zusammenarbeit mit dem DMYV ein Konzept entwickelt, das
es Jugendlichen mit einem Mindestalter von 12 Jahren ermöglicht, zunächst probeweise ab dem 1. April 2005 auf bestimmten Wasserstraßen ein Fahrzeug mit einer Länge von bis zu 5 Metern und einer Antriebsmaschine mit höchstens 3,68 kW zu führen. Voraussetzung dafür ist, dass der Jugendliche einen Ausweis eines Wassersportvereins besitzt, der einem Spitzenverband des deutschen Wassersports angehört, der das von ihm erarbeitete grundlegende und mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung abgestimmte Verkehrssicherheitskonzept gewährleistet.
Die dreijährige Testphase ist ohne negative Erkenntnisse abgelaufen und bis zum 31.01.2011 verlängert worden. Die genauen Strecken, die hinsichtlich der Regnitz leicht verändert und um eine Teilstrecke des Mains erweitert wurden, können unter www.dmyv.de/jugend/lizenzen abgerufen werden. Der DMYV strebt die Erweiterung auf das Deutsche Kanalsystem an. Für die Int. Wasserstraßen (Donau, Elbe, Rhein) ist die Möglichkeit der B1-Lizenz in den Int. Gremien zu erörtern, für den Rhein zumindest mit Blick auf seine Nebenflüsse.

Jugendförderprogramm 2008
Das Präsidium des DMYV hat gemeinsam mit dem Länderrat ein Jugendförderprogramm ins Leben gerufen. Wie auch auf den Ausspracheveranstaltungen angesprochen wurde, leiden viele Vereine an Überalterung. Ihnen sollen Materialien an die Hand gegeben werden, um Aktionen mit Jugendlichen bis hin zur Gründung einer eigenen Jugendgruppe zu realisieren. Die entsprechenden Unterlagen wurden an die Vereine verschickt und sind in Intranet des DMYV abzurufen.

Umweltgesetzbuch
In diesem Gesetzentwurf ist der Begriff „Gemeingebrauch“ nicht ausdefiniert. Da die Länder dieses Rahmengesetz durch eigene Gesetzgebung ausfüllen können, besteht die Gefahr der unterschiedlichen Auslegung des Gemeingebrauchs.
Hier soll gemeinsam mit dem zuständigen Ressort des DOSB die Möglichkeit ausgelotet werden, im Rahmen der noch folgenden parlamentarischen Beratungen Änderungen zu erreichen.

Umweltschadensgesetz
Nach diesem Gesetz müssen die nachteiligen Umweltschäden in ihren Auswirkungen von Erheblichkeit sein. Die Frage ist hierbei: Was ist erheblich? Ist dies schon bei überlaufendem Sprit beim Betanken? Oder beim Schleifen des Unterwasserschiffs? Anzuraten ist hier über eine mögliche Versicherung nachzudenken.

Vereinsveröffentlichungen
Herr Röcker berichtete, dass das Präsidium mit Zustimmung des Länderrates beschlossen hat, dass in den offiziellen Mitteilungen des DMYV in der „Wassersport“ keine Vereinsnachrichten mehr aufgenommen würden. Dies hängt mit dem starken regionalen Charakter der Vereinsnachrichten zusammen. Zudem ist es das Ziel des Verbandes und des Verlages, fachlichen Themen von allgemeinem Interesse mehr Raum zu geben.
Um den Vereinen jedoch die Gelegenheit zu geben, sich bundesweit zu präsentieren, wurde in den Ausspracheveranstaltungen das Intranet des DMYV vorgestellt. Hier können die Vereine tiefergehende Informationen über den Verein und seine Hafenanlage, sowie Nachrichten aus dem Verein und Termine direkt in die Internetpräsenz des DMYV einpflegen.

Wasserrahmenrichtlinie
Hierzu berichtete der 1. Vizepräsident Hans-Dieter Sudmann, dass die EU – Wasserrahmenrichtlinie in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer fällt. Durch die unterschiedlichen Strukturen und Anforderungen in den Bundesländern muss es eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden und dem Bundesverband geben, da dieser die anfallenden Termine keinesfalls alleine bewältigen kann.

Ferner brachte Herr Sudmann den Vereinsvertretern folgende Themen näher:
Die Erste Verordnung zur Änderung umweltrechtlicher Vorschriften in der Seeschifffahrt
ist am 29.06.2007 in Kraftgetreten. Über § 1d Ergänzende Bestimmungen zu Anlage IV des MARPOL-Übereinkommens gab es Gespräche zwischen dem Verkehrsministerium und dem DMYV/DSV. Hierbei konnten die Härtefallregelungen nach oben ausgeweitet werden.
Die bisherige Begrenzung für ältere Schiffe in den Schiffslängen (bisher 10,50 m) hat sich jetzt auf  11,50 Meter Länge und eine Breite von 3,80 Metern erhöht.    
Das Internationale Übereinkommen von 1973 zur Verhütung der Meeresverschmutzung, MARPOL, beinhaltet eine Vorschrift, nach der jedes Schiff von 12 oder mehr Metern Länge einen zweisprachigen Aushange anbringen muss, wie mit der Müllentsorgung umzugehen ist. Für Deutschland soll ein kleinerer Aufkleber ausreichen. Andere Länder sind durch diese Lösung nicht betroffen. (siehe Artikel weiter unten).

Abschließend stellte Herr Röcker die Struktur des DMYV nach der neuen Strategie anhand eines Schaubildes dar. Der Dienstleistungsgedanke des Verbandes spiegelt sich in der Zuweisung von fachlichen Zuständigkeiten in die Kompetenzcentern wieder, die von jeweils einem Präsidiumsmitglied betreut werden. So werden mit einem schlanken Apparat die Interessen der Wassersportler zielgerichtet vertreten. Die flankierende Unterstützung durch die Landesverbände gewährleistet die Einbindung regionaler Interessen und Ressourcen.

 

Weitere Informationen

Sportbootvereinigung

Die Sportbootvereinigung (SBV) e.V. im Deutschen Motoryachtverband ist bundesweit mit 5.000 Mitgliedern die größte Vereinigung, die dem Deutschen Motoryachtverband e.V. angeschlossen ist. Sie steht Wassersportlern – mit oder ohne Boot – in ganz Europa offen.

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